Silberpreis-Ausblick: Warum XAG im Bärenmarkt feststeckt

Silberpreis-Ausblick: Warum XAG im Bärenmarkt feststeckt
Crispus Nyaga
24. Apr. 2026, 07:07 AM

Unterstützt von

Invezz
XAG Put‑Spread

Kaufen Sie einen 3–6‑Monate‑Put‑Spread auf iShares Silver Trust (SLV) oder direkt auf XAG (falls verfügbar): long Puts nahe $75, short Puts nahe $61. Damit wird das im Artikel genannte Unterstützungsniveau von ~ $61 ins Visier genommen, während der Prämienverbrauch begrenzt wird, falls Silber seitwärts schwankt. Das Setup basiert auf bärischer Positionierung + industrie‑/konjunkturrelevanter Sensitivität + anhaltender Inflation, die reale Zinsen am Fallen hindert.

Kernrisiko: Silber durchbricht die jüngste Range nach oben und hält das Niveau (Trendwende), wodurch das $61‑Ziel unwahrscheinlich wird.

Short auf SLV

Verkaufen Sie iShares Silver Trust (SLV). Der Artikel weist auf starke ETF‑Abflüsse hin ($79M this week; $2.8B YTD) und einen Wyckoff‑Shift vom Markup zum Markdown — klassisches „Distribution“-Verhalten. Da das Rezessionsrisiko durch die Blockade in der Straße von Hormus steigt und die anhaltende Inflation die Fed daran hindert, taubenhaft zu werden, bleibt die Silbernachfrage schwach, während Anleger in Aktien rotieren (VOO/SPY‑Zuflüsse).

Kernrisiko: Ein scharfer Umschwung bei ETF‑Zuflüssen (SLV‑Zuflüsse) plus eine makroökonomische Erholungsrally, die Silber zu einem Short‑Squeeze zwingt.

  • Der Silberpreis ist gegenüber seinem diesjährigen Höchststand um 40% eingebrochen.
  • Der SLV‑ETF verzeichnete in den vergangenen Monaten erhebliche Abflüsse.
  • Silber ist in die Markdown‑Phase der Wyckoff‑Theorie übergegangen.

Der Silberpreis steht diese Woche weiterhin unter starkem Druck, da die Zuflüsse in Spot-ETFs nachlassen und Inflationsrisiken bestehen. XAG fiel auf $75, ein Rückgang von 40% gegenüber dem Jahreshoch. Dieser Artikel untersucht die wichtigsten Gründe für den Rückgang und den Ausblick.

Silberpreis fällt bei nachlassenden ETF‑Zuflüssen 

Daten von ETF dot com zeigen, dass amerikanische Anleger Silber nicht mehr akkumulieren.

Der beliebte iShares Silver Trust (SLV) hat in diesem Jahr über $2.8 billion an Abflüssen verzeichnet. Er gab diese Woche $79 million an Vermögenswerten ab und bringt damit seine Assets auf über $38 billion.

Das Nachlassen der ETF‑Zuflüsse erfolgt zeitgleich mit einer Rotation der Anleger in den besser performenden Aktienmarkt, in den beliebte Fonds wie VOO und SPYM in diesem Jahr Milliarden an Zuflüssen gezogen haben.

Gleichzeitig sind Anleger wegen der globalen Wirtschaft besorgt, da die Blockade in der Straße von Hormus andauert und kein Ende in Sicht ist. 

Die Blockade hat zu höheren Rohölpreisen geführt: Brent und das West Texas Intermediate (WTI) stiegen auf $106 bzw. $98.

Infolgedessen sagen Analysten voraus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr in eine Rezession geraten könnte, vor allem falls sich die Krise verschärft. Einige Analysten sprechen sogar von einer globalen Depression.

Silber ist von der globalen Konjunktur betroffen, weil es eine Rolle im Industriesektor spielt und zur Herstellung von Produkten wie Haushaltswaren und Solarmodulen verwendet wird. 

Gleichzeitig bedeuten die steigenden Energiepreise, dass die Inflation länger hartnäckig bleibt. Ein Anfang des Monats veröffentlichter Bericht zeigte, dass die Inflation im März auf 3.3% stieg, und die OECD schätzt, dass sie 4.2% erreichen könnte, falls das WTI länger über $95 bleibt.

Die stark steigende Inflation wird es der Federal Reserve erschweren, einen taubenhaften Ton einzuschlagen, selbst wenn Kevin Warsh Vorsitzender wird. Marktteilnehmer preisen eine 40%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen senkt.

Zugleich gibt es Zweifel, dass Warsh kurzfristig Fed‑Chef wird, da Senator Thom Tillis gewarnt hat, seine Nominierung zu blockieren, solange die Klage gegen Jerome Powell anhängig ist.

Gleichzeitig gehen Marktteilnehmer davon aus, dass Powell nach Ablauf seiner Amtszeit weiterhin in der Fed verbleiben wird. Ein Ausscheiden aus dem Posten als Fed‑Gouverneur würde Trump die Möglichkeit geben, ein weiteres Mitglied zu ernennen.

Wyckoff-Theorie erklärt den Silber‑Crash

silver price

Silver price chart | Source: TradingView 

Auch die technische Analyse erklärt die anhaltende Schwäche beim Silberpreis. Der 3‑Tage‑Chart zeigt, dass Silber über Jahre in einer engen Spanne verweilte. Das deutet darauf hin, dass es sich in diesem Zeitraum in der Akkumulationsphase der Wyckoff‑Theorie befand.

Anschließend gelang Silber ein bedeutender Ausbruch und der Wechsel in die Markup‑Phase. Das erklärt, warum es in diesem Jahr auf ein Rekordhoch sprang, angetrieben von der Angst, etwas zu verpassen (Fear of Missing Out, FOMO).

Silber ist jetzt in die Distributions- bzw. Markdown‑Phase übergegangen, in der panische Anleger ihre Bestände veräußern. 

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario ein weiteres Fallen, potenziell bis zur wichtigen Unterstützung bei $61. Anschließend dürfte es zu einer Erholung kommen, da Anleger den Dip kaufen.