TSCOs Abkehr von der Woke-Kultur: Ein Gewinn für die Aktionäre

TSCOs Abkehr von der Woke-Kultur: Ein Gewinn für die Aktionäre
Harsh Vardhan
28. Juni 2024, 21:46 PM
  • Die Tractor Supply Company konzentriert sich nach heftigen Reaktionen auf ihre „Woke“-Politik wieder stärker auf ihr operatives Geschäft.
  • Es wird nicht mehr nötig sein, Zeit und Geld für nicht geschäftliche Aktivitäten wie politische Kampagnen und den Pride Month aufzuwenden.
  • Von dieser Neuausrichtung sollen das Unternehmen und seine Aktionäre langfristig profitieren.

Tractor Supply Company (TSCO) gab gestern bekannt, dass es alle seine „Diversity, Equity, Inclusion“-Programme (DEI) aufgibt. Was diese Entwicklung umso interessanter macht, ist, dass sie während des Pride Month erfolgte, einem Anliegen, das das Unternehmen nicht mehr unterstützen wird!

Dieser Strategiewechsel stellt einen interessanten Punkt in der Geschichte des Unternehmens dar. Das Unternehmen hat sich dazu entschieden, von einer beliebten Strategie abzurücken, die den Aktionären den Vorrang gibt – ein Schritt, den viele Unternehmen fürchten.

Das Management wurde in letzter Zeit wegen seines Fokus auf eine „Woke Culture“ kritisiert. Zu seinen DEI-Richtlinien gehörten unter anderem die Einstellung von Menschen mit dunkler Hautfarbe, die Übermittlung von Daten an Menschenrechtsorganisationen, die Konzentration auf CO2-Emissionsziele und andere nicht geschäftsbezogene Aktivitäten.

Die Aktionäre waren der Meinung, dass diese Ziele das Unternehmen von seinem Hauptgeschäft ablenken würden. Das Unternehmen erhielt nicht nur Gegenwind von seinen Aktionären, sondern wurde auch in den sozialen Medien kritisiert.

Warum war die Woke-Culture-Politik überhaupt schlecht?

TSCO ist ein Unternehmen, das hauptsächlich ländliche Gebiete in Amerika bedient. Sein Kundenstamm ist konservativ und kommt typischerweise aus Regionen mit konservativer politischer Basis. Außerdem sind die Kunden hauptsächlich männlich. Dies unterscheidet es von vielen anderen amerikanischen Unternehmen wie Google und Amazon, die einen vielfältigen Kundenstamm haben.

Die Kunden und Aktionäre des Unternehmens hatten keine starke Meinung zu Klima- oder LGBTQ-Themen. Die Konzentration des Managements auf diese Themen war daher besorgniserregend. Diese Bedenken haben sich nun bestätigt und sind mit dem erneuerten, betriebsorientierten Geschäftsplan auch ausgeräumt.

Was hat sich verändert?

So hat das Unternehmen seine Prioritäten neu ausgerichtet:

Was sind die finanziellen Auswirkungen?

Tractor Supply Company verfügt über eine starke Bilanz und hat in den letzten Jahren insgesamt eine starke finanzielle Leistung gezeigt. Das Unternehmen profitierte von Covid19 und der Homeoffice-Kultur, in der die Menschen in ländliche Gebiete zogen, um ein entspannteres Leben zu führen.

Die finanzielle Stärke des Unternehmens lässt sich daran ablesen, dass es seine Dividende nun schon seit 15 Jahren in Folge erhöht. Die Gewinne der Tractor Supply Company im ersten Quartal 2024 übertrafen die Prognosen deutlich und das Unternehmen sollte in der Lage sein, diese Leistung fortzusetzen.

Die größte Stärke des Unternehmens liegt jedoch in seinem Sale-Leaseback-Modell, das nicht nur die Bilanz schützt, sondern auch das dringend benötigte Betriebskapital bereitstellt, um das Wachstum des Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Dies ist, was die Unternehmensleitung in ihrer Gewinnbesprechung zu Beginn dieses Jahres sagte:

Die Aktionäre sollten dies daher als Gewinn betrachten, da weniger Ablenkung im Allgemeinen zu einem besseren Management führt, was wiederum den Aktionären Gewinne beschert. Die Aktie ist seit Jahresbeginn bereits um 25 % gestiegen und es gibt keinen Grund, warum dieser Trend in der zweiten Jahreshälfte anhalten sollte.