J.P.Morgan, Morgan Stanley sehen Kaufchancen bei Rücksetzern — Gewinne halten

J.P.Morgan, Morgan Stanley sehen Kaufchancen bei Rücksetzern — Gewinne halten
Invezz Team
13. Apr. 2026, 18:00 PM

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XLF (Finanzwerte)

XLF kaufen. Das Kernszenario des Artikels lautet, dass der Ausverkauf eine Korrektur und kein Bärenmarkt ist, wobei das Gewinnwachstum weiter ansteigt (S&P 500 Q1’26 EPS-Wachstumsprognose 13,9%). Morgan Stanley bevorzugt ausdrücklich zyklische Werte – einschließlich Finanzwerte – weil das Gewinnmomentum intakt ist und die Bewertungen sich verbessert haben. Finanzwerte profitieren außerdem überproportional, falls die Volatilität nachlässt und sich die Erwartungen an Kredit-/Darlehensnachfrage nach einer Neubewertung des Hormuz-Risikos stabilisieren.

Kernrisiko: Eine erneute Eskalation, die ein anhaltendes Rezessionsnarrativ und eine Verschlechterung der Kreditqualität (Ausweitung der Credit Spreads) auslöst und damit die Gewinnerwartungen im Finanzsektor zerschlägt.

KI-Hyperscaler (NVDA)

NVDA kaufen. Die Meldung hebt „Qualitätswachstum“/KI‑Hyperscaler als durch Gewinnmomentum gestützt hervor, trotz geopolitischer Risiken. Sekundär: Da sich die Bewertungsprämie der Magnificent Seven komprimiert (Forward-KGV-Prämie gesunken auf ≈1,2x gegenüber 1,7x), kann sich das relative Multiple von NVDA schneller aufwerten als das übrige Wachstum, sobald das Dip‑Buying zurückkehrt — weil der Markt das Risiko der führenden Titel bereits reduziert hat.

Kernrisiko: Ein Einbruch bei KI‑Capex oder Margen (Nachfrageschwäche bei Kunden oder Druck durch Angebot/Wettbewerb), der die Earnings‑Momentum‑These scheitern lässt, selbst wenn sich die geopolitische Lage beruhigt.

  • Die Wall Street sieht Rücksetzer angesichts der Spannungen im Nahen Osten als Kaufgelegenheiten.
  • Starkes Gewinnwachstum stützt den S&P 500 trotz geopolitischer Risiken.
  • Bewertungsverschiebungen und Sektorrotation formen die Marktführerschaft neu.

Die Wall-Street-Broker J.P. Morgan und Morgan Stanley sehen die jüngste Phase marktweiter Schwäche, ausgelöst durch Spannungen im Nahen Osten, als mögliche Gelegenheit für langfristig orientierte Investoren und verweisen auf robuste Unternehmensgewinne sowie verbesserte Bewertungen als zentrale Puffer gegen weitere Rückschläge.

Hoffnungen auf eine Deeskalation hatten den S&P 500 um fast 8% von einem siebenmonatigen Tief im März angehoben, nachdem Befürchtungen aufgekommen waren, dass eine mögliche Schließung der Straße von Hormuz einen Ölpreisschock auslösen, die Inflation anheizen und die wirtschaftliche Unsicherheit vertiefen könnte.

Trotz der Erholung stieg der Index am Montag nur geringfügig, da die Wochenendgespräche zwischen den USA und dem Iran keinen Durchbruch brachten.

Geopolitische Schocks gelten als vorübergehend

Strategen bei J.P. Morgan halten die Marktreaktion auf geopolitische Entwicklungen für möglicherweise nicht von Dauer.

"Unser Basisszenario bleibt, dass eine weitere Eskalation wahrscheinlich nicht auf unbestimmte Zeit anhalten wird und dass durch geopolitische Schocks ausgelöste Rückschläge sich letztlich als Kaufgelegenheiten erweisen sollten," schrieb J.P.Morgan in einer von Strategen Mislav Matejka geführten Notiz.

Der Leitindex ist seit Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran um bis zu 8% gefallen und hat damit knapp die 10%-Marke, die eine Korrektur definiert, vermieden. Obwohl die Volatilität zugenommen hat, argumentieren Analysten, dass der Markt nicht in eine anhaltende Abschwungphase eingetreten sei.

Im Vergleich dazu haben US-Aktien relative Widerstandskraft gezeigt. Der S&P 500 hat den STOXX 600, der um mehr als 11% gefallen ist, sowie den MSCI Emerging Markets Index, der in den Korrekturbereich eingetreten ist, übertroffen.

Gewinnstärke stützt Ausblick

Strategen von Morgan Stanley unter der Leitung von Michael Wilson bewerten den jüngsten Ausverkauf eher als Korrektur denn als Beginn eines anhaltenden Bärenmarkts. Sie führen die Widerstandskraft des Marktes auf solides Gewinnwachstum und attraktivere Bewertungen zurück.

Die Gewinnerwartungen sind trotz des geopolitischen Hintergrunds weiter gestiegen. Daten von LSEG I/B/E/S zeigen, dass die geschätzte Gewinnwachstumsrate für den S&P 500 für das erste Quartal 2026 Stand 10. April bei 13,9% liegt, gegenüber 12,7% vor Beginn des Konflikts.

Goldman Sachs vertrat zuvor eine ähnliche Einschätzung und warnte vor kurzfristigen Korrekturrisiken, betonte jedoch das begrenzte Potenzial für einen tieferen Bärenmarkt.

Morgan Stanley teilte mit, dass man weiterhin zyklische Sektoren wie Finanzwerte, Industrieaktien und zyklischen Konsum sowie Qualitätswachstumswerte, darunter KI-Hyperscaler, bevorzuge, da das Gewinnmomentum intakt bleibe.

Bewertungen passen sich an, während sich die Marktführerschaft verschiebt

J.P. Morgan hob zudem eine Verschiebung in der Marktführerschaft hervor und stellte fest, dass die Bewertungsprämie für die sogenannten „Magnificent Seven“-Aktien deutlich geschrumpft sei.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Gruppe ist auf das 1,2‑fache des S&P 500 gesunken, nach 1,7‑fach zuvor.

Diese Bewertungskompression könnte auf eine breitere Umverteilung innerhalb der Aktienmärkte hinweisen, da Investoren in Sektoren mit attraktiveren Bewertungen und zyklischer Ausrichtung rotieren.

Trotz einer konstruktiven Sicht auf Aktien wertete Morgan Stanley Ende März globale Aktien ab, was die Vorsicht gegenüber kurzfristigen Risiken widerspiegelt. Unterdessen bekräftigte J.P. Morgan in seiner jüngsten Notiz seine Präferenz für internationale Aktien gegenüber dem US-Markt.