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US-Stellenwachstum nach revidierten Daten um 30% gesunken; IT-, Einzelhandels- und Fertigungssektor am stärksten betroffen

US-Stellenwachstum nach revidierten Daten um 30% gesunken; IT-, Einzelhandels- und Fertigungssektor am stärksten betroffen
Diya Poddar
22. Aug. 2024, 09:33 AM
  • Überarbeitete Daten lassen darauf schließen, dass der monatliche Stellenzuwachs bei etwa 174.000 lag und nicht bei den ursprünglich geschätzten 240.000.
  • Die Revision stärkt die Argumente für eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve im November.
  • Bidens Wirtschaftspolitik steht vor den Wahlen 2024 auf dem Prüfstand.

Die Stärke der US-Wirtschaft ist Thema hitziger Debatten, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen.

Überraschenderweise gab das US-Arbeitsministerium bekannt, dass die Zahl der im vergangenen Jahr geschaffenen Arbeitsplätze deutlich niedriger sei als zunächst gemeldet.

Aktuelle Daten zeigen, dass die Arbeitgeber rund 818.000 weniger neue Stellen geschaffen haben als zuvor geschätzt. Das entspricht einem Rückgang der Stellenschaffung um 30 %.

Diese umfassende Revision, die größte seit 2009, hat zu Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Lage des US-Arbeitsmarktes und ihrer möglichen Auswirkungen auf die künftige Wirtschaftspolitik geführt.

Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA um 30 % überschätzt: Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Der jüngste Bericht des Arbeitsministeriums revidiert die Zahl der zwischen April 2023 und März 2024 geschaffenen Arbeitsplätze und zeigt, dass das Beschäftigungswachstum etwa 174.000 pro Monat betrug und nicht die zuvor angenommenen 240.000.

Von diesen Abwärtskorrekturen waren insbesondere Sektoren wie die Informationswirtschaft, der Einzelhandel und das verarbeitende Gewerbe betroffen.

Aufgrund dieser Revision vermuten einige Analysten, dass das Beschäftigungswachstum stärker vom öffentlichen Sektor und dem Gesundheitswesen abhängig sei als bisher angenommen.

Der Bericht wurde jedoch nicht allgemein und ohne eingehende Prüfung akzeptiert. Einige Experten argumentieren, dass die Überarbeitung möglicherweise die von nicht autorisierten Arbeitnehmern besetzten Arbeitsplätze nicht berücksichtigt und damit möglicherweise das tatsächliche Beschäftigungswachstum unterschätzt.

Da die Einwanderung in die USA in jüngster Zeit zugenommen hat, könnte dieser Faktor zu Abweichungen bei den Beschäftigungszahlen beitragen.

Welche Auswirkungen hat dies auf die kommenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank?

Die revidierten Beschäftigungszahlen dürften bei den kommenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank eine bedeutende Rolle spielen.

Viele Analysten sind der Ansicht, dass das schwächer als erwartet ausgefallene Beschäftigungswachstum ein starkes Argument für eine Zinssenkung der Zentralbank im November 2024 ist.

Ziel eines solchen Schrittes wäre es, eine weitere Schwächung des Arbeitsmarktes zu verhindern, die andernfalls zu einer Verlangsamung der Gesamtwirtschaft führen könnte.

Trotz der Revision blieben die Finanzmärkte relativ stabil. Dies lässt darauf schließen, dass die neuen Daten den Erwartungen der Anleger entsprechen.

Die bevorstehende Zinsentscheidung könnte weitreichendere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, insbesondere wenn sie eine Änderung der Herangehensweise der Fed bei der Steuerung von Inflation und Beschäftigung signalisiert.

Wird dies die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Biden-Regierung beeinflussen?

Die Korrektur der Zahlen zum Beschäftigungswachstum hat auch politische Auswirkungen: Die Republikaner nutzen die Daten, um die Wirksamkeit der Wirtschaftspolitik der Biden-Regierung in Frage zu stellen.

Der Rückgang der Beschäftigung stellt die Darstellung in Frage, die USA seien mit einer starken Wirtschaft aus der Pandemie hervorgegangen – insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen.

Andererseits betont die Biden-Regierung, dass die revidierten Zahlen die allgemeine Stärke der wirtschaftlichen Erholung nicht untergraben, und verweist auf anhaltendes Lohnwachstum, Verbraucherausgaben und die Gründung kleiner Unternehmen als Indikatoren für eine robuste Wirtschaft.

Da die politische Debatte weitergeht, werden die revidierten Arbeitsmarktzahlen voraussichtlich weiterhin ein zentraler Punkt in den Diskussionen über die US-Wirtschaftsaussichten bleiben.