Airbus steigt nach €5‑Mrd.-Rückkauf und 2029-Ziel — Analysten sehen Potenzial
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Airbus kaufen. Der €5‑Mrd.-Rückkauf plus eine nahezu Verdoppelung des bereinigten EBIT auf €12–€13 Mrd. bis 2029 signalisiert Vertrauen des Managements und sollte das Ergebnis je Aktie (EPS) heben, selbst wenn das Wachstum nur „gut“ und nicht perfekt ausfällt. Die Entspannung in der Lieferkette zeigt sich bereits in den Auslieferungen (+15% im ersten Halbjahr) und das Unternehmen hält seine Produktionsziele (A320‑Familie 70–75/Monat bis Ende nächsten Jahres).
Kernrisiko: Rückkehr oder Verschärfung von Lieferkettenproblemen, die zu langsameren Auslieferungen und Margendruck führen und das EBIT‑Ziel für 2029 unerreichbar machen.
Airbus gezielt wegen des Kapitalrückfluss-Impulses kaufen: Ein großer, zeitlich befristeter €5‑Mrd.-Rückkauf stützt die Aktie typischerweise durch Volatilität und kann eine Vorziehung der Bewertungsanpassung bewirken. Kombiniert man dies mit der am Markt noch vorsichtigen Haltung (Aktie nur ~5% YTD) gegenüber der neuen, höheren Profitabilitäts-Roadmap, kann diese Lücke geschlossen werden, wenn Anleger die Cashgenerierung umpreisieren.
Kernrisiko: Der Rückkauf wird wegen Liquiditätsbedarf (z. B. Kostenüberschreitungen, Restrukturierung oder schwächere Nachfrage) verzögert oder verkleinert, wodurch die Unterstützung für den Aktienkurs reduziert wird.
- Airbus-Aktie stieg 7% nach €5‑Mrd.-Rückkauf und höheren 2029-Zielen.
- Airbus erwartet, dass das bereinigte EBIT bis 2029 deutlich ansteigt.
- Analysten unterstützten den Ausblick, da Auslieferungen steigen und Lieferdruck nachlässt.
Die Airbus-Aktie schoss am Mittwoch um mehr als 7% nach oben, nachdem der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ein Aktienrückkaufprogramm über €5 Milliarden ($5.7 billion) vorgestellt und ehrgeizige mittel- bis langfristige Finanzziele vorgelegt hatte. Dies stärkte das Vertrauen der Anleger, dass sich die Lockerung der Lieferkettenengpässe und die anhaltende Nachfrage nach Verkehrs- und Militärflugzeugen als Treiber für die nächste Wachstumsphase des Unternehmens erweisen werden.
Die Bekanntgabe erfolgte zusammen mit einer neuen Profitabilitäts-Roadmap, nach der Airbus erwartet, dass das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), sein bevorzugtes Maß für die Profitabilität, bis 2029 auf zwischen €12 Milliarden und €13 Milliarden ansteigt – fast das Doppelte des Vorjahreswerts von €7,13 Milliarden und deutlich über dem bisherigen Ziel für 2026 von €7,5 Milliarden.
Der optimistische Ausblick beflügelte die in Paris gelistete Aktie, die in diesem Jahr bislang nur um etwa 5% gestiegen war und zuvor durch Lieferkettenstörungen belastet wurde.
Rückkauf und höhere Gewinnziele überzeugen Anleger
Das €5-Milliarden-Rückkaufprogramm galt als einer der größten Pluspunkte für Anleger, da es das Vertrauen des Managements in die langfristige Cashgenerierung von Airbus signalisiert.
„Die positive Überraschung kam jedoch mit dem €5‑Milliarden-Dreijahres-Aktienrückkauf“, schrieb Christophe Menard, Analyst bei Deutsche Bank, in einer Mitteilung an Investoren.
Auch JP Morgan begrüßte die Ankündigung und erklärte, Airbus habe die wichtigsten Faktoren geliefert, die Anleger für eine Rally der Aktie erwartet hatten.
Die Investmentbank merkte an, dass einige Aktionäre möglicherweise ein größeres Rückkaufvolumen gehofft hätten, doch sende das Programm dennoch ein starkes Signal, dass das Management den Aktionärsrenditen verpflichtet bleibt und künftig weitere Kapitalausschüttungen in Betracht ziehen könnte.
Airbus teilte mit, dass allein die Sparte Verkehrsflugzeuge bis 2029 voraussichtlich rund €10 Milliarden operatives Ergebnis (Operating Profit) erwirtschaften wird, da die globale Nachfrage der Fluggesellschaften das Produktionswachstum weiter stützt.
Lieferungen erholen sich, da Lieferketten-Druck nachlässt
Der verbesserte Ausblick des Unternehmens folgt auf einen schwierigen Jahresbeginn, der durch Triebwerksknappheit und breitere Engpässe in der Lieferkette verursacht worden war.
Seitdem haben sich die Auslieferungen deutlich beschleunigt.
Airbus lieferte in den ersten sechs Monaten des Jahres 351 Verkehrsflugzeuge aus, was einem Anstieg von 15% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.
Der Hersteller hielt seine Prognose aufrecht, in 2026 rund 870 Verkehrsflugzeuge auszuliefern, was ein Wachstum von ungefähr 10% gegenüber dem Vorjahr impliziert.
Chief Executive Guillaume Faury sagte, die Lieferkettensituation habe sich erheblich verbessert, wenngleich weiterhin Herausforderungen bestehen.
„Wir haben die Lieferkette in einem deutlich besseren Zustand. Hier und da haben wir noch Probleme, die wahrscheinlich weiterbestehen werden, wenn wir die Produktion weiter hochfahren, aber insgesamt steht sie weit besser da als in den Jahren nach COVID“, sagte Faury gegenüber Journalisten.
Das Unternehmen bekräftigte außerdem seine langfristigen Produktionspläne und peilt bis Ende nächsten Jahres eine monatliche Produktion von 70 bis 75 Flugzeugen der A320-Familie an, 13 A220 pro Monat bis 2028, fünf A330 pro Monat in 2029 und 12 A350 Großraumflugzeuge pro Monat bis 2028.
Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial
Mehrere Broker argumentierten, die neuen Finanzziele von Airbus könnten weiterhin konservativ sein.
Analysten von Jefferies und Citi erklärten, die anhaltend starke Nachfrage nach Großraumflugzeugen und die sich verbessernden Aussichten für das Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft, teilweise gestützt durch höhere deutsche Verteidigungsausgaben, könnten zusätzliche Gewinnpotenziale über die derzeitigen Prognosen hinaus liefern.
Jefferies fügte hinzu, dass zwar das jüngste Update von Airbus ermutigend sei, Investoren jedoch gerne sehen würden, dass sich die Verbesserungen in der Lieferkette in eine deutlichere Beschleunigung der Produktion umsetzen.
Auch Barclays bekräftigte am Mittwoch seine positive Einschätzung der Aktie.
Analystin Milene Kerner bekräftigte das Rating Buy mit einem Kursziel von €220, über dem derzeitigen Handelsniveau von rund €208.
Anfang des Monats hob Goldman Sachs sein 12‑Monats‑Kursziel auf €240 von zuvor €230 an und verwies auf Erwartungen einer Erholung bei den Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen, da Engpässe bei A320-Rumpfblechen nachlassen.
Die Bank verwies außerdem auf verzögerte Lieferungen an chinesische Kunden aus dem ersten Quartal, die voraussichtlich eine stärkere Performance im zweiten Quartal unterstützen werden.
Marktdaten zufolge hat Airbus derzeit unter Analysten eine Konsens-Einschätzung von Strong Buy, wobei das durchschnittliche Kursziel weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.
Die Kombination aus besseren Auslieferungen, nachlassenden Lieferkettenproblemen, höheren Aktionärsrenditen und ehrgeizigen langfristigen Gewinnzielen scheint Anlegern zu versichern, dass Airbus gut positioniert ist, um von der robusten Nachfrage sowohl im kommerziellen Luftverkehr als auch im Verteidigungsbereich zu profitieren.
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