Vivendi-Aktienkurs bildet einen steigenden Keil, da das Unternehmen eine Aufspaltung erwägt

Vivendi-Aktienkurs bildet einen steigenden Keil, da das Unternehmen eine Aufspaltung erwägt
Crispus Nyaga
14. Dez. 2023, 12:34 PM
  • Vivendi erwägt die Aufteilung in drei separate Unternehmen
  • Es wird in Canal+, Havas und Lagardere aufgeteilt
  • Dies ist ein wichtiger Schritt, um den Konglomeratsabschlag zu beseitigen

Der Aktienkurs von Vivendi (EPA: VIV) wird im Rampenlicht stehen, nachdem sein America's ADR am Mittwoch um fast 10 % gestiegen ist. Die Euronext-Aktien des Unternehmens stiegen auf 8,95 € und erreichten damit den höchsten Stand seit Mai. Die Aktie ist seit ihrem Jahrestiefststand um mehr als 12 % gestiegen.

Aufspaltung von Vivendi

Vincent Bollore, einer der reichsten Menschen Frankreichs, hat einen langen Weg eingeschlagen, um sein riesiges Imperium zu vereinfachen und Werte zu schaffen. Im Jahr 2022 verkaufte er sein afrikanisches Transport- und Logistikgeschäft für 5,7 Mrd. € an die MSC-Gruppe.

Die andere wichtige Transaktion war seine Entscheidung, die Universal Music Group durch einen Börsengang abzuspalten. Seitdem ist die Aktie um mehr als 10 % gestiegen und hat eine Marktkapitalisierung von über 10 Mrd. € erreicht.

Nun erwägt Vivendi, das von ihm kontrollierte Medienunternehmen, eine Aufspaltung in drei Unternehmen. Ziel ist es, den Konglomeratsabschlag zu beseitigen, der dem Unternehmen einen relativ niedrigen Bewertungsmultiplikator beschert hat.

Wenn die Transaktion zustande kommt, wird Vivendi in Havas, Canal+ und Lagarde aufgespalten. Havas ist eine große Werbeagentur, die mit Unternehmen wie Publicis und WPP konkurriert. Canal+ wiederum ist ein großes Film- und Fernsehproduktionsunternehmen, das eine Netflix-ähnliche Plattform betreibt. Lagardere ist ein Verlagsunternehmen.

Das Unternehmen Vivendi besitzt einige der bekanntesten Unternehmen der Welt. Dazu gehört beispielsweise Gameloft, der Spieleentwickler, der hinter beliebten Franchises wie Asphalt, Modern Combat und Dungeon Hunter steht. Zu Vivendi gehören auch Unternehmen wie die DFS-Gruppe, ein Reiseveranstalter, DailyMotion und Le Monde.

Analysten gehen davon aus, dass die Summe der Teile von Vivendi größer ist als die gemeinsame Marktkapitalisierung von 10 Mrd. €. Der Umsatz der Canal+ Group belief sich im Jahr 2022 auf 5,87 Mrd. €, während das EBITDA 515 Mio. € betrug.

Der Umsatz von Havas lag bei 2,7 Mrd. € und das EBITDA bei 286 Mio. €, während die Umsätze von Prisma Media, Gameloft und Vivendi Village auf 320 Mio. €, 106 Mio. € und 238 Mio. € stiegen.

Daher könnte eine Trennung der beiden Unternehmen einen Mehrwert für die Aktionäre schaffen. So würde beispielsweise allein die Bewertung von Canal+ über 7 Mrd. € betragen, während Canal eine Marktkapitalisierung von über 3,6 Mrd. € erhalten würde.

Vor allem aber würde die Aufspaltung das Synergieproblem lösen, das Vivendi schon seit langem plagt. Die beiden Unternehmen sind in unterschiedlichen Branchen tätig und haben kaum Synergien, was ihre Betriebskosten in die Höhe treibt.

Analyse zum Aktienkurs von Vivendi

VIV-Chart via TradingView

Das Tages-Chart zeigt, dass sich der Aktienkurs von Vivendi in den letzten Monaten in einem langsamen Aufwärtstrend befunden hat. Die Aktie ist vom bisherigen Jahrestief von 7,97 € auf etwa 9 € gestiegen. Gleichzeitig haben der 50- und der 100-Tage-Exponential-Moving-Average (EMA) einen steigenden Crossover gebildet.

Technisch gesehen hat die Aktie auch ein steigendes Keilmuster gebildet. In der Preisaktionsanalyse ist dieses Muster eines der am stärksten Abwärtssignale auf dem Markt. Auch wenn die Aktie am Donnerstag wahrscheinlich steigen wird, besteht daher das Risiko, dass sie in naher Zukunft wieder zurückgeht. Sollte dies der Fall sein, wäre der wichtigste Kurs, den man im Auge behalten sollte, bei 8,50 €, dem Tiefststand im März.