EUR/USD: Darum steigt der Euro - Was kommt als Nächstes?

EUR/USD: Darum steigt der Euro - Was kommt als Nächstes?
Crispus Nyaga
03. Feb. 2022, 18:45 PM
  • Das EUR/USD-Paar stieg nach der EZB-Entscheidung stark an
  • Die Bank beschloss, die Zinssätze unverändert zu belassen
  • Christine Lagarde schloss weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr nicht aus

Der Euro ist auf dem Weg zu seinem besten Tag seit Monaten, da die Anleger auf die restriktiven Kommentare von Christine Lagarde reagieren. Der EUR/USD stieg um mehr als 1,20% und erreichte seinen höchsten Stand seit dem 14. Januar. Ebenso stiegen EUR/CHF und EUR/CAD um mehr als 1%.

Warum ist der Euro gestiegen?

Die Europäische Zentralbank beendete ihre zweitägige Sitzung am Donnerstag und gab eine relativ allgemeine Erklärung ab, die den Erwartungen der Analysten entsprach.

Die Bank beschloss, ihren Hauptzinssatz unverändert bei -0,10% zu belassen, wo er sich seit Beginn der Pandemie befand. Sie bekräftigte, dass sie die Zinsen nur erhöhen wird, wenn die Inflation bequem über der 2%-Marke liegt.

Der Ausschuss beschloss außerdem, sein Programm zum Kauf von Vermögenswerten fortzusetzen, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Das EUR/USD-Paar reagierte mild auf die EZB-Entscheidung, da es den Erwartungen entsprach. Die Situation änderte sich während der Aussage von Christine Lagarde. Darin schloss sie die Möglichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr nicht aus.

Infolgedessen erwarten die Analysten, dass die EZB die Zinsen wahrscheinlich im vierten oder dritten Quartal dieses Jahres anheben wird. In einer Erklärung schrieben die Analysten von ING:

Was kommt als Nächstes für das EUR/USD-Paar?

Kurzfristig besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der EUR/USD-Kurs seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Die "Party" könnte jedoch nicht lange andauern, denn am Freitag werden in den USA die neuesten Daten zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft veröffentlicht.

Es wird erwartet, dass der Stellenzuwachs im Januar relativ schwächer als erwartet war. Beispielsweise ist die Zahl der Amerikaner, die in der vergangenen Woche Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt haben, gestiegen. Die Zahl ist in den letzten Wochen kontinuierlich gestiegen.

Und am Mittwoch zeigten die Daten von ADP, dass der private Sektor im Januar mehr als 301.000 Arbeitsplätze verloren hat. Das einzig Positive daran ist, dass die ADP-Zahlen in der Regel erheblich von den offiziellen Arbeitsmarktdaten abweichen.