Preisprognose für Rohöl: EU erwägt Verbot russischer Importe

Preisprognose für Rohöl: EU erwägt Verbot russischer Importe
Faith Maina
22. März 2022, 14:43 PM
  • Der Rohölpreis reagiert auf die zunehmende Besorgnis über die Versorgungslage
  • In etwa einer Woche sind die WTI-Futures um etwa 15 $ pro Barrel gestiegen
  • Saudi-Arabien wird zunehmend unter Druck gesetzt, die Produktion zu steigern

Der Rohölpreis bleibt im Aufwärtstrend, da der Markt weiterhin auf geopolitische Spannungen in Osteuropa reagiert. Der Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien hat auch die Besorgnis über die Versorgung mit dem Rohstoff verstärkt.

Über einen Zeitraum von einer Woche sind die WTI-Futures um etwa 15 $ pro Barrel gestiegen und lagen um 10:05 Uhr GMT bei 108,11 $. Die Benchmark für globales Öl – Brent-Futures – liegt bei 114,02 $, nachdem sie in der vergangenen Woche unter 100 $ fiel.

Fundamentale Analyse

Es ist fast ein Monat her, seit Russland in die Ukraine einmarschiert ist. Mit den anschließenden Unterbrechungen der Ölversorgung war die 100$-Marke eine wichtige Unterstützungszone. Interessanterweise hatte der Rohölpreis vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, der am 24. Februar begann, diesen Stand seit September 2014 nicht mehr erreicht.

Da ein Ende der anhaltenden Krise nicht in Sicht ist, haben die meisten Analysten ihre kurzfristigen Prognosen nach oben korrigiert. Energy Aspects, Goldman Sachs und JP Morgan sind einige der Unternehmen, die einen Preis von 150 $ pro Barrel in absehbarer Zukunft als erreichbar ansehen.

Als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine verhängten die USA und Europa Sanktionen gegen das osteuropäische Land. Außerdem haben die Käufer die Ladungen des Landes gemieden, während die großen Transportunternehmen ihre Tätigkeit in der Region eingestellt haben.

Die EU erwägt nun eine neue Sanktionsrunde gegen das Land. Allerdings sind einige ihrer Mitglieder gegen diesen Schritt, da der Kontinent in hohem Maße von den russischen Energielieferungen abhängig ist. Das EU-Verbot für russische Öleinfuhren würde dem Wegfall von etwa 4-5% der weltweiten Ölversorgung entsprechen. Die Überlegungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Regierung davor warnt, dass Putin mit dem Rücken zur Wand steht und zum Einsatz von Chemiewaffen übergehen könnte.

Angesichts des derzeitigen Anstiegs der Rohölpreise wächst der Druck auf Saudi-Arabien, die Produktion zu erhöhen. Das Land verfügt über etwa die Hälfte der OPEC-Kapazitätsreserven. Am Montag erklärte es jedoch, dass es nicht für einen Rückgang der Ölproduktion verantwortlich sei, wenn es keine Hilfe bei der Bekämpfung der Angriffe der jemenitischen Houthi-Rebellen erhalte. Einige der Städte, die am Wochenende angegriffen wurden, werden von Saudi Aramco - dem größten Ölunternehmen der Welt - betrieben.