US-Dollar stürzt, Iran-Friedensdeal löst weltweite Risiko-Rallye aus

US-Dollar stürzt, Iran-Friedensdeal löst weltweite Risiko-Rallye aus
Devesh Kumar
15. Juni 2026, 08:23 AM

Unterstützt von

Invezz
AUDUSD – Long-Position

AUDUSD kaufen. Der Artikel zeigt eine Neuausrichtung weg von sicheren Anlagen: Öl-/geopolitische Prämie fällt (Brent -4%), Inflationsängste nehmen ab und die Risikobereitschaft kehrt zurück — genau zu dem Zeitpunkt, in dem der AUD tendenziell überdurchschnittlich performt. Die klarsten Nutznießer waren AUD und NZD, und die Bewegung steht im Zusammenhang mit der Wiederöffnung der Straße von Hormus, was das Energiesrisiko niedriger halten sollte.

Kernrisiko: Das Abkommen stockt oder die Wiederöffnung der Straße von Hormus verzögert sich, wodurch Öl- und geopolitische Risiken zurückkehren und die Nachfrage nach dem USD als sicherer Hafen wieder anzieht.

USDJPY – Short-Position

USDJPY verkaufen. Der Yen ist der Ausreißer, notiert nahe 160 und bleibt im Zuge der Risiko-Rally schwach. Da von der BOJ eine Zinserhöhung auf ~1% erwartet wird, die Märkte aber unsicher sind, ob sie nach Abklingen des Ölschocks deutlich genug vorgehen wird, kann USDJPY weiter nach oben driften, sofern Japan nicht interveniert oder entschlossener restriktiv agiert als erwartet.

Kernrisiko: Japan interveniert oder die BOJ signalisiert einen stärkeren, selbstbewussteren Straffungspfad, der die Yen-Schwäche schnell umkehrt.

  • US-Dollar schwächte sich, als Anleger wieder zu riskanteren Anlagen zurückkehrten.
  • Sinkende Ölpreise milderten Befürchtungen langfristiger globaler Inflationsrisiken.
  • Händler erwarten nun diese Woche die wichtigen geldpolitischen Entscheidungen von Fed, BOJ und RBA.

Der US-Dollar verlor am Montag etwas von seiner Attraktivität als sichere Zuflucht, als Anleger ein vorläufiges US-Iran-Friedensrahmenabkommen zum Anlass nahmen, wieder in Risikoaktiva zu investieren und die Inflationsgefahr durch Öl neu zu bewerten.

Der Dollarindex erreichte sein niedrigstes Niveau seit dem 5. Juni, bevor er sich in Asien bei rund 99.55 stabilisierte.

Der Euro stieg auf etwa $1.1601, das Pfund kletterte auf $1.3434, während auch der australische und der neuseeländische Dollar zulegten, da Händler Teile der während des Nahostkonflikts aufgebauten Absicherungspositionen auflösten.

Die Bewegung war kein umfassender Dollar-Abverkauf. Sie war eine Neuausrichtung.

Die Märkte wollen jedoch noch Gewissheit, dass die Straße von Hormus reibungslos wieder geöffnet werden kann, dass sich die Energieflüsse normalisieren und dass ungelöste Teile des Abkommens, einschließlich des iranischen Atomprogramms, den Waffenstillstand nicht untergraben, bevor er in der Schweiz formell unterzeichnet wird.

Nachfrage nach sicheren Häfen lässt nach

Das vorläufige Abkommen, das von US- und iranischen Vertretern angekündigt wurde, zielt darauf ab, den Krieg zu beenden, die US-Blockade iranischer Häfen aufzuheben und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, eine Route, die für den globalen Öl- und Gashandel zentral ist.

Das veränderte die Stimmung an den Märkten. Brent-Öl fiel um mehr als 4% auf knapp $83 pro Barrel, was die geopolitische Prämie verringerte, die den Dollar während des Konflikts gestützt hatte.

Niedrigere Energiepreise verringerten zudem die Befürchtung, dass Zentralbanken gezwungen wären, die Geldpolitik länger straff zu halten, um importierte Inflation einzudämmen.

Risikobehaftete Währungen waren die deutlichsten Nutznießer.

Der australische Dollar stieg um 0.6% auf $0.7079, während der Kiwi um 0.4% auf $0.5854 zulegte. Beide schneiden tendenziell besser ab, wenn Anleger sich wohler fühlen, zyklische Anlagen zu halten.

Yen bleibt nahe der Gefahrenzone

Der Yen blieb der Ausreißer und schwächte sich auf rund 160 je Dollar, ein Niveau, das Händler als heikel für die japanischen Behörden betrachten.

Tokio hat sich zuvor gegen ordnungswidrige Wechselkursbewegungen gewehrt, und die jüngste Schwäche hält das Interventionsrisiko aufrecht.

Der Druck auf den Yen spiegelt Japans eigene geldpolitische Ausgangslage wider.

Es wird erwartet, dass die Bank of Japan diese Woche die Zinsen auf 1% anhebt, doch Anleger beobachten auch, ob sie selbstbewusst genug auftritt, um nach Abklingen des Ölschocks weiter zu straffen.

Entscheidungen der Zentralbanken geben den Ton an

Die in dieser Woche anstehenden geldpolitischen Entscheidungen könnten bestimmen, ob der Dollar weiter fällt oder sich stabilisiert.

Von der Federal Reserve wird erwartet, die Zinsen unverändert zu lassen. Anleger richten den Fokus auf die erste Pressekonferenz des Vorsitzenden Kevin Warsh, um Hinweise zur Inflation und zu möglichen Schritten im Dezember zu erhalten.

Die Reserve Bank of Australia wird ebenfalls erwartet, auf 4.35% zu verbleiben, nach früheren Straffungen in diesem Jahr.

Für den Moment beruht die Dollar-Schwäche eher auf Erleichterung als auf Überzeugung.

Eine dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus würde die Risikobereitschaft stützen. Jede Verzögerung oder erneute Spannungen könnten die Nachfrage nach sicheren Häfen schnell wieder anziehen.