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EZB sieht Risiken für Eurozonen‑Stabilität durch Iran‑Krieg und Schuldenprobleme

EZB sieht Risiken für Eurozonen‑Stabilität durch Iran‑Krieg und Schuldenprobleme
Rivanshi Rakhrai
27. Mai 2026, 10:47 AM

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Euro‑Staatsanleihen (kurze Laufzeit)

Verkauf von iShares Core € Govt Bond UCITS ETF (IEGA) und/oder Short‑Position in 2–5‑jährigen Bund‑Futures. Die EZB warnt, die Märkte seien selbstzufrieden: Ein anhaltender Energieschock plus schwächeres Wachstum kann eine Neubewertung der Staatsanleihen erzwingen, die Spreads ausweiten und die Renditen steigen lassen, was die Anleihepreise besonders im vorderen Ende der Zinskurve trifft.

Kernrisiko: Der Energieschock hält nicht an und das Wachstum bleibt robust, sodass Staats‑Spreads eng bleiben und die Renditen nicht neu bewertet werden.

Europäische Finanzwerte (Kreditrisiko)

Verkauf von iShares STOXX Europe 600 Banks (EXSA) oder Short‑Positionen in Euro‑Bank‑CDS‑Indizes. Die EZB weist auf eine negative Rückkopplung hin: Eine Neupreisung der Staatsanleihen erhöht Unternehmensfinanzierungskosten, belastet Bankbilanzen, und Hebelwirkung in den Anleihemärkten kann Stress in den Bankensektor verstärken.

Kernrisiko: Die Refinanzierungs‑ und Kapitalpuffer der Banken absorbieren den Schock und Kreditverluste bleiben begrenzt, wodurch eine Rückkopplung verhindert wird.

  • EZB warnt, dass der Iran‑Krieg die Wachstumsaussichten der Eurozone schwächen könnte.
  • Steigende Kreditkosten könnten die Staatshaushalte und die Finanzstabilität belasten.
  • Bedenken zur Tragfähigkeit der US‑Verschuldung könnten auf die europäischen Märkte übergreifen.

Die Europäische Zentralbank warnte am Mittwoch, dass der Krieg im Iran und anhaltende Handelskonflikte das Wirtschaftswachstum in der Eurozone schwächen, die Kreditaufnahme verteuern und die Staatsfinanzen im gesamten Währungsraum unter Druck setzen könnten.

In ihrem halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht stellte die EZB fest, dass die Finanzmärkte trotz zunehmender Risiken für Wachstum und fiskalische Nachhaltigkeit weitgehend unbeeindruckt vom Konflikt im Iran wirkten.

Die Zentralbank hob hervor, dass die Aktienmärkte auf hohen Niveaus verblieben, die Unternehmensfinanzierungskosten niedrig blieben und die Renditeaufschläge bei Staatsanleihen in der 21 Staaten umfassenden Eurozone weiterhin eng sind.

Nach Angaben der EZB weckt dies Befürchtungen, dass Anleger Risiken unterschätzen könnten.

EZB warnt vor Neubewertung am Markt für Staatsanleihen

Die EZB erklärte, ein anhaltender Energieschock in Verbindung mit schwächerem Wirtschaftswachstum könne eine scharfe Neubewertung in den Märkten für Staatsverschuldung auslösen.

„Ein Szenario deutlich schwächerer Wachstumsraten in Verbindung mit einem persistenteren Energieschock könnte eine Neubewertung der fiskalischen Tragfähigkeit und eine abrupte Neupreisung an den Staatsanleihemärkten auslösen“, heißt es im Bericht der EZB.

Die Zentralbank warnte, dass eine solche Neupreisung die Unternehmensfinanzierung verteuern und eine negative Rückkopplung auf die Gesamtwirtschaft erzeugen könnte.

Nach Angaben der EZB könnte dies schließlich die Finanzstabilität gefährden und die wirtschaftliche Aktivität in der gesamten Eurozone belasten.

Der Bericht fügte hinzu, dass die Regierungen bereits durch mehrere Ausgabeverpflichtungen unter Druck stehen und daher nur begrenzten fiskalischen Spielraum haben, um auf künftige Schocks zu reagieren.

Engagement von Hedgefonds birgt zusätzliche Risiken

Die EZB hob zudem das zunehmende Engagement von Hedgefonds auf den Staatsanleihemärkten als weitere Besorgnisquelle hervor.

Während Hedgefonds unter normalen Marktbedingungen die Liquidität verbessern, könne ihre hohe Hebelwirkung in Stressphasen Marktschwankungen verstärken, so die EZB.

Die Zentralbank warnte, dass plötzliche Stimmungsumschwünge der Anleger zu stärkeren Preisbewegungen an den Staatsanleihemärkten führen könnten.

Der Bericht wies außerdem auf Risiken hin, die von nicht‑banklichen Finanzintermediären ausgehen.

Die EZB erklärte, diese Unternehmen operierten häufig mit geringerer Liquidität, höherer Verschuldung und geringerer Regulierung.

Nach Angaben der EZB pflegen diese Intermediäre enge Verbindungen zu traditionellen Kreditgebern, wodurch sich Stress in einem Teil des Finanzsystems auf den Bankensektor ausbreiten könnte.

EZB sieht Übertragungsrisiken durch US‑Schuldenbedenken

Die EZB warnte zudem, dass Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Glaubwürdigkeit der USA auf die europäischen Märkte übergreifen könnten.

Der Bericht stellte fest, dass US‑Treasuries traditionell als sicherer Hafen galten.

Die EZB sagte jedoch, Zweifel an US‑Haushaltspolitiken könnten die Anlegerwahrnehmung abrupt verändern und breitere globale Folgen auslösen.

Die EZB verwies auf die Vernetzungen der Finanzmärkte und sagte, Risiken mit Ursprung in den USA könnten sich über globale Schulden‑ und Kapitalmärkte rasch nach Europa ausbreiten.

Der Bericht bemerkte zudem, dass die Märkte Besorgnis über die zunehmende Abhängigkeit von KI‑bezogenen Unternehmen von Fremdfinanzierung signalisierten.

Die EZB sagte, dieser Trend verdiene erhöhte Aufmerksamkeit von Politikern und Investoren.

Trotz der Warnungen blieben die Aktienmärkte widerstandsfähig.

Der S&P 500 stieg um etwa sechs Zehntel Prozent, während der Nasdaq rund 1,2 % zulegte, wobei beide Indizes bei Rekord