Dow Jones schließt 1.300 Punkte höher, US‑Iran‑Waffenstillstand löst weltweite Rallye aus

Dow Jones schließt 1.300 Punkte höher, US‑Iran‑Waffenstillstand löst weltweite Rallye aus
Ananthu C U
08. Apr. 2026, 22:28 PM
  • US-Aktien steigen, da der Iran-Waffenstillstand die Stimmung hebt; Öl stürzt ab.
  • Öl fällt um über 15 % aufgrund von Hoffnungen auf Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
  • Fragiler Waffenstillstand auf dem Prüfstand, da Iran den Tankerverkehr stoppt; Risiken bleiben.

Die US-Aktien stiegen am Mittwoch kräftig und krönten eine starke weltweite Rallye, nachdem ein Last-Minute-Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran die geopolitischen Spannungen gemildert und einen scharfen Rückgang der Ölpreise ausgelöst hatte.

Der zweiwöchige Waffenstillstand, den US-Präsident Donald Trump nur Stunden vor einer selbstgesetzten Eskalationsfrist ankündigte, trug dazu bei, das Anlegervertrauen nach wochenlanger Volatilität infolge des Konflikts im Nahen Osten wiederherzustellen.

Der Dow Jones Industrial Average stieg um 1.325,46 Punkte bzw. 2,85 %, während der S&P 500 um 2,51 % zulegte und der Nasdaq Composite um 2,9 % kletterte.

Die Rallye spiegelte sich weltweit wider: Europäische Aktien stiegen um 3,9 % und der MSCI World Index verzeichnete den größten Tagesgewinn seit einem Jahr.

Waffenstillstand stützt Stimmung, Unsicherheit bleibt

Die Markterholung folgte auf Trumps Ankündigung, die militärischen Aktionen gegen den Iran für zwei Wochen auszusetzen, um Verhandlungen zu ermöglichen.

„Ich stimme zu, das Bombardement und den Angriff auf Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, schrieb Trump auf Truth Social. „Wir haben einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus dem Iran erhalten und halten ihn für eine tragfähige Grundlage für Verhandlungen.“

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans signalisierte ebenfalls, die Straße von Hormus — durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmengen fließt — unter der Bedingung wieder zu öffnen, dass die Feindseligkeiten eingestellt werden.

Trotz des Optimismus bleibt Skepsis hinsichtlich der Tragfähigkeit des Abkommens bestehen.

Zur weiteren Verunsicherung erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, die USA hätten den Waffenstillstand bereits gebrochen, was das anhaltende Misstrauen zwischen den Seiten unterstreicht.

Teheran stoppte zudem den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus als Reaktion auf verstärkte israelische Angriffe auf den Libanon, die nicht durch das US‑Iran‑Abkommen abgedeckt waren.

Öl stürzt ab, Wiedereröffnung der Straße von Hormus verbessert Ausblick

Die Ölmärkte reagierten heftig auf die Waffenstillstandsnachricht, wobei die Rohölpreise ihre stärksten Rückgänge seit Jahren verzeichneten.

West Texas Intermediate (WTI) fiel um mehr als 16 % und schloss bei $94,41 pro Barrel, was den größten Tagesverlust seit April 2020 markiert. Brent-Rohöl sank um rund 13 % auf $94,75.

Der Rückgang spiegelt die Erwartung wider, dass Energielieferungen durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen werden und die Angebotsengpässe, die die Preise während des Konflikts über $100 getrieben hatten, lindern.

Dennoch bleiben Anzeichen einer Normalisierung vorläufig. Der Schiffsverfolgungsdienst MarineTraffic berichtete, dass einige Schiffe die Durchfahrt wiederaufgenommen hätten, insgesamt liege das Verkehrsaufkommen jedoch weiterhin unter dem Niveau vor dem Krieg.

Die Frontmonats-Futures für WTI und Brent schlossen jeweils unter $100, wobei Analysten jedoch warnen, dass Infrastrukturschäden und geopolitische Risiken eine vollständige Erholung des Angebots verzögern könnten.

Zyklische Werte führen Gewinne an, globale Märkte erholen sich

Die Aktienrally wurde von den Sektoren angeführt, die während des Konflikts am stärksten getroffen wurden, besonders von jenen, die empfindlich auf Energiepreise und Störungen im Welthandel reagieren.

Halbleiterwerte schossen nach oben: Der VanEck Semiconductor ETF sprang um mehr als 5 %, Broadcom legte über 5 % zu, Micron Technology gewann mehr als 7 %.

Die Meta-Aktie zog um 6,5 % an, nachdem das Unternehmen sein neues KI-Modell Muse Spark vorgestellt hatte.

Reise- und Freizeitwerte erholten sich ebenfalls deutlich. Fluggesellschaften, Kreuzfahrtanbieter und Hausbauer — alle unter Druck durch steigende Treibstoffkosten und wirtschaftliche Unsicherheit — verzeichneten deutliche Zugewinne.

Internationale Märkte übertrafen die USA, was ihre größere Exponierung gegenüber Energieschocks widerspiegelt.

Unterdessen fiel der CBOE Volatility Index auf sein niedrigstes Niveau seit Beginn des Konflikts, was auf nachlassende Anlegerängste hindeutet.

Trotz der starken Erholung warnen Marktteilnehmer, dass die Volatilität wahrscheinlich anhalten wird, da sich geopolitische Entwicklungen weiter entwickeln.