Schlechte Nachrichten für Li Auto, Nio, BYD und Zeekr: Steht die chinesische Dominanz der Elektroautohersteller in Europa vor dem Stillstand?

Schlechte Nachrichten für Li Auto, Nio, BYD und Zeekr: Steht die chinesische Dominanz der Elektroautohersteller in Europa vor dem Stillstand?
Katya Stead
04. Juni 2024, 11:12 AM
  • In China hergestellte Elektrofahrzeuge haben in den letzten Jahren den europäischen Markt für Elektrofahrzeuge dominiert.
  • Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass aktuellen Daten zufolge ein Viertel aller Elektrofahrzeuge in Europa aus chinesischer Produktion stammen.
  • Doch das könnte sich bald ändern, sagt Schmidt Automotive Research.

In den vergangenen drei Jahren kam es zu einer interessanten Marktübernahme: Chinesische oder in China hergestellte Elektrofahrzeuge dominieren den europäischen Absatz von Elektrofahrzeugen.

Einer aktuellen Studie der europäischen Organisation Transport & Environment (T&E) zufolge wird jedes vierte Elektrofahrzeug, das im Jahr 2024 in Europa verkauft wird, in China hergestellt.

Aktuelle Daten zu Transport und Umwelt (T&E)

In einem Website-Artikel zu diesem Thema stellt T&E fest:

T&E hat außerdem eine Vorhersage hinzugefügt:

Es droht ein regelrechter Handelskrieg um die Autos in Europas Werkstätten – und bislang liegt China vorn.

Der NIO-Effekt

Nehmen wir zum Beispiel Nio. Im Jahr 2021 machte der chinesische Elektroautohersteller Nio am Vorabend seiner ersten Expansion nach Norwegen ein Versprechen:

„Eine neue Premiummarke betritt den europäischen Elektrofahrzeugmarkt. NIO wird bleiben“, sagte Hui Zhang, Vizepräsident von NIO-Europe.

Fast genau drei Jahre später scheint Zhang Recht behalten zu haben. Nio-CEO und Mitgründer William Li gab bei der Eröffnungszeremonie des neuen NIO-Hauses in Amsterdam folgenden Zwischenbericht ab:

Seit 2021 hat NIO bei seinen europäischen Aktivitäten erhebliche Fortschritte gemacht. Bis zum 23. Mai 2024 sind sechs Serienmodelle – ES8, ET7, EL7 (ES7 in China), ET5, ET5T und EL6 (ES6 in China) – auf dem europäischen Markt erschienen. NIO hat 43 Batteriewechselstationen und 46 Ladestationen eingerichtet und über 500.000 Ladegeräte von Drittanbietern in Europa angeschlossen. NIO hat in Europa sieben NIO Houses, acht NIO Spaces und 55 NIO Service Centers gebaut … 186 Mitglieder des European User Advisory Board sind am Aufbau der Marke NIO beteiligt, wachsen gemeinsam mit NIO und repräsentieren den umfassenden Eintritt des Unternehmens in den europäischen Markt

Ist der Bulle überfahren worden?

Doch neue Forschungsergebnisse scheinen darauf hinzudeuten, dass der Wachstumsboom der chinesischen Elektroautohersteller in Europa bald an Schwung verlieren könnte.

Schmidt Automotive Research, das einen angesehenen monatlichen Bericht mit dem Titel „The European Electric Car Study“ veröffentlicht, erklärte kürzlich:

Das Automobildatenanalyseunternehmen JATO Dynamics kam am 30. Mai zu einer ähnlichen Diagnose: Es erklärte, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und insbesondere nach in China hergestellten Autos im April 2024 in Europa spürbar nachlassen werde, obwohl die Zulassungen für den gesamten Pkw-Markt um 13 % gestiegen seien.

Warum gehen die Verkäufe chinesischer Elektrofahrzeuge in Europa zurück?

Der wahrscheinlichste Grund? Eine deutliche Abkühlung der europäischen Stimmung hinsichtlich der Förderung chinesischer Autoproduktion. In Frankreich beispielsweise wurde im ersten Quartal des Jahres die bisherige Subventionierung chinesischer Elektroautos abgeschafft, die Subventionierung europäischer Marken blieb jedoch bestehen.

Ein weiteres Beispiel ist die derzeit laufende Antisubventionsuntersuchung der Europäischen Union zu Importen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) aus China, deren Ergebnisse im Laufe des Juni vorgelegt werden sollen.

Eine andere Ansicht

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen noch einen weiten Weg nach unten vor sich haben.

In einem anderen aktuellen Artikel sagte Schmidt außerdem, dass jedes dritte derzeit in Europa erhältliche „rein elektrische“ Personenfahrzeug in China hergestellt wurde.

Wie dem auch sei, viele Anleger werden die Subventionsentscheidung der EU im weiteren Verlauf dieses Monats aufmerksam verfolgen.