GBP/USD unter Druck vor den britischen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten

GBP/USD unter Druck vor den britischen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten
Crispus Nyaga
18. Jan. 2022, 13:56 PM
  • Das GBP/USD-Paar stand in letzter Zeit unter starkem Druck
  • Boris Johnson hat in seiner Partei an Unterstützung verloren
  • Der Fokus liegt nun auf die bevorstehenden britischen Stellen- und Inflationsdaten

Das GBP/USD-Paar geriet unter starken Druck, als der politische Zirkus im Vereinigten Königreich weiterging. Im Vorfeld der jüngsten Arbeitsmarkt-, Inflations- und Einzelhandelszahlen aus dem Vereinigten Königreich liegt der Kurs bei 1,3653.

Boris Johnson unter Druck gesetzt

Das politische Klima in Großbritannien hat sich in den letzten Wochen rasant verändert. Die Herausforderungen begannen, als sich herausstellte, dass Boris Johnson 2020 einige Partys in der Downing Street abgehalten hatte, obwohl seine Regierung Lockdowns angeordnet hatte.

Letzte Woche sah sich der Premierminister gezwungen, sich bei der Königin dafür zu entschuldigen, dass er das Vertrauen in seine Rolle beschädigt hatte. Dennoch hat eine Gruppe von Tory-Abgeordneten ihn zum Rücktritt aufgefordert, obwohl er sich dagegen wehrt.

Die Risiken für das GBP sind zu diesem Zeitpunkt relativ gering. Außerdem werden diese Probleme voraussichtlich keine großen Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes haben. Die einzige große Herausforderung besteht darin, dass sie die Brexit-Verhandlungen von Lizz Truss mit der Europäischen Union stören könnten.

Der nächste wichtige Katalysator für das GBP/USD-Paar werden die neuesten Wirtschaftsdaten aus Großbritannien sein. Am Dienstag veröffentlicht das Office of National Statistics (ONS) die neuesten Stellenzahlen. Die Daten sollen zeigen, dass die Arbeitslosenquote des Landes im November von 4,2% auf 4,1% gesunken ist.

Es wird erwartet, dass weitere Zahlen zeigen werden, dass die Wirtschaft Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen hat, während die Zahl der Antragsteller zurückging.

Britische Inflationsdaten stehen bevor

Nach den Beschäftigungsdaten wird das ONS als nächstes die neuesten Daten zur Verbraucherinflation in Großbritannien veröffentlichen. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Preise im Land weiter gestiegen sind, angeführt von den Energiepreisen.

Beispielsweise wird erwartet, dass die Gesamtinflation von 5,1% im November auf 5,2% im Dezember gestiegen ist. Die Kerninflation, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, dürfte von 4% auf 3,9% gesunken sein.

Eine Kombination aus steigender Inflation und sinkender Arbeitslosenquote bedeutet, dass die Bank of England (BOE) unter Druck geraten wird, die Zinssätze schneller als erwartet anzuheben. Die Bank erhöhte die Zinsen zum ersten Mal im Dezember.

Weitere wichtige Katalysatoren, die das GBP/USD-Währungspaar beeinflussen werden, sind die anstehenden Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im Vereinigten Königreich und zum US-Immobilienmarkt. Analysten sind der Ansicht, dass das Währungspaar in naher Zukunft mehr Spielraum nach oben hat, da die Politik der Bank of England und die der US-Notenbank konvergieren.