Analyse: Chinas Dominanz in der Cleantech-Produktion schwindet, während die Investitionen der USA und der EU steigen

Analyse: Chinas Dominanz in der Cleantech-Produktion schwindet, während die Investitionen der USA und der EU steigen
Diya Poddar
07. Mai 2024, 14:41 PM
  • Die US-Investitionen in die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge (EV) erreichten von 2020 bis zum dritten Quartal 2023 40 Milliarden US-Dollar.
  • China bleibt ein bedeutender Akteur und verfügt über mehr als 80 % der weltweiten Batterieproduktionskapazität.
  • Die globale Solarpanelindustrie ist mit einem Überangebot konfrontiert; die durchschnittliche Fabrikauslastung ist auf 50 % gesunken.

China, das lange Zeit führend in der Herstellung sauberer Technologien war, musste im Jahr 2023 einen Rückgang seines weltweiten Investitionsanteils von 85 % auf 75 % hinnehmen, da in den USA und Europa insbesondere im Bereich der Batterieherstellung steigende Investitionen getätigt wurden.

Verschiebungen bei globalen Cleantech-Investitionen

Laut einem am 6. Mai veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) haben sich die Investitionen in die Batterieproduktion in den USA und Europa im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht.

Dieser Aufschwung ist größtenteils auf wichtige politische Initiativen zurückzuführen, wie etwa den Inflation Reduction Act der USA und den Net Zero Industry Act der EU, die dem Aufbau inländischer Produktionskapazitäten für saubere Technologien höchste Priorität einräumen.

Die US-Investitionen in die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge (EV) erreichten von 2020 bis zum dritten Quartal 2023 40 Milliarden US-Dollar.

Chinas wachsender Marktanteil

Trotz des Rückgangs bleibt China ein bedeutender Akteur. Es verfügt über mehr als 80 Prozent der weltweiten Batterieproduktionskapazität, während die USA und die EU jeweils etwa fünf Prozent besitzen.

Allerdings prognostiziert die IEA, dass Chinas Anteil bis 2030 auf rund 60 Prozent sinken könnte, da sich die Anteile der Europäischen Union und der USA voraussichtlich fast verdreifachen werden.

Kostendynamik in der Fertigung

Der Bericht hebt auch die Kostenvorteile hervor, die China weiterhin bei Technologien für saubere Energie hat, einschließlich der Herstellung von Batterien, Wind- und Photovoltaikanlagen.

Die Produktionskosten in China sind nach wie vor deutlich niedriger als in anderen Regionen. In Indien sind die Anlagen 20 bis 30 Prozent teurer, in den USA und Europa sind sie 70 bis 130 Prozent teurer.

Allerdings weist die IEA darauf hin, dass diese Kostenunterschiede, die größtenteils auf Betriebskosten wie Energie, Arbeitskräfte und Materialien zurückzuführen sind, nicht feststehen und durch staatliche Maßnahmen beeinflusst werden können.

Photovoltaik und andere Technologien

Bei der Herstellung von Photovoltaik-Solaranlagen (PV) wird China trotz wachsender Kapazitäten in den USA und Indien voraussichtlich bis 2030 einen Marktanteil von über 80 % halten.

Gleichzeitig ist die Solarmodulindustrie weltweit mit einem Überangebot konfrontiert; die durchschnittliche Fabrikauslastung ist auf 50 Prozent gesunken, die derzeitigen Kapazitäten reichen jedoch aus, um den prognostizierten Bedarf für 2030 zu decken.

Weitere Erkenntnisse im Batteriesektor und anderen Sektoren

Die Batterieproduktion verzeichnete im Jahr 2023 ein deutliches Wachstum. Die Kapazitätserweiterungen beliefen sich auf insgesamt 780 GWh, wodurch die weltweite Kapazität auf 2,5 Terawattstunden (TWh) anstieg, das Dreifache des aktuellen Bedarfs.

Prognosen gehen davon aus, dass die weltweite Batterieproduktionskapazität bis 2030 9 TWh übersteigen könnte, wenn alle angekündigten Erweiterungen umgesetzt werden.

Im Gegensatz dazu wuchs die Produktion von Windturbinen und Elektrolyseuren weniger schnell, und die Produktion von Wärmepumpen verlangsamte sich aufgrund der Marktstagnation sogar. Dies deutet auf potenzielle Engpässe bei der künftigen Versorgung im Vergleich zu dem im Net Zero Emissions (NZE)-Szenario der IEA prognostizierten Bedarf hin.

Marktimplikationen und Zukunftsaussichten

Da 40 % der Investitionen in die Erzeugung sauberer Energie im Jahr 2023 auf Anlagen entfallen, die voraussichtlich im Jahr 2024 ans Netz gehen, könnte es im kommenden Jahr zu erheblichen Verschiebungen bei den Produktionskapazitäten und der Marktdynamik kommen.

Diese Entwicklungen unterstreichen eine entscheidende Übergangsphase in der globalen Cleantech-Landschaft, in der strategische Investitionen und Richtlinien eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Energietechnologiefertigung spielen werden.