Der Aktienkurs von Vodafone erlebt einen heftigen Rückschlag: Bei Kurseinbrüchen kaufen?

Der Aktienkurs von Vodafone erlebt einen heftigen Rückschlag: Bei Kurseinbrüchen kaufen?
Crispus Nyaga
06. Juni 2024, 12:09 PM
  • Die Vodafone-Aktie ist in den vergangenen Wochen stark abgestürzt.
  • Die Finanzergebnisse des Unternehmens zeigen, dass das Umsatzwachstum ins Stocken geraten ist.
  • Das Unternehmen steht in seinen Schlüsselmärkten in Großbritannien und Deutschland vor Herausforderungen.

Der Aktienkurs von Vodafone ( LON: VOD ) erlitt am Donnerstag einen heftigen Kursrückgang, als der jüngste Aufwärtstrend nachließ. Der Kurs stürzte um über 5 % ab und wurde damit zum Unternehmen mit der schlechtesten Performance im FTSE 100-Index. Er erreichte einen Tiefststand von 72,28 Pence, die niedrigste Schwankung seit dem 14. Mai dieses Jahres.

Das Management von Vodafone arbeitet daran, das hoch verschuldete Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Dies gelang durch den Rückzug aus einigen Märkten und die Konsolidierung des Geschäfts in einigen Schlüsselmärkten. Anfang des Jahres verkaufte das Unternehmen sein italienisches Geschäft in einem 8 Milliarden Euro schweren Deal an Swisscom.

Zuvor hatte das Unternehmen seinen Geschäftsbereich Vantage Towers an eine von KKR und Global Infrastructure Partners geführte Gruppe verkauft. Außerdem verkaufte es Vodafone Spanien in einem 5,3 Milliarden Dollar schweren Deal an Zegona.

Das verbleibende Unternehmen ist relativ kleiner als vorher, was eine gute Sache ist. Gleichzeitig arbeitet es daran, sein britisches Geschäft durch die Fusion mit Three zu konsolidieren, ein Deal, der ihm helfen wird, gut mit EE der BT Group zu konkurrieren.

Vodafone veröffentlichte im vergangenen Monat gemischte Finanzergebnisse. Der Umsatz belief sich im letzten Geschäftsjahr auf 36,7 Milliarden Euro, verglichen mit 37,6 Milliarden Euro bzw. 37,0 Milliarden Euro in den Vorjahren. Der Gewinn sank von 12,25 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,57 Milliarden Euro.

Eine weitere Herausforderung für Vodafone war die nach wie vor hohe Gesamtverschuldung. Das Unternehmen schloss das Jahr mit über 33,4 Milliarden Euro Schulden ab, was etwas weniger ist als die 33,5 Milliarden Euro des Vorjahres. Diese Schuldenlast könnte sich auf die Finanzierung des Wachstums und möglicher Übernahmen auswirken.

Aufgrund der hohen Schuldenlast und des langsamen Umsatzwachstums ist das Unternehmen relativ unterbewertet. Es weist ein KGV von 12,8 auf, das unter dem Durchschnitt des FTSE 100-Index von 14 liegt.

Positiv ist, dass die Ergebnisse zeigten, dass das deutsche Geschäft wieder zu wachsen begann, was bemerkenswert ist, da es der größte Markt des Unternehmens ist. Außerdem hat das Unternehmen eine Dividendenrendite von etwa 10 %, was höher ist als bei den meisten britischen Unternehmen.

Vodafone-Aktienkursprognose

VOD-Chart von TradingView

Das Wochendiagramm zeigt, dass der VOD-Aktienkurs vor kurzem einen starken Aufwärtstrend verzeichnete. Dieser Ausbruch erfolgte, nachdem das Unternehmen ein umgekehrtes Kopf-Schulter-Muster gebildet hatte, was ein beliebtes Fortsetzungszeichen ist.

Die Aktie stieg von 62,82 Pence im Februar auf über 77,50 Pence im Mai. Vor kurzem hat die Aktie jedoch ein Double-Top-Muster bei 77,50 Pence gebildet, dessen Nackenlinie bei 72,50 Pence lag. In den meisten Fällen ist ein Double-Top eines der pessimistischsten Zeichen. Es hat nun die Nackenlinie des inversen H&S-Musters erneut getestet.

Daher dürfte der Vodafone-Aktienkurs in naher Zukunft weiter fallen, da die Verkäufer die wichtige Unterstützung bei 70 Pence anpeilen. Ein weiteres Aufwärtspotenzial wird sich nur dann bestätigen, wenn der Kurs über das Double-Top-Niveau von 77,5 Pence steigt.