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Stratege warnt vor Intels KI-Aussichten, da die Aktie aufgrund von Stellenabbau und Dividendenaussetzung um 20 % einbricht

Stratege warnt vor Intels KI-Aussichten, da die Aktie aufgrund von Stellenabbau und Dividendenaussetzung um 20 % einbricht
Wajeeh Khan
02. Aug. 2024, 14:45 PM
  • Laut Eric Ross liegt Intel Corp im Bereich der künstlichen Intelligenz meilenweit hinter seinem Konkurrenten TSMC zurück.
  • Im zweiten Quartal meldete Intel einen Rückgang seines Rechenzentrumsumsatzes um 3 % im Vergleich zum Vorjahr.
  • Ross bezeichnete Intel als „alte Geschichte“, da das Unternehmen es nicht geschafft hatte, seine Prozesstechnologie konsequent umzustellen.

Intel Corp (NASDAQ: INTC) strebt danach, sich als bedeutender Akteur im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu etablieren. Eric Ross, Chief Investment Strategist bei Cascend Securities, warnt jedoch, dass Intel keine echte KI-Aktie sei.

Ross kritisiert, dass Intel im letzten Jahrzehnt bei der Weiterentwicklung der Prozesstechnologie hinterherhinkt, was zu den enttäuschenden Ergebnissen des Unternehmens im zweiten Finanzquartal beigetragen habe.

Im zweiten Quartal meldete Intel einen Rückgang seines Rechenzentrumsumsatzes um 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies deutet darauf hin, dass KI möglicherweise nicht der erwartete Wachstumstreiber für den Halbleitergiganten ist.

Nach dieser Nachricht stürzte die Intel-Aktie am Freitag im vorbörslichen Handel um mehr als 20 % ab.

Intel hinkt TSMC hinterher

Bei einem Auftritt bei CNBC bezeichnete Ross Intel als „alte Geschichte“, da es dem Unternehmen nicht gelungen sei, seine Prozesstechnologie konsequent von 14 nm auf 10 nm und dann auf 7 nm umzustellen.

Er betonte, dass Intel mittlerweile fast zwei Generationen hinter der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zurückliege, die ihren Technologieübergang reibungslos vollzogen habe.

Infolgedessen verliert Intel sogar Marktanteile an Advanced Micro Devices (AMD), das von der fortschrittlichen Technologie von TSMC profitiert.

Ross wies auch darauf hin, dass Intel die milliardenschwere Initiative der US-Regierung zur Inlandsproduktion von Chips nur unzureichend genutzt habe.

Er prognostiziert, dass Intel mindestens zwei bis drei Jahre aggressiver Investitionen benötigen wird, um in der Prozesstechnologie zu TSMC aufzuschließen, was die Aktie kurz- bis mittelfristig unattraktiv machen wird.

Intel-Aktie fällt aufgrund düsterer Prognosen

Die Aktien von Intel erleiden einen erheblichen Einbruch, nicht nur aufgrund enttäuschender Ergebnisse, sondern auch wegen der Pläne des Konzerns, die Belegschaft weltweit um 15 % zu reduzieren.

Dies bedeutet, dass etwa 18.000 Mitarbeiter entlassen werden, da das Unternehmen jährliche Kosteneinsparungen von 10 Milliarden Dollar anstrebt.

Darüber hinaus hat Intel am Freitag die Dividendenzahlungen für das vierte Quartal ausgesetzt.

Für das laufende Finanzquartal prognostizierte Intel einen Verlust pro Aktie von 3 Cent bei einem Umsatz von bis zu 13,5 Milliarden Dollar und lag damit deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die von einem Gewinn pro Aktie von 31 Cent und einem Umsatz von 14,35 Milliarden Dollar ausgegangen waren.

Dieser krasse Gegensatz in der Prognose veranlasste den Analysten Vivek Arya von der Bank of America dazu, die Intel-Aktie auf „Underperform“ herabzustufen und sein Kursziel auf 23 Dollar zu senken, was dem aktuellen Handelspreis von Intel entspricht.

Die jüngsten Schwierigkeiten von Intel verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen in der wettbewerbsintensiven Halbleiterbranche gegenübersieht.

Trotz Intels Bemühungen, sich als KI-fokussiertes Unternehmen neu zu positionieren, wurde der Fortschritt des Unternehmens durch technologische Verzögerungen und strategische Fehltritte behindert.

Das Unternehmen muss gegenüber Branchenführern wie TSMC aufholen und schafft es nicht, Regierungsinitiativen wirksam zu nutzen. Das lässt darauf schließen, dass ihm ein schwieriger Weg bevorsteht.

Intels Engagement für erhebliche Kosteneinsparungen und mögliche künftige Investitionen in die Prozesstechnologie könnten dem Unternehmen jedoch letztlich eine bessere Marktposition verschaffen.

Anleger müssen genau beobachten, wie Intel diese Herausforderungen meistert und ob das Unternehmen in der hart umkämpften Technologielandschaft wieder Fuß fassen kann.