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Deutschland verbietet rechtsextremes Compact-Magazin

Deutschland verbietet rechtsextremes Compact-Magazin
Harsh Vardhan
16. Juli 2024, 13:54 PM
  • Das Verbot umfasst Durchsuchungen in vier Bundesländern zur Beschlagnahmung von Vermögenswerten und zur Sicherung von Beweisen.
  • Die Zeitschrift Compact wurde vom Bundesamt als extremistisch, nationalistisch und minderheitenfeindlich eingestuft.
  • Innenministerin Nancy Faeser betonte, wie wichtig es sei, Hassreden zu bekämpfen.

Das deutsche Innenministerium kündigte am Dienstag das Verbot der rechtsextremistischen Publikation „Compact“ an, ein wichtiger Schritt im anhaltenden Kampf des Landes gegen Hassreden und extremistische Propaganda.

Das Verbot erstreckt sich auch auf die Tochtergesellschaft von Compact, Conspect Film, und untersagt ihr die Fortsetzung ihrer Aktivitäten.

Razzien in mehreren Staaten

Im Zusammenhang mit dem Verbot führten die Behörden in vier deutschen Bundesländern Durchsuchungen in mit der Zeitschrift in Verbindung stehenden Gebäuden durch: Brandenburg, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Ziel dieser Razzien war die Beschlagnahme von Vermögenswerten und die Sammlung von Beweisen, um die Durchsetzung des Verbots zu unterstützen. Das entschlossene Vorgehen des Innenministeriums unterstreicht Deutschlands Engagement, den Extremismus an der Wurzel zu bekämpfen.

Gründe für das Verbot

Innenministerin Nancy Faeser gab eine klare Begründung für das Verbot:

Faeser betonte, dass man gegen diejenigen vorgehen müsse, die mit ihren Veröffentlichungen Hass und Gewalt schüren.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte das Magazin Compact bereits 2021 als extremistisch, nationalistisch und minderheitenfeindlich eingestuft. Diese Einstufung ebnete den Weg für das Verbot vom Dienstag und verdeutlichte die Rolle des Magazins bei der Förderung einer gefährlichen Ideologie, die die demokratischen Werte Deutschlands bedroht.

Reichweite und Einfluss des Compact-Magazins

Das von Jürgen Elsässer geführte Magazin Compact verfügt mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren und dem Online-Videokanal Compact TV über eine große Reichweite.

Das Magazin betreibt außerdem einen Onlineshop, in dem es Merchandise verkauft, darunter auch umstrittene Artikel wie eine Münze mit dem Bild des rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke, der kürzlich wegen der Verwendung eines Nazi-Slogans verurteilt wurde.

Trotz seiner Einstufung als extremistisch ist das Magazin in der deutschen Medienlandschaft präsent und verbreitet Ansichten, die mit rechtsextremen Ideologien übereinstimmen. Das Verbot soll diese Verbreitung unterbinden und die Verbreitung von Hassreden eindämmen.

Reaktionen auf das Verbot

Die AfD kritisierte das Verbot und sprach von einem "schweren Schlag gegen die Pressefreiheit".

Die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla drückten ihre Bedenken aus und erklärten:

Diese Reaktion unterstreicht die anhaltende Debatte über das Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und der Notwendigkeit, Hassreden und Extremismus zu bekämpfen.

Die Haltung des Innenministeriums ist jedoch klar: Hass und Gewalt unter dem Deckmantel der Pressefreiheit zu schüren, ist inakzeptabel. Faesers Botschaft war eindeutig:

„Wir werden nicht zulassen, dass die ethnische Zugehörigkeit darüber entscheidet, wer zu Deutschland gehört und wer nicht.“ Diese entschiedene Haltung ist ein Hinweis auf die Verpflichtung der Regierung, demokratische Werte zu wahren und Minderheitengemeinschaften zu schützen.

Bisherige Maßnahmen gegen Compact

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Compact-Magazin wegen seiner Inhalte mit Konsequenzen konfrontiert wird. Im Jahr 2020 löschten die Facebook- und Instagram-Plattformen von Meta die Konten des Magazins aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Hassreden.

Diese Maßnahmen spiegeln ein breiteres Bewusstsein für die Gefahren wider, die von extremistischen Veröffentlichungen ausgehen, sowie für die Notwendigkeit, ihre Präsenz sowohl online als auch offline zu regulieren.

Auswirkungen des Verbots

Das Verbot der Zeitschrift Compact ist ein wichtiger Schritt in Deutschlands Bemühungen, den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Es sendet ein starkes Signal, dass die Regierung entschlossen gegen diejenigen vorgehen will, die Hass und Gewalt anstiften.

Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, die gewährleisten soll, dass die demokratischen Werte Deutschlands gewahrt bleiben und extremistische Ideologien in der Gesellschaft keinen Fuß fassen.