Wie geht es mit Nvidia-Aktie weiter? Goldman Sachs nennt wichtigen Wachstumstreiber

Wie geht es mit Nvidia-Aktie weiter? Goldman Sachs nennt wichtigen Wachstumstreiber
Devesh Kumar
03. Juni 2026, 09:47 AM

Unterstützt von

Invezz
NVDA

NVDA kaufen. Die Computex bestätigte zwei Faktoren, für die der Markt zahlt: (1) Sichtbarkeit der Capex‑Pläne der Hyperscaler bis 2027 und (2) der Hochlauf von Nvidias Full‑Stack‑„AI factory“ (Vera Rubin in NVL72‑Racks). Das stützt eine anhaltende Nachfrage über Einzelchip‑Zyklen hinaus und erhält Nvidias Kosten/Performance‑Burggraben gegenüber AMD/anderen. Schlüsselrisiko: Hyperscaler kürzen oder verschieben die Datacenter‑Capex für 2027 und unterbrechen damit den durch Sichtbarkeit gestützten Earnings‑Katalysatorpfad.

Kernrisiko: Hyperscaler verzögern/kürzen die Datacenter‑Capex 2027, wodurch die auf Sichtbarkeit basierende Nachfragethese zusammenbricht.

Verbreitung von ARM‑PCs

NVDA‑Engagement über das NVDA‑ + Microsoft‑Ökosystem: NVDA kaufen und mit MSFT kombinieren. Der RTX Spark‑Vorstoß plus Microsofts Vorstoß für Windows on ARM ist ein zweiter Hebel: mehr lokale KI‑Rechenleistung treibt eine breitere Nutzung von Nvidias PC‑Plattform, nicht nur Rechenzentrumsumsätze. Falls Windows on ARM endlich an Bedeutung gewinnt, kann Nvidia in eine margenstärkere PC‑Rechenschicht expandieren und das Wachstum diversifizieren. Schlüsselrisiko: Die Akzeptanz von Windows on ARM bleibt schwach, sodass RTX Spark nicht zu signifikantem Stückzahlenwachstum führt.

Kernrisiko: Windows on ARM schafft es nicht, echte Traktion zu gewinnen, sodass RTX Spark weder PC‑Absätze noch Margen nennenswert beeinflusst.

  • Goldman Sachs bekräftigt Buy‑Empfehlung und Kursziel von 285 US‑Dollar für Nvidia.
  • RTX Spark erweitert Nvidias Reichweite über den Kernmarkt der Rechenzentren hinaus.
  • Die KI‑Ausgaben der Hyperscaler bleiben ein zentraler Treiber des langfristigen Wachstums.

Nvidias jüngster Auftritt auf der Computex gab der Wall Street einen weiteren Grund, beim weltweit wertvollsten Chiphersteller optimistisch zu bleiben.

CEO Jensen Huang nutzte die Bühne in Taipeh, um Nvidia NASDAQ:NVDA stärker in Personal Computer, Rechenzentren und vollumfängliche Machine‑Learning‑Infrastruktur zu bringen.

James Schneider, Analyst bei Goldman Sachs, verfolgte die Veranstaltung genau.

Nach der Keynote bekräftigte er seine Buy‑Einschätzung und das Kursziel von 285 US-Dollar und sagte, die Aktie habe weiterhin einen „positiven Katalysatorpfad“ bis 2027 und darüber hinaus.

Die Nvidia‑Aktie gab am Dienstag um 0,69 % nach, liegt aber seit Jahresbeginn weiterhin rund 18 % im Plus, was das anhaltende Anlegervertrauen in die KI‑getriebene Wachstumsstory des Unternehmens widerspiegelt.

Von KI‑Chips bis zum PC: Nvidias bisher kühnste Wette

Der auffälligste Teil von Nvidias Computex Update war der Vorstoß in den Markt für Premium‑PC‑Chips.

Nvidia stellte RTX Spark vor, eine Plattform, die leistungsfähigere lokale Rechenleistung für Laptops und Desktops bringen soll.

Für Alltagsnutzer ist das wichtig, weil fortschrittlichere Tools direkt auf dem Gerät laufen könnten, statt sich vollständig auf die Cloud zu verlassen.

Für Anleger ist das relevant, weil es Nvidia die Chance gibt, über den Zyklus der Rechenzentren hinaus zu wachsen, der den Großteil des jüngsten Wachstums antreibt.

Schneider sagte, Nvidias Vorstoß zusammen mit Microsoft könne die Akzeptanz von Windows on ARM beschleunigen, einem Markt, der sich trotz jahrelanger Branchenanstrengungen nur schwer durchsetzen konnte.

Nvidia ist seit langem vor allem für Grafikprozessoren und Beschleuniger für Rechenzentren bekannt.

Ein ernsthafter Vorstoß in den PC‑Bereich rückt das Unternehmen näher an Intel, AMD, Qualcomm und Apple in einem Markt, in dem Premiumgeräte nach wie vor hohe Margen erzielen.

Hyperscaler investieren kräftig

Der größere Treiber bleibt weiterhin die Cloud‑Ausgaben.

Hyperscaler, also große Cloud‑Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft, stecken große Summen in Rechenzentren, Netzwerkausrüstung und beschleunigte Rechensysteme.

Diese Ausgaben sind zentral für Goldmans Nvidia‑These.

Schneiders zentrale Aussage ist, dass eine bessere Sichtbarkeit der Investitionspläne (Capex) für 2027 der nächste große Katalysator für die Aktie sein könnte.

Auch Nvidias Vera Rubin‑Plattform ist zentral für dieses Argument. Huang sagte, Vera Rubin laufe in die Vollproduktion hoch, mit Systemen rund um NVL72‑Racks, Vera‑CPUs und einem breiteren „AI factory“‑Stack.

Einfach gesagt verkauft Nvidia nicht nur einzelne Chips. Es verkauft zunehmend das komplette System, das Cloud‑Anbieter benötigen, um fortgeschrittene Modelle in großem Maßstab zu trainieren und zu betreiben.

Diese Full‑Stack‑Position sieht Goldman als Nvidias Burggraben.

Schneider hob die Performance und Kostenführerschaft des Unternehmens im Rechenzentrumsbereich als entscheidenden Vorteil gegenüber Wettbewerbern hervor.

Für Großkunden ist der billigste Chip nicht immer die beste Option, da Stromverbrauch, Geschwindigkeit, Netzwerk, Software und Bereitstellungszeit alle die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

Nvidia‑Aktie: Was die Zahlen sagen

Goldmans Kursziel von 285 US‑Dollar ist optimistisch, liegt aber nicht am oberen Ende der Street.

Der breitere Analystenkonsens liegt bei rund 310 US‑Dollar, mit einer Einstufung 'Strong Buy', gestützt auf 38 Buy‑, eine Hold‑ und eine Sell‑Empfehlung.

Goldmans Schätzungen liegen ebenfalls deutlich über dem Konsens; frühere Berichte zeigten, dass seine 2027‑Prognosen 34 % über den Erwartungen der Wall Street liegen.

Diese Lücke ist wichtig, da sie darauf hindeutet, dass Goldman in Nvidias nächstem Produktzyklus mehr Gewinnpotenzial sieht, als der Markt bisher eingepreist hat.

All dies beseitigt nicht das Risiko einer Kurskorrektur, da Nvidias Bewertung weiterhin von sehr hohem Wachstum abhängt.

Aber Goldman ist nicht allein mit seiner Einschätzung von weiterem Aufwärtspotenzial. Die nächsten Monate könnten zeigen, ob die Rallye an Schwung verliert oder ob Nvidias nächste Aufwärtsbewegung gerade erst beginnt.