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MSCI senkt China-Aktien und erhöht Indiens Präsenz als Zeichen für Wandel auf den Schwellenmärkten

MSCI senkt China-Aktien und erhöht Indiens Präsenz als Zeichen für Wandel auf den Schwellenmärkten
Vatsala Gaur
13. Aug. 2024, 11:29 AM
  • MSCI entfernt 60 chinesische Aktien und reduziert damit Chinas Präsenz in den Schwellenmarktindizes weiter.
  • Sieben indische Aktien werden in den nächsten Wochen zum MSCI Global Standard Index hinzugefügt.
  • Das Gewicht der HDFC Bank soll in zwei Tranchen erhöht werden.

In einer bemerkenswerten Wende wird MSCI (Morgan Stanley Capital International) eine beträchtliche Anzahl chinesischer Aktien aus seinen Indizes streichen, was die zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Aussichten für China widerspiegelt.

Gleichzeitig macht Indien große Fortschritte beim Schließen der Lücke zu China im MSCI Global Standard Index. Das Land hat die Aufnahme von sieben neuen Aktien in seinen Indien-Index sowie eine Aufstockung des Gewichts der HDFC Bank bekannt gegeben, was auf eine Veränderung in der Wirtschaftslandschaft der Schwellenmärkte hindeutet.

Die Aktienindizes von MSCI werden von institutionellen Anlegern weltweit zur Vermögensallokation und Anlageanalyse verfolgt.

Chinas Rückgang in den MSCI-Indizes

MSCI Inc. hat angekündigt, in diesem Monat 60 Aktien aus dem MSCI China Index zu streichen. Zuvor waren bereits im Mai 56 Aktien und im Februar 66 Aktien gestrichen worden. Dies ist die höchste Zahl an Streichungen seit mindestens zwei Jahren.

Ende Juli machte China 22,33 % des Schwellenmarktindex aus.

Die Änderungen, die nach Börsenschluss am 30. August wirksam werden, gelten auch für den MSCI All Country World Index. Zu den Aktien, die aus dem Index entfernt werden sollen, gehören Air China Ltd., Sany Heavy Equipment International Holding Co. und Shanghai Fosun Pharmaceutical Group.

Die Streichungen unterstreichen die zunehmend düsteren Aussichten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, da chinesische Aktien Gefahr laufen, ihre übergroße Präsenz in den Portfolios der Schwellenmärkte an Konkurrenten wie Indien und Taiwan zu verlieren.

In einem Bloomberg-Bericht erklärte Marvin Chen, ein Stratege bei Bloomberg Intelligence in Hongkong:

Indiens Aufstieg im MSCI Global Standard Index

Im Gegensatz zur Reduzierung chinesischer Aktien aus seinen Indizes kündigte MSCI die Aufnahme von sieben Aktien in seinen Indien-Index an, darunter Dixon Technologies India Ltd., ein Zulieferer von Samsung Electronics Co.

In der Zwischenzeit wird die Bandhan Bank Ltd. entfernt und der Anteil der HDFC Bank Ltd. wird schrittweise erhöht.

Rail Vikas Nigam Limited (RVNL), Dixon Technologies, Vodafone Idea, Oil India, Zydus Lifesciences, Prestige Estate Project und Oracle Financial Services Software (OFSS) sind die sieben Aktien, die in den nächsten Wochen in den MSCI Global Standard Index aufgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung von MSCI.

Dieser Schritt wird die globale Sichtbarkeit der Aktien erhöhen und ausländische Investoren anziehen.

Der Aktienkurs von Dixon und Oil India stieg um 3 % bzw. 2,72 %.

MSCI gab bekannt, dass die HDFC Bank in seinen Indizes bleiben und der „Foreign Inclusion Factor“ für die Aktie von 0,37 auf 0,56 angehoben wird. Das bedeutet, dass 56 % der Aktien des Unternehmens für ausländische Investitionen im Index zur Verfügung stehen werden.

Die Gewichtung der Bank im Global Standard Index wird in zwei Tranchen erhöht.

Die HDFC Bank dürfte deutlich zulegen. Laut Abhilash Pagaria, Leiter für alternative und quantitative Analysen bei Nuvama Wealth Management Ltd., dürfte die stärkere Gewichtung kurzfristig Zuflüsse in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar und bis November weitere 1,8 Milliarden Dollar anziehen.

Indiens zunehmendes Gewicht dürfte Zuflüsse von bis zu 3 Milliarden Dollar bringen

Der Anteil Indiens am MSCI Global Standard Index, der die Aktien der Schwellenländer abbildet, ist auf ein Rekordhoch gestiegen.

Der Anteil des Landes soll von 19,2% auf 19,8% steigen, während der Anteil Chinas von 24,8% auf 24,2% sinken soll. Diese Verschiebung dürfte laut Nuvama Zuflüsse von rund 3 Milliarden Dollar in Indiens Aktienmärkte nach sich ziehen.

Die Änderungen der Indexgewichte werden nach Börsenschluss am 30. August wirksam.

„Angesichts des aktuellen Tempos und der Dynamik bei inländischen Aktien könnte Indien bis zum Jahresende möglicherweise die Gewichtung von 22 Prozent überschreiten“, sagte Pagaria.

Analysten und Fondsmanager sind sich weitgehend einig, dass die zunehmende Präsenz Indiens im MSCI Emerging Markets (EM) Index die Attraktivität des Index für globale Anleger steigert, die aufgrund der Dominanz Chinas vorsichtig waren.

Dieser Wandel dürfte Indien zu einem attraktiveren eigenständigen Investitionsstandort machen, insbesondere angesichts des steigenden Aktienmarkts, des erhöhten Streubesitzes von Unternehmen und der neuen großen Börsennotierungen, die die Gewichtungslücke bis zum Jahresende verringern werden.

Globale Fonds dürften jedoch auf dem breiteren Markt vorsichtig bleiben und angesichts der hohen Bewertungen der Wertpapiere höchstwahrscheinlich auf ausgewählte Aktien auf dem fünftgrößten Markt Asiens setzen, sagten Marktbeobachter.

Weitere Unternehmen, deren Gewichtung im Index steigen wird, sind Bharti Airtel, Coal India und Mphasis. Maruti Suzuki India, LTIMindtree, Ambuja Cements, Adani Enterprises, Yes Bank und SRF werden dagegen weniger Gewicht haben.