US-Gesetzentwurf zur strategischen Bitcoin-Reserve offiziell im Senat eingebracht

US-Gesetzentwurf zur strategischen Bitcoin-Reserve offiziell im Senat eingebracht
Rony Roy
01. Aug. 2024, 09:19 AM
  • Der Gesetzentwurf sieht die Einrichtung sicherer, dezentraler Bitcoin-Speichereinrichtungen in den gesamten USA vor.
  • Die Reserve beabsichtigt, 1 Million Bitcoin zu erwerben.
  • Der Gesetzentwurf schützt das Recht des Benutzers auf Selbstverwaltung.

Die US-Senatorin Cynthia Lummis hat den Gesetzentwurf zur strategischen Bitcoin-Reserve eingebracht. Der Gesetzentwurf verpflichtet die US-Regierung, einen Reservefonds unter Verwendung der führenden Kryptowährung einzurichten, um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und finanzielle Souveränität des Landes zu stärken.

Nach ihrer Rede auf der Bitcoin Nashville 2024-Konferenz, auf der sie zunächst eine BTC-Reserve vorschlug, wurde der Gesetzentwurf mit dem Titel „Boosting Innovation, Technology and Competitiveness through Optimised Investment Nationwide (BITCOIN) Act“ nun dem Senat vorgelegt. In einem Auszug aus dem Gesetzesentwurf heißt es:

Wie werden die Bitcoins gespeichert?

Im Rahmen der Gesetzgebung soll in den gesamten Vereinigten Staaten ein „dezentrales Netzwerk“ sicherer Bitcoin-Speichereinrichtungen aufgebaut werden. Diese Reserven würden als Cold-Storage-System für staatseigene Bitcoins dienen und vom Finanzminister überwacht werden.

Der Finanzminister wäre außerdem für die „Überwachung“ und „Prüfung“ der Reserve verantwortlich.

Darüber hinaus würde das Finanzministerium mit dem Verteidigungsminister und dem Heimatschutzminister sowie Branchenexperten zusammenarbeiten, um die Einrichtungen zu sichern.

Die Regulierungsbehörde wird außerdem sicherstellen, dass alle digitalen Vermögenswerte, die aus Bitcoin-Forks und Airdrops stammen, erfasst und in der Reserve gespeichert werden. Darüber hinaus können diese Vermögenswerte fünf Jahre nach ihrem Erwerb nicht verkauft oder veräußert werden, es sei denn, die neue Gesetzgebung erlaubt dies ausdrücklich.

Wie viele Bitcoins würden erworben werden?

Außerdem wurde ein Bitcoin-Kaufprogramm ins Leben gerufen, in dessen Rahmen die Regierung maximal 1.000.000 Bitcoins erwerben darf. Die Transaktionen sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren abgewickelt werden, wobei jährlich maximal 200.000 BTC gekauft werden dürfen.

Diese Übernahmen würden transparent durchgeführt, um Marktstörungen zu minimieren. Die erworbenen BTC würden mindestens 20 Jahre lang gehalten, mit Einschränkungen gegen ihren vorzeitigen Verkauf.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem ein „Proof of Reserve“-System vor, das vierteljährlich kryptografische Bescheinigungen zur Überprüfung der Bestände innerhalb der strategischen Bitcoin-Reserve erfordert. Berichte über den Status des Bitcoin-Kaufprogramms werden jährlich veröffentlicht.

Wie werden die Bitcoin-Käufe finanziert?

Es wurden mehrere Finanzierungsmechanismen vorgeschlagen, die es ermöglichen würden, „die Kosten der strategischen Bitcoin-Reserve auszugleichen“.

Der Hauptansatz besteht darin, überschüssige Mittel der Federal Reserve Banks umzuverteilen. Konkret ändert das Gesetz einen Abschnitt des Federal Reserve Act, um die gesetzliche Obergrenze für überschüssige Mittel der Reservebanken von 6,825 Milliarden Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar zu senken.

Durch diese Anpassung werden zusätzliche Mittel freigegeben, da die ersten 6 Milliarden Dollar der Nettogewinne, die von den Federal Reserve Banks jedes Jahr zwischen 2025 und 2029 an das Finanzministerium überwiesen werden, zur Finanzierung des Bitcoin-Kaufprogramms verwendet werden sollen.

Darüber hinaus sieht das Gesetz eine Neubewertung der von der Federal Reserve gehaltenen Goldzertifikate vor. Die Federal Reserve-Banken sind verpflichtet, alle ihre ausstehenden Goldzertifikate dem Finanzminister innerhalb von 180 Tagen nach Verabschiedung des Gesetzes vorzulegen.

Danach würde der Finanzminister innerhalb von drei Monaten neues Goldzertifikat ausstellen, das „den fairen Marktwert des Goldes widerspiegelt“.

Die Differenz im Barwert zwischen den alten und den neuen Zertifikaten würde an das Finanzministerium überwiesen und so eine weitere Finanzierungsquelle für die Bitcoin-Reserve darstellen.

Schließlich befasst sich der Gesetzentwurf auch mit der Frage der Selbstverwahrung und enthält Bestimmungen zur Bestätigung und Wahrung des Rechts von Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen, die Kontrolle über ihre Bitcoin-Bestände ohne Einmischung der Regierung zu behalten.