Darum fiel der EUR/USD nach dem starken PMI des verarbeitenden Gewerbes der EU

Darum fiel der EUR/USD nach dem starken PMI des verarbeitenden Gewerbes der EU
Crispus Nyaga
03. Aug. 2020, 19:17 PM
  • EUR/USD fiel den zweiten Tag in Folge, selbst nach den starken PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe der EU.
  • Der PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg im Juli wieder an und erreichte 51,8 gegenüber den vorherigen 47,4.
  • Das Paar ist aufgrund des insgesamt starken US-Dollars gesunken.

Das EUR/USD-Paar steht heute auch nach den optimistischen PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe aus Europa unter Druck. Das Paar handelt bei 1,1730, was deutlich unter dem Hoch der vergangenen Woche von 1,1905 liegt.

EUR/USD

Fertigungssektor der Eurozone wächst weiter

Der Fertigungssektor in Europa wuchs weiter, als die Region ihre Wirtschaft wieder öffnete. Laut Markit stieg der PMI des verarbeitenden Gewerbes im Juni auf 51,8. Das war höher als die Schrumpfung im Juni von 47,4.

Er lag auch höher als die 51,1, die die von Reuters befragten Analysten erwartet hatten. Vor allem lag der PMI signifikant höher als der historische Tiefstwert von 33,4, der auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Sperrmaßnahmen geschah.

Die Fortsetzung des Wachstums war in Europa weit verbreitet. Spaniens PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg auf ein 27-Monatshoch von 53,5, während in Österreich der PMI auf ein 19-Monatshoch von 52,8 anstieg. In Frankreich und Deutschland stieg der PMI auf 52,4 bzw. 51,0, den höchsten Wert seit 25 bzw. 19 Monaten. Die von Reuters befragten Analysten rechneten mit einem Anstieg des PMI auf 52,0 bzw. 50,00. Griechenland und die Niederlande verzeichneten im Juli die schlechtesten PMI-Werte.

Laut Markit war die Expansion hauptsächlich auf eine Erholung des Produktions- und Auftragsvolumens zurückzuführen. Das Produktionswachstum stieg auf den höchsten Stand seit Anfang 2019. In der Erklärung sagte Chris Williamson von Markit:

Wie wir heute bereits berichtet haben, hat sich auch der PMI fürdas verarbeitende Gewerbe in Australien und Japan etwas verbessert.

Rückgang von EUR/USD in Verbindung mit einem stärkeren Dollar

Der Rückgang der EUR/USD-Paarung ist heute hauptsächlich auf den starken US-Dollar zurückzuführen. Der US-Dollar-Index, der den Dollar gegenüber einem Währungskorb misst, kletterte um mehr als 0,35%. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Investoren sich wieder auf den Dollar stürzen, da die Spannungen zwischen den USA und China nach wie vor bestehen.

Am Wochenende gab Trump bekannt, dass er erwäge, Tik Tok, den Social-Media-Riesen, zu verbieten. Es stellte sich auch heraus, dass Microsoft das Unternehmen verfolgt. China, das den US-Social-Media-Giganten ebenfalls verboten hat, sieht dies als eine Eskalation der Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Der Dollar steigt auch, da die bullische Stimmung zurückkehrt, nachdem die Währung im Juli auf ein 2-Jahrestief fiel.

Außerdem steigt der USD aufgrund des Konjunkturpakets der vierten Phase, das in Washington ins Stocken geraten ist. Da die Zeit abläuft und die Differenzen zwischen Republikanern und Demokraten zunehmen, besteht die Möglichkeit, dass es nicht zu einer Einigung kommt.

Technischer Ausblick EUR/USD

Das Tages-Chart zeigt, dass das EUR/USD-Paar an seinem zweiten Tag in Folge im roten Bereich liegt. Das Paar handelt bei 1,1728, was deutlich unter dem Wochenhoch von 1,1900 liegt. Der Kurs steht über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Er liegt auch leicht über dem 23,6% Fibonacci-Retracement-Level bei 1,1600. Daher vermute ich, dass sich das Paar weiter nach unten bewegen wird, da die Baissiers die Unterstützung bei 1,1600 anpeilen.