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Bavarian Nordic strebt wichtige EU-Zulassung für Mpox-Impfstoff für Jugendliche an

Bavarian Nordic strebt wichtige EU-Zulassung für Mpox-Impfstoff für Jugendliche an
Prachi Khanna
16. Aug. 2024, 15:39 PM

Das dänische Biotechnologieunternehmen Bavarian Nordic gab am Freitag bekannt, dass es der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) Daten vorgelegt habe, die eine Ausweitung des Einsatzes seines Mpox-Impfstoffs auf Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren bezwecken.

Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf die jüngste Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einem öffentlichen Gesundheitsnotstand aufgrund einer neuen Variante des Virus.

EMA-Zulassung für den Einsatz des Mpox-Impfstoffs bei Teenagern

Paul Chaplin, CEO von Bavarian Nordic, erklärte, dass die Zulassung des Impfstoffs mit dem Markennamen JYNNEOS und auch bekannt als IMVANEX von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung des aktuellen Mpox-Ausbruchs, insbesondere des Stamms der Klade 1b, sei.

Dieser neue Stamm befällt vor allem Teenager und Kleinkinder, wie ein jüngster Anstieg der Fälle zeigt. Der Antrag des Unternehmens an die EMA zielt darauf ab, diese Bedenken auszuräumen, indem die Impfberechtigung auf jüngere Bevölkerungsgruppen ausgeweitet wird.

„Die neuesten Daten, die wir vorgelegt haben, sind von entscheidender Bedeutung, da sie darauf abzielen, den Einsatz unseres Impfstoffs auf Jugendliche auszuweiten“, sagte Chaplin gegenüber „Squawk Box Europe“ von CNBC.

Er betonte, dass über 70 % der Mpox-Fälle in Afrika Personen unter 18 Jahren betreffen, was die Notwendigkeit einer breiteren Impfabdeckung in dieser Altersgruppe unterstreicht.

EMA-Prüfung steht aus

Derzeit ist der Impfstoff von Bavarian Nordic für die Anwendung bei Erwachsenen ab 18 Jahren zugelassen und es handelt sich um den einzigen sowohl von der FDA als auch von der EMA zugelassenen Mpox-Impfstoff.

Der Antrag des Unternehmens auf eine erweiterte Zulassung würde die Verabreichung des Impfstoffs an Teenager ermöglichen, was nach Ansicht Chaplins für die Eindämmung des Ausbruchs von entscheidender Bedeutung ist.

Eine Zulassung durch die EMA würde möglicherweise auch den Einsatz des Impfstoffs in Afrika erleichtern, wo der Ausbruch am schwerwiegendsten ist.

Bavarian Nordic strebt nicht nur eine Zulassung für Teenager an, sondern untersucht derzeit auch die Wirksamkeit des Impfstoffs bei Kindern ab zwei Jahren. Ergebnisse werden im nächsten Jahr erwartet.

Ziel dieser Forschung ist es, die Einsatzmöglichkeiten des Impfstoffs auszuweiten und zusätzlichen Schutz vor dem Virus zu bieten.

Reaktion der Aktienmärkte

Nachdem die WHO am Mittwoch einen öffentlichen Gesundheitsnotstand erklärt hatte, verzeichnete der Aktienkurs von Bavarian Nordic einen deutlichen Anstieg.

Die Aktien des Unternehmens stiegen am Donnerstag um 17 Prozent und bis Freitagmittag in Kopenhagen um weitere 17,5 Prozent, was ein gestiegenes Interesse der Anleger angesichts der gestiegenen Nachfrage nach dem Impfstoff widerspiegelt.

Chaplin berichtete, dass das Unternehmen über beträchtliche Vorräte des Impfstoffs verfüge und bereit sei, ihn an bedürftige Länder zu verteilen. Er merkte jedoch an, dass logistische Herausforderungen die Verteilung in Afrika behinderten.

Der Impfstoff ist derzeit für die Verwendung in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und in Nigeria zugelassen und Bavarian Nordic arbeitet mit den Behörden der Nachbarländer zusammen, um den Zugang zu erleichtern.

WHO rät von Grenzschließungen ab

Der anhaltende Mpockenausbruch hat nach Angaben der WHO in diesem Jahr zu mehr als 15.000 gemeldeten Fällen und mindestens 537 Todesfällen geführt.

Der Ausbruch folgte auf einen früheren Mpox-Stamm, der 2022 zum öffentlichen Gesundheitsnotfall erklärt wurde.

Das Europäische Zentrum für die Prävention von Krankheiten warnte zwar vor einem hohen Infektionsrisiko für Reisende in die betroffenen Regionen, die WHO empfahl jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine Grenzschließungen.

Chaplin betonte, dass Bavarian Nordic zwar ein zentraler Akteur bei der Bekämpfung des Ausbruchs sei, jedoch eine umfassendere internationale Zusammenarbeit erforderlich sei.

Er betonte, dass koordinierte Anstrengungen nötig seien, um sicherzustellen, dass der Impfstoff diejenigen erreicht, die ihn am dringendsten benötigen, und um den Ausbruch wirksam einzudämmen.

„Bavarian Nordic ist Teil der Lösung, aber wir sind nicht die einzige Lösung“, sagte Chaplin. „Die internationale Gemeinschaft muss mit uns zusammenarbeiten, um den Impfstoff zu verteilen und diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.“