EUR/USD unter Druck, da die Eurozone die Wirtschaftsprognose anhebt

EUR/USD unter Druck, da die Eurozone die Wirtschaftsprognose anhebt
Crispus Nyaga
07. Juli 2021, 16:23 PM
  • Das EUR/USD-Paar fiel trotz eines positiven Berichts der Europäischen Kommission
  • Die Kommission erwartet, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 4,4% wachsen wird
  • Die deutsche Industrieproduktion ist im Mai aufgrund von Chipmangel zurückgegangen

Der Euro (EUR/USD) hat sich am Mittwoch kaum verändert, nachdem die Europäische Kommission die Wirtschaftsprognose für 2021 und 2022 angehoben hat. Der Kurs notiert bei 1,1828, wo es in den letzten Sitzungen stand. Auch EUR/GBP und EUR/CHF bleiben unverändert bei 0,8562 bzw. 1,0916.

BIP-Prognose für die Eurozone angehoben

Nach den neuesten Daten der Europäischen Kommission wird sich die Wirtschaft der Eurozone voraussichtlich schneller als erwartet erholen. Die Agentur erwartet, dass sich die Wirtschaft in diesem Jahr um 4,8% und im Jahr 2022 um 4,5% erholt. Diese Prognose war besser als die vorherige Schätzung von 4,3% bzw. 4,4%. Infolgedessen erwarten sie, dass die Wirtschaft im vierten Quartal 2021 das Niveau vor der Pandemie erreichen wird.

Die Wirtschaft der Eurozone wird sich aufgrund der anhaltenden Impfkampagne und des Zugangs zum Wiederaufbaufonds voraussichtlich schneller als erwartet erholen. Auch die wichtige Tourismusbranche wird wieder in Schwung kommen und Ländern wie Italien und Spanien einen Schub geben. Am wichtigsten ist, dass es dem Sektor aufgrund der starken lokalen und internationalen Nachfrage gut gehen wird. In einer Erklärung sagte Paolo Gentiloni von der EU:

Dennoch steht die EU-Wirtschaft vor großen Herausforderungen. So ist beispielsweise die Zahl der Coronavirus-Fälle in den letzten Tagen weiter gestiegen. Die Situation verschlechtert sich in Ländern wie Spanien und Frankreich, wo die Zahl der Infektionen stark angestiegen ist.

Der EUR/USD reagierte auch auf die relativ schwachen Daten zur deutschen Industrieproduktion. Laut Destatis ging die Produktion des Landes um 0,3% zurück und lag damit 5% unter dem Niveau vor der Pandemie. Dieser Trend ist vor allem auf den Chipmangel zurückzuführen, der den Automobilsektor beeinträchtigt hat. Die Fahrzeugproduktion ist in den vergangenen fünf Monaten in Folge gesunken.

EUR/USD technische Analyse

Das 4-Stunden-Chart zeigt, dass EUR/USD diese Woche stark gefallen ist. Der Kurs fiel unter die wichtige Unterstützung bei 1,1846, die am 21. Juni den Tiefststand darstellte. Er liegt auch leicht unter dem 50-Tage Volumen gewichteten gleitenden Durchschnitt (VWMA). Außerdem scheint er ein Abwärts-Flaggenmuster zu bilden, was in der Regel ein Abwärtssignal ist. Daher wird das Paar wahrscheinlich weiter fallen, da die Baissiers die nächste wichtige Unterstützung bei 1,1750 anpeilen.