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Credit Suisse: Ex-COO an Bespitzelung von Personalchef beteiligt

Credit Suisse: Ex-COO an Bespitzelung von Personalchef beteiligt
Michael Harris
25. Dez. 2019, 21:17 PM
  • Lsut Credit Suisse war der Ex-COO an der Bespitzelung des Personalchefs im Februar beteiligt.
  • Der Ex-COO hat in der vorangehenden Untersuchung zum Fall Iqbal Khan gelogen.
  • Der Ruf der Investmentbank ist durch die Spionagevorfälle erheblich beschädigt worden.
  • Die Credit Suisse konnte sich 2019 an der Börse bisher gut behaupten.

Bei der Schweizer Großbank Credit Suisse gab es in letzter Zeit wiederholt Bespitzelungsfälle. Nachdem gegen den CEO Tidjane Thiam und eine Reihe anderer Topmanager ermittelt worden war, gab das Finanzdienstleistungsunternehmen am Montag bekannt, dass das Team von den Vorwürfen freigesprochen worden sei.

Es wurde jedoch hinzugefügt, dass der Ex-COO, Pierre-Olivier Bouee, in die Bespitzelung des Ex-Personalchefs, Peter Goerke, verwickelt gewesen sei. Der Vorfall ereignete sich im Februar und wurde vom ehemaligen COO bis letzte Woche vertuscht, als eine lokale Zeitung den Vorfall öffentlich machte. 

Der Ruf der Credit Suisse ist durch die Spionagevorfälle stark geschädigt

Die jüngsten Nachrichten lassen erneute Fragen aufkommen, nachdem der Ruf der Credit Suisse durch einen ähnlichen Vorfall um den Chef des Vermögensverwaltungsgeschäfts, Iqbal Khan, stark geschädigt wurde. Die Schweizer Bank hatte seinerzeit behauptet, dass es sich dabei um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe.

Der CS-Präsident Urs Rohner kommentierte die Nachricht und brachte seine Enttäuschung über die Spionagevorfälle zum Ausdruck, die, wie er einräumte, dem Ruf der Bank stark geschadet hätten. Die Vorfälle seien unentschuldbar und es werde streng gegen die Beteiligten vorgegangen. Der Bankpräsident merkte auch an, dass es für den Finanzdienstleister sehr besorgniserregend sei, dass die Beschattung von Peter Goerke in der früheren Untersuchung vertuscht wurde.

Khan wurde zusammen mit seiner Frau von einem Privatdetektiv in Zürich ausspioniert, woraufhin die örtliche Anwaltskanzlei Homburger eine Untersuchung der Bespitzelung  Khans durchführte. Der Vorfall wurde im September 2019 öffentlich gemacht und die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass der seinerzeitige COO der Bank und der Sicherheitschef für das Vergehen verantwortlich gewesen seien. Hinweise auf einen weiteren Vorfall wurden damals nicht entdeckt.

Der Vorfall führte zur Entlassung der beiden Mitarbeiter.

Ex-COO Bouee hatte in der früheren Untersuchung gelogen

Die von derselben Anwaltskanzlei durchgeführte Untersuchung der Beschattung Goerkes zeigte jedoch auf, dass Bouee in der früheren Untersuchung gelogen hatte, als er wegen möglicher ähnlicher Bespitzelungsaufträge untersucht wurde. Der Manager hatte zudem Vorkehrungen getroffen, um die Behörden daran zu hindern, Beweise zu solchen zu finden. 

Trotz der strafrechtlichen Ermittlungen ist es der Schweizer Bank bisher gelungen, Stärke an der Börse zu demonstrieren. Die Aktie des Unternehmens startete im Januar mit 10,84 CHF ins Jahr. Im April wurden die Aktien bei bis zu 13,81 CHF gehandelt. Auch wenn die Aktie in den Folgemonaten unter das Anfangsniveau fiel, konnte das Finanzdienstleistungsunternehmen mit einem aktuellen Kurs von 13,09 CHF wieder aufholen.