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Grifols-Gründerfamilie und Brookfield schließen sich für potenzielles Übernahmeangebot in Höhe von 5,5 Milliarden Euro zusammen

Grifols-Gründerfamilie und Brookfield schließen sich für potenzielles Übernahmeangebot in Höhe von 5,5 Milliarden Euro zusammen
Diya Poddar
08. Juli 2024, 14:21 PM
  • Die Familie Grifols, die einen Anteil von fast 30 % an dem Unternehmen hält, arbeitete bei der Übernahme mit Brookfield zusammen.
  • Die spanische Regulierungsbehörde CNMV hat den Handel mit Grifols-Aktien im Bluechip-Index ausgesetzt.
  • Händler hatten nach der Übernahmenachricht mit einem Anstieg des Aktienkurses gerechnet.

Die Gründerfamilie von Grifols und der kanadische alternative Vermögensverwalter Brookfield haben sich zusammengeschlossen, um ein potenzielles Übernahmeangebot für das spanische Pharmaunternehmen Grifols abzugeben.

Sollte dieser Schritt erfolgreich sein, hätte dies zur Folge, dass Grifols von der Börse genommen würde.

Vorstand von Grifols erwägt vorläufiges Angebot

Am Montag gab Grifols in einer Regulierungsmitteilung bekannt, dass sein Vorstand am Wochenende zusammengekommen sei, um ein vorläufiges Übernahmeangebot von Brookfield und der Gründerfamilie zu prüfen, die derzeit fast 30 % der Aktien des Unternehmens halten.

Der Vorschlag sieht die Gewährung des Zugriffs auf bestimmte Unternehmensdaten vor, um die Due Diligence zu erleichtern und den Weg für eine mögliche Übernahme aller ausstehenden Grifols-Aktien zu ebnen.

Handelsstopp und Spekulation

Die Ankündigung führte zu einer Aussetzung des Handels der Grifols-Aktien im spanischen Leitindex IBEX.

Diese Entscheidung der spanischen Wertpapieraufsicht CNMV fiel kurz vor Börseneröffnung. Vor der Aussetzung hatten Händler mit einem Kursanstieg von Grifols um etwa 8 bis 10 Prozent gerechnet.

Die nächsten Schritte der Gründerfamilie

Einem am Sonntag in der spanischen Wirtschaftszeitung Cinco Dias veröffentlichten Bericht zufolge möchte die Gründerfamilie Zugriff auf die Finanzunterlagen von Grifols erhalten, um innerhalb der nächsten Wochen ein endgültiges Angebot zu unterbreiten.

Der Bericht besagt außerdem, dass Lazard als alleiniger Finanzberater für beide an der potenziellen Übernahme beteiligten Parteien fungiert.

Potenzieller Dealwert und unbeantwortete Fragen

Grifols gab den potenziellen Wert der Transaktion nicht bekannt, Cinco Dias schätzt jedoch, dass er 5,5 Milliarden Euro (ungefähr 5,96 Milliarden US-Dollar) erreichen könnte.

Das Unternehmen räumte in seiner Erklärung auch die Unsicherheit hinsichtlich des Ausgangs der möglichen Transaktion und ihrer genauen Bedingungen ein.

Aktionärslandschaft von Grifols und aktuelle Herausforderungen

Zu den Hauptaktionären von Grifols zählen die renommierten Investmentfirmen Capital Group, BlackRock, Europacific und Rokos Global sowie die Nachkommen der Gründerfamilie, die das Unternehmen von einem kleinen, familiengeführten Labor in Barcelona zu einem weltweit führenden Unternehmen auf dem Markt für Plasmaderivate machten.

Grifols steht seit Anfang 2024 vor großen Herausforderungen. Der Short-Seller Gotham City Research veröffentlichte eine Reihe von Berichten, in denen er dem Unternehmen vorwarf, die Gewinne aufzublähen und den Schuldenstand herunterzuspielen. Diese Vorwürfe führten zu einem Rückgang des Börsenwerts von Grifols um mehrere Milliarden Euro.

Als Reaktion auf die Berichte über Leerverkäufer führte Grifols Governance-Reformen durch und korrigierte seine gemeldeten Verschuldungszahlen nach oben, wie es die CNMV verlangte. Im Rahmen einer kürzlich erfolgten Umstrukturierung des Managements ernannte das Unternehmen einen neuen Finanzvorstand, Rahul Srinivasan.

Letzte Woche refinanzierte Scranton Enterprises, ein mit der Familie Grifols verbundenes Unternehmen, im Rahmen einer Vereinbarung mit einem privaten Investor 377 Millionen Euro Schulden einer seiner Einheiten.

Das mögliche Übernahmeangebot der Familie Grifols und Brookfield wirft einen Schatten der Ungewissheit auf die Zukunft des spanischen Pharmaunternehmens.

Während die Einzelheiten und der Ausgang des Angebots noch unklar sind, hat es zweifellos bedeutende Entwicklungen für Grifols, seine Investoren und die gesamte Pharmaindustrie angestoßen.