Invezz

Das ZEW zeigt im März einen massiven Rückgang der deutschen Wirtschaftsstimmung

Das ZEW zeigt im März einen massiven Rückgang der deutschen Wirtschaftsstimmung
Wajeeh Khan
18. März 2020, 12:29 PM
  • Das ZEW zeigt im März einen massiven Rückgang der deutschen Wirtschaftsstimmung.
  • Die deutsche Wirtschaftsstimmung sinkt im März auf -49,5 gegenüber -29,7 erwartet.
  • Die Bundesregierung erwartet für 2020 einen massiven Rückgang der Wirtschaft.

Zew hat am Dienstag seinen Monatsbericht zur deutschen Wirtschaftsstimmung veröffentlicht. Die Daten zeigten eine erhebliche Zurückhaltung bei deutschen Investoren im März. Experten zufolge hat die Coronavirus-Pandemie die deutsche Wirtschaftsstimmung im März stark belastet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Europa letzte Woche als Epizentrum des Coronavirus eingestuft und betont, dass die Übertragungsrate in Europa viel höher war als in China auf ihrem Höhepunkt.

Das ZEW-Forschungsinstitut sagte in seinem Monatsbericht, dass der deutsche Wirtschaftsstimmungsindex im März massiv auf -49,5 gesunken sei. Im Februar wurde der Index bei +8,7 notiert. Aufgrund der Coronavirus-Krise hatten Analysten erwartet, dass die Wirtschaftsstimmung im März schrumpfen würde, aber der Rückgang dürfte auf einem deutlich besseren Wert von -29,7 begrenzt bleiben.

Die deutsche Wirtschaftsstimmung fiel auf das Niveau von 2008

Die Lesung im März wurde als die schlechteste seit 2008 eingestuft, als sich die globale Finanzkrise in der Anfangsphase befand. Der Rückgang der deutschen Wirtschaftsstimmung im März war auch der stärkste seit 1991, als die Aufzeichnung begann.

Laut Präsident Achim Wambach von Zew befindet sich die deutsche Wirtschaft derzeit in der roten Zone. Die Finanzexperten prognostizierten für das erste Quartal 2020 einen weiteren Rückgang der deutschen Wirtschaft. Für den Fall, dass sich die Coronavirus-Pandemie verschlimmert, ist auch zu erwarten, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal weiter schrumpft.

Der Subindex, der auf die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage durch die Anleger abzielte, fiel im März ebenfalls auf -43,1 gegenüber -15,7 im Januar. Economist hatte den Subindex auf -30,0 in diesem Monat geschätzt.

Wambach bekräftigte in seinem Kommentar am Dienstag auch, dass die Anleger derzeit für 2020 einen Rückgang des realen BIP-Wachstums in Deutschland um rund 1,0% prognostizieren, der auf das sich rasch ausbreitende grippeähnliche Virus zurückzuführen ist.

Regierung erwartet für 2020 einen massiven Rückgang der deutschen Wirtschaft

Aufgrund des gesundheitlichen Notfalls hat die Bundesregierung kürzlich einen massiven Rückgang des BIP in diesem Jahr geschätzt, der voraussichtlich der schlimmste seit der globalen Finanzkrise von 2009 sein wird.

In seiner jüngsten Erklärung kündigte Volkswagen auch Pläne an, seine Produktionshäuser in Europa zu schließen, um die Verbreitung von Coronavirus zu minimieren. Der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt warnte auch davor, dass 2020 die finanzielle Leistung des Unternehmens NICHT beeinträchtigen dürfte.

Die Daten vom Dienstag deuten auch darauf hin, dass die Steuereinnahmen gesenkt werden müssen. Von der Bundesregierung wird auch erwartet, dass sie die Ausgaben verbessert, um Unternehmen zu unterstützen und übermäßigen Stellenabbau zu vermeiden.

EUR / USD blieb am Dienstag volatil und fiel von einem Tageshoch von 1,1175 auf ein Tief von 1,0955.