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Uniper gewinnt Schiedsverfahren gegen russischen Energieriesen Gazprom über 13 Milliarden Euro

Uniper gewinnt Schiedsverfahren gegen russischen Energieriesen Gazprom über 13 Milliarden Euro
Harsh Vardhan
12. Juni 2024, 13:28 PM
  • Uniper erhält Schadensersatz in Höhe von über 13 Milliarden Euro wegen nicht geliefertem Gas.
  • Das Urteil ermöglicht Uniper, langfristige Verträge mit Gazprom zu kündigen.
  • Mit diesem Sieg werden erhebliche Risiken im Vorfeld des geplanten Börsengangs von Uniper im Jahr 2024 beseitigt.

Der deutsche Energieversorger Uniper hat in einem Schiedsverfahren gegen seinen langjährigen ehemaligen Lieferanten Gazprom einen Streit über mehrere Milliarden Euro gewonnen. Das Gerichtsverfahren berechtigt den Konzern nun zur Kündigung ruhender Gaslieferverträge und könnte damit einen Präzedenzfall für ähnliche Fälle schaffen.

Das am Mittwoch verkündete Urteil stellt einen bedeutenden Sieg für Uniper dar, das 2022 von der deutschen Regierung gerettet wurde, nachdem der russische Gaskonzern Gazprom seine Gaslieferungen gekürzt und später eingestellt hatte, wodurch Uniper gezwungen war, Ersatzmengen zu astronomischen Preisen auf dem Spotmarkt zu kaufen.

Grundsatzurteil und seine Folgen

Das Schiedsgericht in Stockholm fällte sein Urteil am 7. Juni nach einem von Uniper Ende 2022 eingeleiteten Verfahren.

Das Gericht sprach Uniper Schadensersatz in Höhe von mehr als 13 Milliarden Euro (14 Milliarden Dollar) für die von Gazprom nicht gelieferten Gasmengen seit Mitte 2022 zu, als der russische Staatskonzern erstmals vertraglich vereinbarte Lieferungen kürzte.

Uniper-CEO Michael Lewis erklärte:

Das Urteil ermöglicht Uniper die Kündigung bestehender Gaslieferverträge, die rechtlich weiterhin bestehen, obwohl kein Gas fließt.

Zuvor war berichtet worden, das Schiedsgericht könne Uniper die Kündigung ruhender russischer Gasverträge im Umfang von 250 Terawattstunden gestatten, von denen einige bis Mitte des nächsten Jahrzehnts laufen.

Mit der Kündigung dieser Verträge entfällt ein wesentliches Risiko für Unipers geplante Rückkehr an die Börse im nächsten Jahr.

Symbolischer Sieg für Deutschland

Gazprom antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Schadensersatzzahlung ist für Deutschland in erster Linie ein symbolischer Sieg, da juristische Quellen Reuters letzten Monat mitteilten, dass es unwahrscheinlich sei, dass große Summen fließen würden.

Unipers Lewis bestätigte dies und erklärte, dass sämtliche Geldflüsse an den deutschen Staat gehen würden, der mehr als 99 Prozent von Uniper hält.

Das deutsche Finanzministerium, das die staatliche Beteiligung an Uniper verwaltet, erklärte, die Bundesregierung sei weder Partei noch in das Schiedsverfahren involviert gewesen. Berlin habe keinen Einfluss auf die operative Führung des Unternehmens.

Auswirkungen auf Unipers Geschäftstätigkeit und Zukunft

Mit der Kündigung der Verträge ist das letzte bedeutende Risiko beseitigt, dem Uniper hinsichtlich seines Russlandengagements ausgesetzt war, nachdem der Konzern seine Finanzierung für die Nord Stream 2-Pipeline sowie seine Beteiligung an seiner russischen Tochtergesellschaft Unipro abgeschrieben hatte.

Mit diesem Schiedsgerichtssieg werden die letzten verbliebenen Bande der jahrzehntelangen Energiepartnerschaft zwischen Berlin und Moskau zerschnitten, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 abrupt endete.

Darüber hinaus ist Uniper an Gesprächen beteiligt, um die Kontinuität der Gaslieferungen durch die Ukraine nach Südosteuropa sicherzustellen. Bloomberg berichtete am Montag, dass Kiew im März angekündigt habe, einen Transitvertrag mit dem russischen Konzern Gazprom nicht über das Jahresende hinaus zu verlängern.

Die Bundesregierung beteiligt sich an Gesprächen der EU-Kommission mit Ländern, die noch immer von russischem Gas abhängig sind.

Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte am Dienstag: „Ich bin persönlich sehr daran beteiligt.“ Ziel der Gespräche sei es, eine sichere Gasversorgung Südosteuropas zu gewährleisten, ohne die Staatskasse Russlands zu füllen.

Weg frei für Unipers Börsengang

Der Sieg von Uniper im Schiedsverfahren gegen Gazprom ist ein bedeutender Meilenstein. Er ermöglicht dem deutschen Energieversorger die Kündigung ruhender Gasverträge und sichert sich Schadensersatz in Höhe von über 13 Milliarden Euro.

Dieses Urteil schafft Rechtsklarheit und beseitigt ein großes Risiko im Vorfeld des für 2024 geplanten Börsengangs von Uniper. Das Unternehmen setzt sich auch künftig dafür ein, trotz anhaltender geopolitischer Spannungen eine stabile Gasversorgung Europas sicherzustellen.