CFTC beantragt Aufhebung der 5-Mio.-Dollar-Strafe gegen Gemini nach neuer Krypto-Politik
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Kaufen: Coinbase (COIN). Wenn die CFTC eine bedeutende Strafe gegen Gemini aufhebt und frühere Taktiken als unangemessen anerkennt, signalisiert das ein freundlicheres Durchsetzungsumfeld für in den USA gelistete Krypto-Plattformen. Das sollte das wahrgenommene regulatorische Tail-Risiko reduzieren, höhere Handelsvolumina stützen und Risikoaufschläge im Sektor verringern.
Kernrisiko: Das Gericht lehnt die Aufhebung ab und die CFTC behält die Einigung/Strafe bei, womit sich herausstellt, dass die Richtungsänderung vorwiegend politisches Theater ist.
Kaufen: MicroStrategy (MSTR). Eine nachgiebigere Haltung der CFTC verringert die Wahrscheinlichkeit plötzlicher, strafender Maßnahmen gegen wichtige Krypto-Infrastrukturen, was tendenziell das Bitcoin-Sentiment und die Liquidität stärkt. Die MSTR-Aktie fungiert als hochbetaiger Proxy für mögliche BTC-Aufwärtsbewegungen bei verbesserten regulatorischen Aussichten.
Kernrisiko: Eine breiter angelegte Verschärfung (neue Durchsetzungsmaßnahmen oder strengere Regeln) trifft die Kryptomärkte dennoch und Bitcoin dreht trotz dieser Einzelfall-Umkehr ins Minus.
- Die CFTC sagt, Gemini hätte nie wegen angeblich irreführender Aussagen belangt werden dürfen.
- Die Behörde verweist auf eine geänderte Durchsetzungsposition gegenüber Krypto unter der Trump-Administration.
- Die Gerichtsunterlagen behaupten, Aufseher hätten während der Untersuchung unangemessene Taktiken gegen Gemini angewandt.
Die US-Commodity Futures Trading Commission beantragte am Mittwoch bei einem Richter, die gegen die Kryptobörse Gemini Trust Company verhängte Geldstrafe in Höhe von 5 Millionen US-Dollar aufzuheben und erklärte, die Behörde hätte den Fall nie anstrengen dürfen.
Die CFTC erklärte, Gemini, gegründet von den Zwillingsbrüdern Tyler und Cameron Winklevoss, sei fälschlich beschuldigt worden, im Zusammenhang mit seinem Bitcoin-Futures-Geschäft falsche Angaben gemacht zu haben.
Gemini hatte den Fall im Januar 2025 in den letzten Wochen der Regierung des damaligen Präsidenten Joe Biden beigelegt.
Im Rahmen der Einigung zahlte das Unternehmen eine Strafe von 5 Millionen US-Dollar und stimmte einer Verfügung zu, die es ihm untersagt, gegenüber der CFTC falsche oder irreführende Aussagen zu machen.
Die CFTC und Gemini haben nun jedoch gemeinsam das Gericht gebeten, die Einigung aufzuheben und berufen sich dabei auf eine Veränderung der Durchsetzungsstrategie der Behörde gegenüber Krypto unter Präsident Donald Trump.
Gemeinsame Eingabe kritisiert frühere Vollzugsansätze
In gemeinsam eingereichten Gerichtsunterlagen erklärten Gemini und die CFTC, die Behörde habe unangemessene Taktiken angewendet, um die Klage durchzusetzen und „eine Einigung von Gemini zu erzwingen“.
Die Eingabe besagte, dass die unter der Biden-Administration tätigen Aufseher sich auf eine Whistleblower-Aussage stützten, die nicht glaubwürdig gewesen sei.
Gemäß der Eingabe sei Gemini vielmehr Opfer eines Betrugs geworden, an dem der ehemalige Chief Operating Officer des Unternehmens und zwei Kunden beteiligt gewesen seien, die angeblich betrügerische Rückvergütungen von der Börse erhalten hätten.
Die CFTC und Gemini gaben an, die Aufseher hätten Gemini wegen angeblich irreführender Aussagen über die Integrität seines Bitcoin-Futures-Handelsgeschäfts untersucht, statt die Betrugsvorwürfe gegen das Unternehmen zu prüfen.
Die Eingabe behauptete weiter, die Aufsichtsbehörden hätten ihre Befugnisse während des laufenden Verfahrens missbräuchlich genutzt.
Dem Gerichtsdokument zufolge habe die CFTC Gemini mitgeteilt, dass ein neues Prognosemarkt-Produkt keine Zulassung erhalten würde, solange das Durchsetzungsverfahren aktiv sei.
Gemini erhielt später im Dezember 2025 die Zulassung für sein Prognosemarkt-Produkt, Gemini Titan.
Unklarheit über Rückerstattung der Strafe
Aus den Unterlagen ging nicht sofort hervor, ob Gemini die bereits im Rahmen der Einigung gezahlten 5 Millionen US-Dollar zurückerstattet werden.
Gemini gab am späten Mittwoch zunächst keine Stellungnahme auf Anfragen ab.
Die Winklevoss-Brüder spendeten jeweils 1 Million US-Dollar in Bitcoin an Trumps Wahlkampf 2024.
Politischer Hintergrund erhöht Aufmerksamkeit für den Fall
Die jüngste Entwicklung fällt in eine Phase breiterer Änderungen der Krypto-Regulierung unter der Trump-Administration.
Trumps ursprünglicher Kandidat für den Vorsitz der CFTC, Brian Quintenz, hatte Tyler Winklevoss im vergangenen Jahr beschuldigt, das Weiße Haus bedrängt zu haben, um seine Nominierung wegen der laufenden CFTC-Klage gegen Gemini zu verzögern.
Trump zog Quintenz’ Nominierung später zurück und nominierte stattdessen Michael Selig zum Vorsitzenden der Behörde.
Tyler und Cameron Winklevoss erregten erstmals öffentliches Aufsehen, als sie Mark Zuckerberg verklagten und ihm vorwarfen, ihre Idee für Facebook gestohlen zu haben.
Die Zwillinge einigten sich 2008 mit Zuckerberg durch eine Zahlung in bar und Aktien.
Die jüngste Gerichtsmitteilung markiert eine bedeutende Kehrtwende der CFTC und spiegelt den veränderten Ansatz der Behörde bei der Durchsetzung von Krypto-Vorschriften unter der Trump-Administration wider.
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