SpaceX-IPO steht vor Hindernis: Morningstar sieht 970 Mrd. USD Lücke

SpaceX-IPO steht vor Hindernis: Morningstar sieht 970 Mrd. USD Lücke
Devesh Kumar
03. Juni 2026, 12:40 PM

Unterstützt von

Invezz
SPCX (SpaceX-IPO) Short-Position

SPCX im Zuge des IPO‑Hypes verkaufen/shorten. Morningstars Fair Value liegt bei rund 780 Mrd. US‑Dollar gegenüber SpaceX’ Ziel von rund 1,75 Billionen US‑Dollar — nahezu eine 2x‑Bewertungslücke. Die These: Frühe Euphorie (begrenzter Free Float + großes Underwriting) treibt einen kurzfristigen Ausbruch, aber die Aktie wird neu bewertet, sobald Anleger Nachweise in Bezug auf Starts/Starlink, KI (xAI/Grok) und orbitale Rechenzentren verlangen.

Kernrisiko: SpaceX übertrifft unmittelbar nach dem IPO die Erwartungen (starke Prognosen/Kennzahlen) und der Markt akzeptiert die Bewertung von 1,75 Billionen US‑Dollar, wodurch Short‑Positionen unter Druck geraten.

Exponierung in Starlink/Raketenstarts über öffentliche Vergleichsunternehmen (Bargeld halten oder nach Re‑Rating kaufen)

Nicht hinterherlaufen; nur nach dem ersten Re‑Rating nach dem IPO kaufen. Ausgangslage: Morningstars Bewertungs‑Kritik konzentriert sich auf Starlink (Kapazität/Leistung/Frequenz) sowie auf spekulative KI‑ und orbitale Rechenzentren. Wenn der Markt diese Säulen nach unten umpreist, verringert sich das ‚SpaceX‑Premium‘ und es entstehen bessere Einstiegsniveaus.

Kernrisiko: Starlink‑Fundamentaldaten entwickeln sich schneller als erwartet (Kapazität, Leistung, Preisgestaltung, Regulierung), wodurch das Premium intakt bleibt und ein bedeutendes Re‑Rating verhindert wird.

  • Morningstar bewertet SpaceX mit 780 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Ziel von 1,75 Billionen US-Dollar.
  • Analyst sieht eine Lücke von 970 Mrd. US-Dollar zwischen Preiserwartungen und Wert.
  • Morningstar hinterfragt die Annahmen zu KI und orbitaler Datenverarbeitung im IPO‑Szenario.

SpaceX bereitet sich auf einen Börsengang vor, wie ihn die Wall Street nur selten erlebt: eine geplante 75 Milliarden USD (ca. 65,4 Milliarden €) Kapitalerhöhung, eine Notierung am Nasdaq am 12. Juni und eine Zielbewertung von 1,75 Billionen US-Dollar.

Es ist die Art von Zahl, die einen Börsengang zum Spektakel macht, doch gerade als die Roadshow beginnt, hat Morningstar eine deutlich kühlere Zahl auf den Tisch gelegt.

Morningstars Schätzung des fairen Werts von SpaceX liegt bei 780 Milliarden USD (ca. 680,4 Milliarden €), was eine Bewertungslücke von fast 970 Milliarden USD (ca. 846,1 Milliarden €) ergibt.

SpaceX-IPO: Diskrepanz in Billionenhöhe

Der Gegensatz ist einfach zu verstehen.

SpaceX möchte, dass öffentliche Investoren das Unternehmen mit 1,75 Billionen US-Dollar bewerten. Morningstar hält es für 780 Milliarden USD (ca. 680,4 Milliarden €).

Die Differenz ist größer als die Marktkapitalisierung vieler der größten börsennotierten Unternehmen der Welt.

Diese 970 Milliarden USD (ca. 846,1 Milliarden €) Lücke macht die Research-Notiz so bemerkenswert, da es sich nicht um eine geringe Meinungsverschiedenheit über einen Aufschlag handelt.

Eine unabhängige Researchfirma sagt damit, dass der Markt heute möglicherweise fast das Doppelte dessen bezahlt, was das Unternehmen wert ist.

Der Kontrast wirkt noch schärfer, weil die Begeisterung im Privatmarkt bereits groß war.

SpaceX wurde zuletzt auf der Sekundärhandelsplattform Forge Global mit 1,5 Billionen USD (ca. 1,3 Billionen €) bewertet.

Das IPO-Ziel würde diese Zahl noch weiter nach oben treiben, obwohl das Unternehmen Investoren weiterhin darum bittet, eine lange Liste künftiger Technologien mitzufinanzieren.

Nicolas Owens, Aktienanalyst bei Morningstar, brachte die Sorge deutlich auf den Punkt.

„Wir sind der Ansicht, dass das Unternehmen deutlich überbewertet ist, und Anleger werden nach dem Börsengang Gelegenheiten haben, die Aktie auf attraktiveren Niveaus zu kaufen.“

Das bedeutet nicht, dass Morningstar SpaceX für ein schwaches Unternehmen hält. Vielmehr trennt die Firma ein großartiges Unternehmen von einem hohen Preis.

Lesen Sie auch: 5 Dinge, die Sie vor dem Kauf der SpaceX-IPO wissen sollten

Drei Geschäftsbereiche, drei Fragezeichen

Morningstars Vorsicht ergibt sich aus der Bewertung von SpaceX über seine drei großen Geschäftssäulen.

Die erste Säule ist das Kerngeschäft: Raketenstarts und Starlink. Diesen Teil verstehen Anleger am besten.

SpaceX hat die Wirtschaftlichkeit von Raketenstarts durch wiederverwendbare Raketen verändert, während Starlink zum sichtbarsten Konsumenten- und Konnektivitätsgeschäft des Unternehmens geworden ist.

Owens' Modell bewertet die Start- und Starlink‑Geschäfte mit etwa 611 Milliarden USD (ca. 533 Milliarden €), was nach jedem üblichen Maß enorm ist.

Doch selbst dort sieht Morningstar Grenzen. Starlink steht weiterhin vor technologischen Hürden, darunter Satellitenkapazität, Netzwerkleistung, Regelungen zum Frequenzspektrum und Wettbewerb im Breitbandmarkt.

Die zweite Säule ist künstliche Intelligenz, einschließlich xAI und Grok. Hier wird die Geschichte spekulativer.

SpaceX hat einen Teil seines Zukunftsversprechens an Machine‑Learning‑Infrastruktur und Musks breiteres Technologie‑Ökosystem geknüpft.

Morningstar schließt die Chance nicht völlig aus und weist etwa 170 Milliarden USD (ca. 148,3 Milliarden €) wahrscheinlichkeitsgewichteten Ergebnissen zu, die mit dem KI‑Geschäft verbunden sind.

Die Vorsicht besteht darin, dass die ökonomischen Grundlagen noch unklar sind. OpenAI, Anthropic und andere Labore kämpfen bereits um Talente, Kunden, Rechenleistung und Kapital.

Owens brachte es unmissverständlich auf den Punkt: „Wir sehen Grok heute nicht als eines der führenden KI‑Labore.“

Die dritte Säule ist am futuristischsten: orbitale Rechenzentren. Die Idee ist gewagt und passt zu Musks Ruf, Investoren weit in die Zukunft blicken zu lassen.

Für Morningstar ist das genau das Problem. Raumgestützte Rechenleistung ist in kommerziellem Maßstab noch nicht bewiesen, und ein wesentlicher Teil der KI‑Bewertung hängt von Technologie ab, die noch nicht entwickelt wurde.

Lesen Sie auch: Wie man 2026 vor dem IPO in SpaceX investiert

Kurzfristiger Anstieg, langfristige Vorsicht

Morningstar erwartet keinen sofortigen Flop; die Firma geht davon aus, dass SpaceX‑Aktien kurzfristig steigen könnten, weil der frei handelbare Anteil begrenzt ist und die Anlegernachfrage hoch ist.

Goldman Sachs, Morgan Stanley, BofA Securities, Citigroup und J.P. Morgan gehören zu den Großbanken, die das Geschäft zeichnen. Ihre Präsenz signalisiert, dass große Institutionen die Notierung ernst nehmen.

Die Roadshow beginnt am 4. Juni; der Handel soll am 12. Juni am Nasdaq unter dem Ticker SPCX starten.

SpaceX ist zudem kein typischer IPO‑Kandidat. Es hat eine dominante Marktstellung im Bereich Raketenstarts, ein riesiges Satellitennetz, eine starke Basis von Privatanlegern und einen der bekanntesten Gründer im globalen Geschäft.

Aber Owens warnt, dass die Aufregung um eine historische Notierung eine schlechte Sicherheitsmarge schaffen kann.

Sobald die erste Nachfragespitze abflaut und der Markt beginnt, die Quartalszahlen zu beurteilen, muss die Aktie womöglich beweisen, dass der Traum von 1,75 Billionen US‑Dollar mehr ist als ein Musk‑Premium.