Frankreich bleibt Europas Nr. 1 für Auslandsdirektinvestitionen – vor UK und Deutschland

Frankreich bleibt Europas Nr. 1 für Auslandsdirektinvestitionen – vor UK und Deutschland
Sayantan Sarkar
03. Juni 2026, 08:59 AM

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Frankreich: FDI‑Gewinner

Kauf: VINCI (DG) und Schneider Electric (SU). Frankreich ist Europas führendes FDI‑Ziel (852 Projekte im Jahr 2025) und wirbt mit rekordverdächtigen zugesagten Investitionen in Höhe von €93 Mrd., die die CAPEX für Verkehrs‑infrastruktur und industrielle Elektrifizierung ankurbeln sollten — direkte Nachfrage nach VINCIs Bau‑/Transportleistungen sowie nach Netz-, Automatisierungs‑ und Energieeffizienz‑Aufrüstungen von Schneider im Zusammenhang mit neuen Fabriken und Forschungsstandorten. Hauptrisiko: Ein starker Einbruch bei der Umwandlung angekündigter Projekte in reale Ausgaben (Anreize schlagen nicht an oder makro-/geopolitische Faktoren verzögern CAPEX), wodurch die Auftragssichtbarkeit leidet.

Kernrisiko: Angekündigte FDI‑Projekte werden nicht in tatsächliche Bau‑ und Ausrüstungsinvestitionen umgesetzt.

Deutschland: schwacher CAPEX‑Zyklus

Verkauf: Siemens (SIE). Die Zahl der ausländischen Investitionsprojekte in Deutschland ist gegenüber 2019 um 44 % gesunken und auf dem niedrigsten Stand seit 2009; hohe Energiekosten und regulatorische Komplexität schrecken neue Werke und Erweiterungen ab. Diese Mischung ist ein Gegenwind für die Nachfrage nach industrieller Automatisierung und Elektrifizierung von Siemens, insbesondere dort, wo neue Kundenausgaben (CAPEX) der Treiber sind. Hauptrisiko: Deutschland behebt die strukturellen Probleme (Energie/Regulierung) rasch und die ausländischen Investitionen erholen sich, wodurch das industrielle Auftragswachstum wieder anzieht.

Kernrisiko: Der Investitionsrückgang in Deutschland kehrt sich um und die industrielle CAPEX‑Nachfrage erholt sich.

  • Frankreich zog 2025 852 FDI‑Projekte an und stand an der Spitze in Europa.
  • Das Vereinigte Königreich auf Platz zwei mit 730, Deutschland auf Platz drei mit 548 Projekten.
  • Europa verzeichnet den niedrigsten Wert bei Auslandsinvestitionen seit 11 Jahren.

Frankreich hat laut der neuesten EY Europe Attractiveness Survey seine Position als führendes Ziel für Auslandsdirektinvestitionsprojekte in Europa behauptet. 

Das Land verzeichnete 2025 852 neue Investitionsprojekte und lag damit weit vor seinen engsten Konkurrenten, obwohl die Gesamtzahl der Projekte in Europa auf den niedrigsten Stand seit 11 Jahren sank, wie die Studie in einem Euronews-Bericht berichtete.

Ausländische Investitionen gelten weithin als wichtiger Motor für Wirtschaftswachstum, Innovation und Beschäftigung. 

Regierungen im gesamten Kontinent konkurrieren mit Anreizen, Steuervergünstigungen und hochkarätigen Gipfeltreffen aggressiv darum, internationale Unternehmen anzulocken.

Frankreich baut Vorsprung mit der „Choose France“-Initiative aus

Präsident Emmanuel Macrons „Choose France“-Kampagne, die 2018 gestartet wurde, zeigt weiterhin Wirkung. Auf dem diesjährigen Gipfel kündigte Macron an, dass ausländische Unternehmen Investitionen in Rekordhöhe von €93 Mrd. zugesagt hätten.

Trotz eines Rückgangs um 17 % bei neuen Projekten auf 852 im Jahr 2025 behielt Frankreich den Spitzenplatz souverän. Das Land hat sich erfolgreich als stabiler und attraktiver Standort für internationale Investoren positioniert.

Quelle: Euronews

Großbritannien und Deutschland folgen, während Investitionen in Europa nachlassen

Das Vereinigte Königreich belegte 2025 mit 730 Projekten den zweiten Platz, ein Rückgang von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Deutschland lag mit 548 Projekten auf dem dritten Platz, ein Rückgang um 10 % und der niedrigste Stand seit 2009.

Der langfristige Trend für Deutschland ist besonders besorgniserregend. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Auslandsinvestitionsprojekte um 44 % eingebrochen, ein stärkerer Rückgang als in Frankreich (-28 %) oder im Vereinigten Königreich (-34 %).

Europa verzeichnete insgesamt 2025 5.026 neue Investitionsprojekte, ein Rückgang um 7 % gegenüber 2024.

Das war der niedrigste Jahreswert seit 11 Jahren und spiegelt breitere wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und ein langsameres globales Wachstum wider.

Warum Frankreich weiterhin vorne liegt

Analysten führen die Widerstandsfähigkeit Frankreichs auf proaktive Regierungspolitik, Verbesserungen im Geschäfts- und Reformumfeld sowie seine zentrale Position in der Europäischen Union zurück.

Die „Choose France“-Initiative hat dem Land geholfen, sich durch maßgeschneiderte Anreize und hochrangigen Dialog mit Investoren hervorzuheben.

Demgegenüber steht Deutschland weiterhin vor Herausforderungen wie hohen Energiekosten, regulatorischer Komplexität und schwächerer Binnennachfrage, die offenbar einige ausländische Investoren abschrecken.

Das Vereinigte Königreich profitierte in bestimmten Sektoren von post-Brexit-Flexibilität, steht jedoch weiterhin unter Gegenwind durch Arbeitskräftemangel und Handelsreibungen.

Weitere Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas

Die EY-Studie erfasst tatsächlich angekündigte Investitionsprojekte und nicht Kapitalflüsse, wodurch ein klareres Bild der realen wirtschaftlichen Aktivität vor Ort entsteht. 

Diese Projekte umfassen typischerweise neue Fabriken, Forschungszentren und Erweiterungen, die direkte Arbeitsplätze schaffen und Lieferketten stärken.

Der allgemeine Rückgang der Projekte in ganz Europa signalisiert wachsende Schwierigkeiten, ausländisches Kapital anzuziehen, zu einer Zeit, in der viele Volkswirtschaften Wachstum und Innovation fördern wollen.

Der Wettbewerb durch die Vereinigten Staaten, Asien und Schwellenmärkte bleibt intensiv.

Ausblick für 2026

Da die globalen Wirtschaftsaussichten weiterhin unsicher sind, wird erwartet, dass europäische Staaten ihre Bemühungen zur Anziehung ausländischer Investitionen verstärken. 

Frankreich scheint gut positioniert, um seinen Vorsprung zu verteidigen, während das Vereinigte Königreich und Deutschland strukturelle Probleme angehen müssen, um wieder an Fahrt zu gewinnen.

Während Regierungen neue Anreize und politische Maßnahmen vorbereiten, dürfte der Wettstreit um ausländische Investitionsprojekte 2026 weiter an Intensität zunehmen. 

Erfolge in diesem Bereich könnten für Europas wirtschaftliche Erholung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sein.