EUR/USD peilt 1,1500 an, da Investoren den Deadlock des Rettungsfonds herunterspielen

EUR/USD peilt 1,1500 an, da Investoren den Deadlock des Rettungsfonds herunterspielen
Crispus Nyaga
20. Juli 2020, 14:18 PM
  • EUR/USD stieg an, als Händler sich auf den Deadlock in Brüssel bezüglich des EU-Rettungsfonds konzentrierten.
  • Italien und Spanien waren mit den neuen Vorschlägen der "sparsamen vier Staaten" nicht einverstanden.
  • Das Paar handelt bei 1,1468, was bedeutet, dass es immer noch auf die nächste Widerstandsmarke bei 1,1500 abzielt.

Die EUR/USD-Paarung sprang um mehr als 0,30%, als Händler auf den Deadlock in Brüssel reagierten. Das Paar wird bei 1,1458 gehandelt, dem höchsten Stand seit dem 9. März dieses Jahres.

EUR/USD
EUR/USD schießt in die Höhe, da Investoren weiterhin optimistisch auf einen Deal sind

EU-Gespräche über Rettungsfonds stagnieren

Am Freitag begann der Europäische Rat mit dem ersten persönlichen Treffen in Brüssel. Auf der Tagesordnung des Treffens stand vor allem die Beratung über den von der Europäischen Kommission im Mai vorgeschlagenen Rettungsfonds in Höhe von 750 Mrd. €.

In ihrem Plan sagte die Kommission, dass sie diese Mittel auf dem Anleihemarkt beschaffen und in Form von Zuschüssen an die EU-Mitgliedsstaaten verteilen würde. Ziel sei es, diesen Ländern bei der Erholung zu helfen, ohne sie noch mehr zu verschulden. Zu den größten Empfängern der Gelder würden Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland gehören.

Zur Finanzierung der Fonds schlug die Kommission mehrere Maßnahmen vor, darunter die Einführung höherer Steuern für Technologiegiganten und Hauptverschmutzer.

Leider hat eine Gruppe von Ländern - Österreich, Schweden, die Niederlande und Dänemark - ihren Widerstand gegen den Fonds angekündigt. Sie argumentierten, dass der Fonds zu groß sei und dass die Bereitstellung von Zuschüssen die falsche Idee sei.

Bei dem Treffen am Wochenende haben diese Länder ihre Haltung aufgeweicht. Die Mitglieder schlugen vor, die Zuschüsse an die Länder von den bisherigen 450 Mrd. € auf 350 Mrd. € zu reduzieren. Sie schlugen auch vor, den Ländern niedrige Zinssätze im Wert von etwa 350 Mrd. € zu gewähren. Damit läge ihr Paket um 50 Mrd. € unter dem, was die Europäische Kommission vorgeschlagen hatte. Finnland stimmte dem zu.

Analysten reagieren auf die Unstimmigkeiten in Brüssel

Gleichzeitig tauchten weitere Fragen auf. Beispielsweise schlugen einige Mitglieder vor, die Haushaltsmittel für Mitglieder zu kürzen, die sich nach ihrer Einschätzung von demokratischen Normen zurückziehen. Dazu gehören Ungarn und Polen.

In einem Bericht erklärten die Analysten der Danske Bank, dass sie erwarten, dass in den kommenden Monaten eine Einigung erzielt wird. Sie schrieben:

In einer anderen Notiz sagten Analysten von ING:

Technischer Ausblick EUR/USD

Die EUR/USD-Paarung stieg bis auf ein Intraday-Hoch von 1,1468. Auf der Vier-Stunden-Chart liegt es über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Es liegt auch über dem bisherigen Hoch von 1,1420, dem höchsten Stand am 10. Juni. Darüber hinaus befindet sich das Paar in einem Aufwärtstrend, wie die grüne Trendlinie zeigt. Daher gehe ich davon aus, dass das Paar weiter steigen wird, da die Haussiers den nächsten Widerstand bei 1,1500 anpeilen.