Bayer-Aktien steigen um 10 % nach wichtigem Rechtssieg im Roundup-Krebsstreit: Zeit zum Kaufen?

Bayer-Aktien steigen um 10 % nach wichtigem Rechtssieg im Roundup-Krebsstreit: Zeit zum Kaufen?
Diya Poddar
16. Aug. 2024, 14:39 PM
  • Das Urteil hat erhebliche Auswirkungen auf die zahlreichen Klagen, mit denen Bayer wegen Roundup konfrontiert ist.
  • Die Entscheidung könnte noch vom Obersten Gerichtshof der USA überprüft werden.
  • Die Aktie war in den letzten 12 Monaten um 49 % gefallen.

Die Aktien der Bayer AG verzeichneten im frühen deutschen Handel einen Anstieg von 10 %, nachdem sie einen entscheidenden Rechtsstreit um ihr Unkrautvernichtungsmittel Roundup errungen hatten.

Der starke Anstieg kam, nachdem ein Berufungsgericht in Philadelphia zugunsten der Bayer-Tochter Monsanto entschieden und ein vorheriges Urteil aufgehoben hatte, in dem das Unternehmen für die mit dem Herbizid verbundenen Krebsrisiken haftbar gemacht worden war.

Dieses Urteil stellt einen bedeutenden Sieg für Bayer dar, der dem Unternehmen in den laufenden Rechtsstreitigkeiten möglicherweise Erleichterung verschafft und seinem angeschlagenen Aktienkurs Auftrieb verleiht.

Die Bayer-Aktie war um fast 49 Prozent gefallen

Die Entscheidung des Berufungsgerichts drehte sich um die Auslegung des Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act (FIFRA), einer Bundesverordnung, die eine einheitliche Kennzeichnung von Pestiziden in den gesamten USA vorschreibt.

Das Gericht stellte fest, dass Bundesrecht Ansprüchen aus Landesrecht vorgeht, und hob damit das vorherige Urteil gegen Bayer auf.

Dieser juristische Sieg könnte für Bayer weitreichende Folgen haben, insbesondere vor den Gerichten der Bundesstaaten, wo die meisten Roundup-bezogenen Fälle verhandelt werden.

Das Urteil könnte einen Präzedenzfall schaffen, der den Ausgang laufender und künftiger Rechtsstreitigkeiten gegen das Unternehmen beeinflussen könnte.

Die Bayer-Aktie, die im vergangenen Jahr einen dramatischen Rückgang von fast 49 Prozent erlitten hatte, erholte sich am Freitag im Intraday-Handel deutlich um 10 Prozent.

Dies stellt den größten Intraday-Gewinn für das Unternehmen seit fünf Jahren dar und bietet einen Hoffnungsschimmer für Anleger, die den Aktienkurs von Bayer seit der umstrittenen Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 um mehr als 70 % einbrechen sahen.

Die Entscheidung könnte vom obersten Gericht überprüft werden

Das Urteil hat erhebliche Auswirkungen auf die zahlreichen Klagen, mit denen Bayer wegen Roundup konfrontiert ist.

Der Fall, der zu dieser Entscheidung führte, betraf einen professionellen Landschaftsgärtner, der behauptete, sein Non-Hodgkin-Lymphom sei durch den Kontakt mit Roundup entstanden.

Das Berufungsgericht hob das vorherige Urteil zu Gunsten des Klägers auf und führte aus, dass Monsanto nach dem Recht des Staates Pennsylvania aufgrund bundesstaatlicher Vorrangsbestimmungen nicht dazu verpflichtet sei, die Anwender vor den angeblichen Krebsrisiken zu warnen.

Dieses Urteil lässt darauf schließen, dass Ansprüche nach dem Recht der Bundesstaaten möglicherweise nicht durchsetzbar sind, wenn sie im Widerspruch zu Bundesvorschriften stehen. Diese Entwicklung könnte künftige Klagen gegen Bayer verhindern.

Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass 114.000 der 172.000 wegen Roundup eingereichten Klagen beigelegt oder abgewiesen wurden.

Bayer wies jedoch auch darauf hin, dass die Entscheidung noch immer vom Obersten Gerichtshof der USA überprüft werden könnte, was möglicherweise die Tür für weitere rechtliche Anfechtungen öffnen würde.

Bayer-Aktie legt zu

Der Markt reagierte positiv auf das Gerichtsurteil und die Bayer-Aktie gewann an der Frankfurter Wertpapierbörse an Fahrt.

Bis 11:15 Uhr lag der Kurs bereits bei über 8 Prozent und übertraf damit den DAX deutlich, der im gleichen Zeitraum ein bescheidenes Plus von rund 0,5 Prozent verzeichnete.

Der starke Anstieg des Bayer-Aktienkurses spiegelt den Optimismus der Anleger wider, dass es dem Unternehmen gelingen könnte, einige der mit dem Roundup-Rechtsstreit verbundenen finanziellen Risiken abzumildern.

Obwohl dieses Gerichtsurteil für Bayer eine positive Entwicklung darstellt, ist das Unternehmen weiterhin in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten um Roundup verwickelt.

Eine mögliche Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof der USA könnte diesen Sieg entweder festigen oder erneute rechtliche Unsicherheiten aufkommen lassen.

Derzeit haben Bayers Aktionäre Grund, vorsichtig optimistisch zu sein, während sich das Unternehmen durch die komplexe Rechtslage bewegt.