EUR/USD: Darum fiel der Euro trotz Rekordinflation in der EU

EUR/USD: Darum fiel der Euro trotz Rekordinflation in der EU
Crispus Nyaga
02. März 2022, 14:40 PM
  • Das EUR/USD-Währungspaar stürzte auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020
  • Er fiel auch nach Veröffentlichung starker Inflationsdaten durch Eurostat
  • Analysten gehen davon aus, dass die EZB ihren Prozess der Zinserhöhung verzögern wird

Der EUR/USD stürzte auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, obwohl die europäische Inflation im Februar auf ein Rekordhoch gestiegen ist. Er liegt bei 1,1095 und damit etwa 10% unter seinem Höchststand im Jahr 2021.

Inflationsanstieg in Europa

Die Verbraucherpreise sind im Februar dieses Jahres sprunghaft angestiegen, da die Energiepreise hartnäckig hoch blieben. Nach Angaben von Eurostat stieg die Gesamtinflation der Verbraucher von 5,1% im Januar auf 5,8% im Februar dieses Jahres. Dieser Anstieg lag über der mittleren Schätzung von 5,3%.

Der Kern-VPI, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg von 2,3% im Januar auf 2,7% im Februar. Auch dies war höher als die mittlere Schätzung von 2,5%.

Die Situation wird sich leider mit dem Andauern der Ukraine-Krise weiter verschärfen. Schifffahrtsunternehmen berichten von logistischen Herausforderungen, während die Preise für Rohöl und Erdgas auf Mehrjahreshochs gestiegen sind.

Theoretisch wäre die steigende Inflation in Europa positiv für das EUR/USD-Währungspaar, da sie weitere Zinserhöhungen durch die EZB signalisieren würde. 

Der EUR/USD gab jedoch nach, weil Analysten erwarten, dass die EZB ihren Straffungsprozess verlangsamen wird. In einer Notiz sagten die Analysten von ING:

Das EUR/USD-Währungspaar stürzt ebenfalls ab, weil sich die Anleger angesichts der anhaltenden Krise auf sichere Anlagen stürzen. Die Anleger glauben, dass der US-Dollar ein besserer "sicherer Hafen" ist als der Euro.