Oracle-Aktie fällt 3 % – Gewinnbericht prüft KI-Wachstum
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Buy Oracle (ORCL). Der Markt bestraft Capex und Cash-Burn im Zusammenhang mit KI/Cloud, doch das Setup bleibt stark: OCI dürfte deutlich anziehen (92% Wachstum im Fiskal-Q4 vs. 52% vor einem Jahr) und der Backlog an noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen in Höhe von $553 Milliarden stützt die Nachfragesichtbarkeit. Wenn das Management eine verbesserte Cash-Trajektorie (weniger negativer FCF als in den vorherigen Quartalen) zeigt und das OCI-Wachstum auf Kurs hält, rückt die Aktie vom „AI spending risk“ hin zu „durable infrastructure growth“.
Kernrisiko: OCI-Wachstum enttäuscht oder die Prognose signalisiert, dass die Capex nicht in eine nachhaltige Beschleunigung der Cloud-/KI-Umsätze münden wird.
Sell iShares iBoxx $ Investment Grade Corporate Bond ETF (LQD) und/oder gehe durch eine ORCL-CDS-Index-Position short auf Oracle-Kredit. Die Nachrichten heben steigende Schulden/Zinskosten und einen tief negativen Free Cashflow hervor, die mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur verbunden sind. Wenn ORCLs Verschuldungsgrad und Cash-Burn ein Sektormuster abbilden, weiten sich die Credit Spreads zuerst aus, noch bevor die Aktiengewinne nachziehen.
Kernrisiko: Die Kreditbedingungen bleiben entspannt und die Spreads weiten sich trotz höherer Verschuldung und Cash-Burn nicht aus.
- Oracle fällt 3.3% vor dem genau beobachteten Quartalsbericht.
- OCI-Umsatz dürfte aufgrund starker KI-Nachfrage um 92% steigen.
- Steigende Verschuldung und negativer Cashflow bleiben Besorgnis der Anleger.
Die Aktien von Oracle Corp. ORCL fielen am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 3.3% vor dem Quartalsbericht des Unternehmens.
Investoren beobachten genau, ob Oracles rasche Expansion in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz die steigenden Schulden und den negativen freien Cashflow rechtfertigen kann.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem kritischen Zeitpunkt für den gesamten KI-Sektor.
Die Anlegerbegeisterung für KI-nahe Aktien hat sich in den letzten Tagen nach Broadcoms Ergebnisbericht abgekühlt, der nicht die stärkere Wachstumsperspektive lieferte, die viele Anleger erwartet hatten.
Der Philadelphia Semiconductor Index ist seit Broadcoms Bericht um 9.1% gefallen, während der Nasdaq 100 fast 5% verloren hat, was die zunehmende Prüfung von KI-bezogenen Ausgaben und Renditen durch Anleger unterstreicht.
Analysten erwarten, dass Oracle bereinigte Gewinne von $1.96 je Aktie bei einem Umsatz von $19.1 Milliarden für das vierte Fiskalquartal, was einem Umsatzwachstum von etwa 20% und einem Gewinnwachstum von 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Cloud-Wachstum bleibt im Fokus
Oracles Wandel von einem traditionellen Softwareunternehmen zu einem Anbieter von Cloud- und KI-Infrastruktur ist zum zentralen Treiber des Anlegerinteresses geworden.
Das Oracle Cloud Infrastructure (OCI)-Geschäft des Unternehmens dürfte weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber bleiben.
Von Bloomberg befragte Analysten erwarten, dass die OCI-Umsätze im vierten Fiskalquartal um 92% steigen, verglichen mit 52% Wachstum im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die starke Cloud-Nachfrage hat Oracles gesamtes Wachstum beschleunigt.
Die Q3-Ergebnisse des Unternehmens waren das erste Quartal seit mehr als 15 Jahren, in dem sowohl Umsatz als auch Gewinn organisch um mehr als 20% gewachsen sind.
Befürworter der Aktie verweisen auf Oracles massiven Backlog an noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen (performance obligations) in Höhe von $553 Milliarden.
Der Backlog stellt vertraglich vereinbarte künftige Umsätze dar und wird häufig als Maß für die langfristige Nachfrage angesehen.
Oracle hat außerdem ehrgeizige langfristige Ziele skizziert.
Bis zum Fiskaljahr 2030 erwartet das Unternehmen, dass die OCI-Umsätze $166 Milliarden erreichen und etwa drei Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen — eine Verschiebung, die das Geschäftsmodell erheblich umgestalten würde.
Massive KI-Investitionen belasten die Finanzen
Trotz der starken Wachstumsaussichten sorgt die aggressive Investitionsstrategie Oracles bei einigen Anlegern für Besorgnis.
Das Unternehmen hat die Ausgaben zur Expansion seiner Cloud- und KI-Infrastruktur deutlich erhöht. Die Investitionsausgaben (capital expenditures) beliefen sich auf $50 Milliarden gegenüber $12.1 Milliarden im entsprechenden neunsmonatigen Zeitraum des Vorjahres.
Um diese Investitionen zu finanzieren, kündigte Oracle im Februar Pläne an, bis zu $50 Milliarden durch Anleihen und wandelbare Vorzugsaktien aufzubringen.
Der Ausgabenanstieg hat die Cash-Generierung stark belastet. Der Free Cashflow über die letzten zwölf Monate beträgt derzeit -$24.7 Milliarden.
Für das vierte Fiskalquartal erwarten Analysten, dass der Free Cashflow weiterhin negativ bei etwa $3.5 Milliarden bleibt.
Das wäre zwar eine leichte Verschlechterung gegenüber -$2.9 Milliarden vor einem Jahr, würde aber eine Verbesserung gegenüber den beiden vorangegangenen Quartalen darstellen, in denen der negative Free Cashflow mehr als $20 Milliarden betrug.
Die langfristigen Schulden sind auf über $124 Milliarden gestiegen, während sich die Zinsaufwendungen im Jahresvergleich um 32% erhöhten.
Margen und Verschuldung unter Beobachtung
Die Verlagerung hin zur Cloud-Infrastruktur wirkt sich auch auf Oracles Ertragsprofil aus.
Schulden und Leasingverbindlichkeiten stiegen im jüngsten Quartal um 68% auf $162 Milliarden. Oracle meldete außerdem weitere $261 Milliarden an Leasingverbindlichkeiten, die zum Februar noch nicht begonnen hatten.
Abschreibungen beginnen, die Infrastrukturaufbaukosten des Unternehmens widerzuspiegeln. Die Abschreibungen stiegen im jüngsten Quartal auf 12.5% des Gesamtumsatzes, nach 7.1% im Vorjahr.
Infolgedessen erwarten Analysten, dass sich Oracles bereinigte operative Marge auf 43% von 44% im Vorjahreszeitraum verringert. Auch die Bruttomarge dürfte auf nahezu 67% sinken, von etwa 72%.
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