Institutionelle Anleger ändern Haltung, da Bitcoin-ETFs zu einer verstärkten Krypto-Akzeptanz führen
- Goldman Sachs gab bekannt, dass es in verschiedenen Bitcoin-bezogenen ETFs Bestände im Wert von über 418 Millionen US-Dollar hält.
- Morgan Stanley meldete außerdem Bestände in Spot-Bitcoin-Fonds im Wert von 188 Millionen US-Dollar.
- Das gesamte Nettovermögen der US-Bitcoin-Spot-ETFs ist auf 52 Milliarden Dollar gestiegen.
Das institutionelle Interesse an Kryptowährungen nimmt rasant zu, da Bitcoin-ETFs an Bedeutung gewinnen und damit einen bedeutenden Wandel in der Finanzlandschaft markieren.
Trotz der Skepsis bedeutender Finanzgrößen wie Jamie Dimon von JP Morgan und Sharmin Mossavar-Rahmani von Goldman Sachs, die Bitcoin zuvor als „Betrug“ und „Schneeballsystem“ bezeichnet hatten, investieren institutionelle Anleger zunehmend in den Krypto-Bereich.
Diese zunehmende Akzeptanz unterstreicht einen bemerkenswerten Trend: Finanzgiganten integrieren digitale Vermögenswerte in ihre Portfolios, getrieben sowohl von ihren eigenen strategischen Entscheidungen als auch von den Anforderungen der Vermögensverwaltungskunden.
Erhöhte institutionelle Beteiligungen an Bitcoin-ETFs
Jüngste Einreichungen gemäß SEC 13F zeigen einen starken Anstieg der institutionellen Investitionen in Bitcoin-ETFs im zweiten Quartal 2024.
Insbesondere gab Goldman Sachs Beteiligungen im Wert von über 418 Millionen US-Dollar in verschiedenen Bitcoin-bezogenen ETFs bekannt, darunter dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock und dem Fidelity Bitcoin ETF.
Angesichts der historisch skeptischen Haltung von Goldman Sachs gegenüber Kryptowährungen ist dieser Wandel bedeutsam.
Morgan Stanley meldete außerdem Bestände in Spot-Bitcoin-Fonds im Wert von 188 Millionen US-Dollar, obwohl dies einen Rückgang gegenüber dem Vorquartal darstellte.
Der Rückgang ist vor allem auf den Verkauf von Anteilen am Grayscale Bitcoin Trust zurückzuführen, der im Vergleich zu anderen ETFs höhere Verwaltungsgebühren hat.
Dennoch hat Morgan Stanley seinen 15.000 Finanzberatern die Befugnis erteilt, ausgewählten vermögenden Kunden BTC-ETFs anzubieten, was einen strategischen Schritt zur Integration des Krypto-Engagements in die Vermögensverwaltung darstellt.
Laut Vetle Lunde, Senior Analyst bei K33 Research, zeigten die 13F-Anmeldungen, dass am Ende des zweiten Quartals 1.199 professionelle Firmen in US-Spot-Bitcoin-ETFs investierten, ein Anstieg um 262 Firmen gegenüber dem Vorquartal.
„Während Privatanleger noch immer den größten Teil des Streubesitzes halten, erhöhten institutionelle Anleger ihren Anteil am gesamten verwalteten Vermögen um 2,41 Prozentpunkte und machen nun 21,15 % aus“, stellte Lunde fest.
Institutional ownership of BTC ETFs grew solidly in Q2!
— Vetle Lunde (@VetleLunde) August 16, 2024
According to 13F filings, 1,199 professional firms held investments in U.S. spot ETFs as of June 30, marking an increase of 262 firms over the quarter.
While retail investors still hold the majority of the float,… pic.twitter.com/YanrZpfcCG
Staatsfonds weiten ihr Krypto-Engagement aus
Der Anstieg institutioneller Beteiligungen beschränkt sich nicht nur auf Großbanken.
JPMorgan meldete ein minimales Krypto-Engagement mit etwa 42.000 US-Dollar im Bitcoin-Fonds von Grayscale und 18.000 US-Dollar im ProShares Bitcoin Strategy ETF.
HSBC und UBS haben größere Investitionen getätigt. HSBC hält Bitcoin-Spots im Wert von fast 3,6 Millionen Dollar und UBS ETF-Bestände im Wert von rund 300.000 Dollar. Bank of America meldete einen Gesamtbestand von rund 5,3 Millionen Dollar, hauptsächlich von BlackRock und Fidelity.
Darüber hinaus haben Hedgefonds wie Millennium Management, Capula Investment Management, Schonfeld Strategic Advisors und Steven Cohens Point72 Asset Management ebenfalls Anteile an Bitcoin-ETFs gemeldet.
Millennium Management, das ein Vermögen von 68 Milliarden Dollar verwaltet, bleibt trotz der Reduzierung seiner ETF-Anteile gegenüber dem Vorquartal einer der größten Anteilseigner.
Auch Staatsfonds bauen ihr Krypto-Engagement aus.
Der norwegische Staatsfonds (NBIM) verzeichnete seit dem 31. Dezember 2023 einen Anstieg seiner indirekten Bitcoin-Bestände um 62 % und besaß Mitte 2024 2.446 BTC im Wert von 142,9 Millionen US-Dollar.
Dieses Wachstum ist auf erhöhte Investitionen in MicroStrategy, Marathon Digital, Coinbase und Block Inc. zurückzuführen.
Trotzdem vermutet Lunde, dass der Anstieg eher auf die Sektorgewichtung und Risikodiversifizierung zurückzuführen sei als auf eine gezielte Strategie zur Anhäufung von Bitcoins.
Ebenso kaufte der südkoreanische National Pension Service (NPS), der drittgrößte öffentliche Pensionsfonds der Welt, 24.500 Aktien von MicroStrategy im Wert von 33,75 Millionen Dollar, wie aus SEC-Unterlagen vom 13. August hervorgeht.
Nettovermögen unter US-Bitcoin-Spot-ETFs steigt auf 52 Milliarden Dollar
Die Genehmigung von Bitcoin-ETFs durch die SEC im Januar 2024 war ein Wendepunkt für den Kryptomarkt.
Das gesamte Nettovermögen der US-Bitcoin-Spot-ETFs ist auf 52 Milliarden Dollar gestiegen.
Mathew McDermott, Global Head of Digital Assets bei Goldman Sachs, bezeichnete die Einführung dieser ETFs als Katalysator für eine neue Dynamik im Kryptosektor.
Eine aktuelle Umfrage von Global Digital Finance (GDF) ergab, dass 93 % der institutionellen Anleger, darunter große Finanzunternehmen in den USA, Asien, Europa und dem Nahen Osten, mittlerweile in irgendeiner Form mit Bitcoin handeln.
Während 74 % als Verwahrer für Bitcoin fungieren, beteiligen sich fast zwei Drittel über ETFs oder ETPs daran und 54 % nutzen Bitcoin im Kundenhandel.
Quelle: K33 Research
Elise Soucie, Executive Director of Policy and Regulation bei GDF, betonte, dass dieses Jahr einen entscheidenden Wandel hin zur institutionellen Einführung von Kryptowährungen markiert.
„Die Entscheidung der SEC, Bitcoin-ETFs zu genehmigen, hat den Markt erheblich beeinflusst, zusätzlich getrieben durch die starke Performance digitaler Vermögenswerte“, sagte Soucie.
Trotz anhaltender Volatilität und Kritik deutet das wachsende institutionelle Interesse auf eine allmähliche Akzeptanz von Kryptowährungen hin, die die Zukunft des digitalen Finanzwesens prägt und die allgemeine Integration digitaler Vermögenswerte fördert.
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