Invezz

Tesla eröffnet neuen Showroom in Xinjiang

Tesla eröffnet neuen Showroom in Xinjiang
Ruchi Gupta
04. Jan. 2022, 21:47 PM
  • Xinjiang ist ein abgelegener Teil Chinas, der mit gewaltsamen Assimilationskampagnen konfrontiert ist
  • Tesla kündigte die Eröffnung auf Weibo an
  • Der Sprecher des Unternehmens war für eine Stellungnahme nicht erreichbar

Tesla Inc (NYSE: TSLA) hat einen neuen Showroom in der chinesischen Region Xinjiang eröffnet. In diesem abgelegenen Teil Chinas führen die Behörden eine gewaltsame Assimilationskampagne gegen religiöse Minderheiten durch. Leider werden diese besagten Kampagnen langsam zu einem PR-Albtraum für westliche Marken.

Der in Texas ansässige Elektrofahrzeughersteller hat seinen Betrieb in diesem neuen Showroom bereits aufgenommen und dies am Freitag auf Weibo, einer Twitter-ähnlichen Social-Media-Plattform, bekannt gegeben.

Tesla Statements

Tesla hat auf Weibo gepostet und gesagt:

Sie begleiteten diesen Beitrag mit Bildern von der Eröffnungsfeier. Auf dem Bild hielten die Leute Plakate mit der Aufschrift „Tesla (❤) Xinjiang“ und traditionelle chinesische Löwentänze.

Der in der Region ansässige Sprecher des Unternehmens war wegen des Feiertags nicht erreichbar, um mehr über die Veranstaltung zu sagen.

Tesla und der chinesische Markt

Der in China weithin verehrte Elektroautohersteller hat seine Präsenz in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt rasch ausgeweitet. Mit seiner jüngsten Expansion riskiert Tesla jedoch, in ein Reputationsloch zu geraten, das in letzter Zeit auch andere große amerikanische Unternehmen wie Intel Corp. und Walmart geschluckt hat.

Forscher sagen, dass die in Xinjiang ansässigen Behörden im Rahmen der Assimilationskampagne Chinas fast eine Million Uiguren und andere Mitglieder muslimischer Minderheiten festgenommen haben. Dazu gehören laut den Forschern strenge Geburtenkontrollen, Zwangsarbeit und Massenüberwachung.

Die Regierung der Vereinigten Staaten und andere westliche Gesetzgeber haben behauptet, dass diese Politik in gewisser Weise eine Art Völkermord darstellt.

Was sagt China?

Die chinesische Regierung hat diese Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, der Vorwurf des Völkermords sei eine reine Erfindung. Peking hat seinen Feldzug in der Region als eine Anstrengung zur Bekämpfung von Terrorismus und religiösem Extremismus beschrieben.

Xinjiang ist zu einer Art Lackmustest für westliche Unternehmen geworden, die in China Geschäfte machen wollen. Diejenigen Unternehmen, die sich auf die Region einlassen, riskieren einen Rückschlag für ihren Ruf und Probleme mit den Behörden in ihren Heimatmärkten. Diejenigen jedoch, die die Region meiden, riskieren den Zorn der chinesischen Regierung.

Walmart ist eines der jüngsten im Westen ansässigen Unternehmen, die in dieses Public-Relations-Dilemma geraten sind.