Microsoft-Ausfall erklärt: Wie ein Problem beim Cybersicherheitsunternehmen CrowdStrike die Welt zum Stillstand brachte

Microsoft-Ausfall erklärt: Wie ein Problem beim Cybersicherheitsunternehmen CrowdStrike die Welt zum Stillstand brachte
Harsh Vardhan
19. Juli 2024, 10:05 AM
  • Weltweiter Microsoft-Ausfall führt zu Störungen im Flugverkehr, im Supermarkt- und Bankbetrieb.
  • Cybersicherheitsexperten identifizieren das CrowdStrike-Update als mögliche Ursache des Problems.
  • Microsoft gibt an, aktiv an der Eindämmung der Auswirkungen des Ausfalls gearbeitet zu haben.

Ein massiver weltweiter Ausfall der Microsoft-Dienste hat zu weitreichenden Störungen in zahlreichen Branchen geführt, darunter der Luftfahrt, dem Einzelhandel, dem Bankwesen und den Medien.

Der Ausfall führte zum plötzlichen Herunterfahren zahlreicher Windows-Computer, was weltweit zu erheblichen betrieblichen Herausforderungen führte.

Das Problem hat wichtige Dienste beeinträchtigt und zu erheblichen Unannehmlichkeiten für Millionen von Benutzern geführt.

Microsoft-Ausfall wütet und beeinträchtigt wichtige Dienste weltweit

In Australien meldete Virgin Australia aufgrund des IT-Ausfalls einen vollständigen Stopp aller ankommenden und abgehenden Flüge am Flughafen Sydney.

Auch am Flughafen Melbourne kam es zu Verzögerungen beim Check-in. Als Begründung wurde ein „globales Technologieproblem“ angegeben, das den Service beeinträchtige.

In den USA wurden Flüge von AMERICAN Airlines, Delta und United angewiesen, in der Luft zu bleiben, da ein weltweiter Microsoft-Ausfall zu Reisechaos für Passagiere geführt hat.

In Indien haben drei große Fluggesellschaften – IndiGo, SpiceJet und Akasa Air – aufgrund des Microsoft-Ausfalls mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen.

Diese Störungen beeinträchtigen wichtige Vorgänge wie Buchung, Check-in und Flugaktualisierungen und führen zu Verspätungen und Unannehmlichkeiten für die Passagiere.

Der Ausfall beschränkte sich nicht nur auf den Flugverkehr. Weltweit kam es zu Störungen verschiedener wichtiger Dienste.

Auch der Mediensektor war stark betroffen. Die Frühstückssendung von Sky News wurde aufgrund des Ausfalls durch Archivmaterial ersetzt und der britische Nachrichtensender Sky News stellte den Betrieb ein.

Dem Sydney Morning Herald zufolge kam es durch den Ausfall zu Störungen bei ABC News 24 und der Ausstrahlung von Nachrichtenpaketen.

Auch der Einzelhandel und der Finanzdienstleistungssektor blieben nicht verschont. In den australischen Woolworth-Supermärkten kam es zu Systemabstürzen, sodass Kunden keine Zahlungen mehr abschließen konnten.

Auch die Londoner Börse meldete Störungen mit Auswirkungen auf den Finanzbetrieb.

Was hat dieses Technikchaos verursacht?

Cybersicherheitsexperten wiesen schnell auf ein Problem mit der Antivirensoftware CrowdStrike hin, das offenbar Computerabstürze verursachte.

Troy Hunt, ein Cybersicherheitsforscher, betonte die weitverbreitete Natur des Problems auf X und erklärte, dass „im Moment etwas total Seltsames passiert“, da Menschen auf der ganzen Welt berichteten, dass ihre Windows-Computer den „Bluescreen des Todes“ zeigten und in den Wiederherstellungsmodus wechselten.

Senad Arun, Gründer des Cyber-Forschungsunternehmens Imperum, bezeichnete den Vorfall als „CrowdStrike Doom’s Day“.

CrowdStrike bestätigte das Problem auf seiner Website und merkte an: „CrowdStrike sind Berichte über Abstürze unter Windows im Zusammenhang mit dem Falcon Sensor bekannt.“

Laut den Service Health Status-Updates von Microsoft ist die vorläufige Ursache des Problems

Diese Ausfälle betrafen „nachgelagerte (und abhängige) Microsoft 365-Dienste“.

CrowdStrike Engineering, das mit Microsoft zusammenarbeitet, hat eine mit dem Problem in Zusammenhang stehende Inhaltsbereitstellung identifiziert und die Änderungen rückgängig gemacht.

Das Unternehmen stellte betroffenen Windows-Benutzern Schritte zur Lösung des Problems zur Verfügung, darunter das Starten von Windows im abgesicherten Modus oder in der Windows-Wiederherstellungsumgebung und das Löschen einer bestimmten Datei im CrowdStrike-Verzeichnis.

Reaktion von Microsoft und fortlaufende Schadensbegrenzung

Microsoft hat aktiv daran gearbeitet, die Auswirkungen des Ausfalls abzumildern. In einem ausführlichen Thread zu X erklärte das Unternehmen:

„Wir arbeiten daran, den betroffenen Verkehr auf alternative Systeme umzuleiten, um die Auswirkungen schneller zu mildern. Wir beobachten weiterhin einen positiven Trend bei der Serviceverfügbarkeit, während wir den betroffenen Verkehr weiter umleiten.“

Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Dienste „kontinuierlich verbessert werden, während wir weiterhin Maßnahmen zur Risikominderung ergreifen.“

Microsoft betonte außerdem, dass es sich der Bewältigung der anhaltenden Auswirkungen auf die verbleibenden Microsoft 365-Apps, die sich in einem beeinträchtigten Zustand befinden, widmen werde.

Der weltweite Microsoft-Ausfall hat die Anfälligkeit vernetzter Systeme und die weitreichenden Auswirkungen solcher Störungen unterstrichen.

Von der Luftfahrt und dem Einzelhandel bis hin zum Banken- und Mediensektor hat der Ausfall wichtige Dienste beeinträchtigt und für Millionen von Benutzern weltweit erhebliche Unannehmlichkeiten verursacht.

Während Microsoft und CrowdStrike an der Lösung des Problems arbeiten, hoffen Unternehmen und Verbraucher auf eine schnelle Lösung, um den normalen Betrieb wiederherzustellen.