Die CFTC gibt eine seltene Warnung heraus, nachdem die Rohölpreise unter Null gesunken sind

Die CFTC gibt eine seltene Warnung heraus, nachdem die Rohölpreise unter Null gesunken sind
Written by:
Sundeep Goyal
30th Mai, 12:31
  • Die CFTC stellt den Teilnehmern an den Terminmärkten eine seltene Erinnerung an ihre Verpflichtungen aus
  • Der Brief zitiert das Fiasko vom 20. April, als die Ölpreise nach dem WTIC-Vertrag vom Mai negativ wurden
  • Alles in allem scheint eine Wiederholung des Vertrags vom Juni unwahrscheinlich

Die US-Rohstoffaufsichtsbehörde, die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), erinnerte die Marktteilnehmer am Mittwoch in einer seltenen und eher unverblümten Mahnung an das Risiko eines negativen Ölpreises. Der Ratgeber erinnerte sie auch an ihre Verantwortung für die Aufrechterhaltung eines geordneten Handels und einer geordneten Preisbildung bei Rohstoffen.

Das Schreiben der CFTC über Risikomanagement und Marktintegrität könnte auch als eine beispiellose und öffentliche Warnung an die Chicago Mercantile Exchange (CME), den Betreiber des WTI-Rohölterminkontrakts, ausgelegt werden. Es sei daran erinnert, dass sich der WTIC-Kontrakt vom Mai am 20. April bei minus 37,63 $ pro Barrel einpendelte, nachdem ein Überangebot an Rohöl auf knappe Lagerstätten gestoßen war.

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Der historische Vorstoß des Rohöls in den negativen Bereich löste Handelsturbulenzen aus und schickte Schockwellen durch die Energieindustrie.

Juni WTIC-Vertrag wird am Dienstag, den 19. Mai 2020 abgeschlossen

Die CFTC sagte in ihrer Mitarbeiterberatung 20-17 vom 13. Mai: „Wir geben diese Beratung im Gefolge der ungewöhnlich hohen Volatilität und der negativen Preisfestsetzung im Mai 2020 West Texas Intermediate (WTI), Light Sweet Crude Oil Terminkontrakt am 20. April“.

Die CFTC sorgte jedoch dafür, FT klarzustellen, dass sie keine negativen Ölpreise vorhersagte und dass die Bekanntmachung für alle Terminkontrakte galt, nicht nur für Öl.

CFTC zitiert Aufruhr von COVID-19

Die CFTC erklärte, dass die COVID-19-Pandemie und der daraus resultierende wirtschaftliche Abschwung zu „einer erheblich erhöhten Marktvolatilität in wichtigen Landwirtschafts-, Energie- und Finanzsektoren, einschließlich der von der Kommission regulierten Termine und Optionen auf Terminmärkten“ geführt habe.

„Die Auswirkungen fundamentaler und technischer Faktoren waren besonders akut bei Kontrakten, die eine physische Lieferung des zugrundeliegenden Rohstoffs vorsehen, wie die beispiellosen Preisbewegungen bei bestimmten Kontrakten gezeigt haben.“

CFTC’s Predigt zum Austausch

Die CFTC erinnerte die Börsen nachdrücklich an ihre Zuständigkeiten im Rahmen des Commodity Exchange Act. Dazu gehörte die Pflicht, Manipulationen, Preisverzerrungen und Unterbrechungen des Liefer- oder Barabrechnungsprozesses zu verhindern und die Konvergenz zwischen dem Vertragspreis und dem Preis der zugrunde liegenden Ware zu überwachen.

Die Börse muss auch „die Versorgung mit der Ware und ihre Angemessenheit zur Erfüllung der Lieferanforderungen überwachen und sich in gutem Glauben bemühen, Bedingungen zu lösen, die die Angemessenheit der Lieferungen oder des Lieferprozesses gefährden“.

Die „negative“ Warnung der CFTC auch an Makler und Clearingstellen

Der Brief sagte für Makler: „FCMs sollten sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass bestimmte Verträge eine erhebliche Preisvolatilität und möglicherweise eine negative Preisgestaltung erfahren könnten. Ein FCM mit Eigen- oder Kundenpositionen in einem solchen Terminkontrakt oder Optionen auf einen solchen Kontrakt sollte ihn sorgfältig überwachen, wenn er sich dem Verfallsdatum nähert“, um sicherzustellen, dass die Verpflichtungen erfüllt werden.

An die Clearingstellen: „Angesichts der jüngsten Ereignisse sollten sich die DCOs auf die Möglichkeit vorbereiten, dass es bei bestimmten Verträgen zu erheblichen Preisschwankungen kommen kann und dass eine negative Preisgestaltung möglich ist.“

Wie stehen die Chancen, dass der WTIC im Juni negativ wird?

Die Chancen, dass sich das Fiasko des Mai-Vertrages im Juni wiederholt, sind nach Ansicht des Rohstoffanalysten John Kemp von Reuters viel geringer. Händler sind nach wie vor nervös, was die Verfügbarkeit von Lagerbeständen bei Cushing betrifft, und das spiegelt sich in ihrer Terminpositionierung wider – sie verlagern ihre Positionen auf spätere Verfallsdaten wie Juli, August und September.

Außerdem haben sich die Preise in der vergangenen Woche in Erwartung einer Lockerung der Sperrzeiten und einer Zunahme der Zahl der Autofahrer stetig verbessert. Außerdem wurden ab 1. Mai Produktionskürzungen vorgenommen.

Alles in allem scheint die Bühne für einen geordneten Ablauf bereitet zu sein.

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