Invezz

Amanda Staveley, Miteigentümerin von Newcastle United, verliert Gerichtsstreit um 3,5 Millionen Pfund

Amanda Staveley, Miteigentümerin von Newcastle United, verliert Gerichtsstreit um 3,5 Millionen Pfund
Srinibas Rout
25. Aug. 2024, 15:05 PM
  • Amanda Staveley verliert Gerichtsstreit um historische Schulden in Höhe von 3,5 Millionen Pfund gegenüber Victor Restis.
  • Gericht weist Staveleys Vorwürfe der Nötigung und Falschdarstellung im Kreditstreit zurück.
  • Restis erhielt die Erlaubnis, bis zum 22. April einen Insolvenzantrag gegen Staveley zu stellen.

Amanda Staveley, Miteigentümerin des Fußballvereins Newcastle United und prominente britische Finanzierin, wurde vom Londoner High Court dazu verurteilt, fast 3,5 Millionen Pfund an den griechischen Schifffahrtsmagnaten Victor Restis zu zahlen.

Das am Montag verkündete Urteil markiert das Ende eines Rechtsstreits über eine historische Schuld, die mehr als ein Jahrzehnt zurückreicht.

Die Ursprünge des Streits

Im Mittelpunkt des Falls steht ein Darlehen von 10 Millionen Pfund, das Restis 2008 an Staveleys Unternehmen gewährte. Im Laufe der Jahre häuften sich erhebliche Zinsen an, sodass der Gesamtbetrag der Schulden auf über 36 Millionen Pfund anstieg.

Trotzdem willigte Restis‘ Anwaltsteam ein, nur die Hauptsumme von 3,47 Millionen Pfund einzufordern und verzichtete auf die Zinsen in Höhe von ungefähr 31 Millionen Pfund, die mit einer atemberaubenden Rate von 505.000 Pfund pro Tag aufgelaufen waren.

Staveley, die gemeinsam mit ihrem Mann einen 10-prozentigen Anteil an Newcastle United besitzt, bestritt die Forderung mit der Begründung, dass sie für die Schulden nicht persönlich haftbar sei.

Sie behauptete außerdem, dass der Streit durch ein Schiedsverfahren und nicht vor Gericht hätte beigelegt werden sollen, und behauptete, Restis habe unrechtmäßigen Druck auf sie ausgeübt, um sie zur Begleichung der Schulden zu bewegen.

Diese Argumente wurden letztendlich von Richter Daniel Schaffer zurückgewiesen.

Das Urteil des Gerichts

In seinem Urteil befand Richter Schaffer, dass Staveley tatsächlich persönlich für die Schulden haftbar sei, und wies ihre Vorwürfe der Nötigung und Falschdarstellung ab.

Der Richter entschied, dass Restis trotz des erheblichen finanziellen Drucks, dem Staveley ausgesetzt war, im Rahmen seines Rechts gehandelt habe, als er die Rückzahlung des Darlehens verlangte.

„Auf Frau Staveley lastete eindeutig kommerzieller Druck, doch Herr Restis hatte jedes Recht, auf Zahlung zu drängen“, erklärte Schaffer in seinem Urteil.

Er wies auch die Vorstellung zurück, Restis habe Staveley mit körperlicher Gewalt gedroht, eine Behauptung, die Staveleys Anwälte während des Verfahrens erhoben hatten.

Restis‘ Anwälte wiesen darauf hin, dass Staveley Restis nach den angeblichen Drohungen zu einem Spiel von Newcastle United eingeladen habe, was die Glaubwürdigkeit ihrer Behauptungen untergrabe.

Die Entscheidung des Gerichts erlaubt Restis, einen Insolvenzantrag gegen Staveley zu stellen, wenn die Schulden nicht innerhalb von 21 Tagen beglichen werden. Als Frist für die Klage wird der 22. April gesetzt. Wenn Staveley die 3,5 Millionen Pfund nicht zahlt, könnte sie mit einem Insolvenzverfahren konfrontiert werden.

Hintergrundinformationen zu den beteiligten Parteien

Amanda Staveley ist in der Finanzwelt eine bekannte Persönlichkeit. Während der Finanzkrise 2008 spielte sie eine Schlüsselrolle bei der Sicherung einer Milliardeninvestition aus Abu Dhabi für Barclays.

Ihre Firma, PCP Capital Partners, war maßgeblich an der Vermittlung des Deals beteiligt, der zur Stabilisierung der Bank in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit beitrug.

Vor Kurzem leitete PCP ein von Saudi-Arabien unterstütztes Konsortium beim Kauf des Premier-League-Fußballvereins Newcastle United im Jahr 2021 und steigerte so den Bekanntheitsgrad von Staveley weiter.

Auch der griechische Reedereimagnat Victor Restis ist in internationalen Geschäftskreisen eine bedeutende Persönlichkeit.

Der Streit zwischen den beiden entstand wegen des Kredits, den Staveleys Unternehmen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gewährt wurde.

Restis hatte in Staveleys erfolgloser Klage gegen Barclays eine Zeugenaussage gemacht, was das Verfahren noch komplexer machte.

PCP Capital Partners, das Unternehmen im Zentrum des Streits, wurde inzwischen in Apollo Belvedere Services umbenannt.

Der Fall erregte großes Aufsehen, da die beteiligten Personen hochkarätige Aufmerksamkeit erregten und hohe Geldsummen auf dem Spiel standen.

Auswirkungen des Urteils

Die Entscheidung des Gerichts stellt für Staveley einen erheblichen finanziellen Rückschlag dar. Bei Nichtbegleichung der Schulden droht ihm nun die Insolvenz.

Das Urteil unterstreicht auch die Risiken, die mit Finanztransaktionen mit hohem Einsatz verbunden sind, und die möglichen langfristigen Folgen unbeglichener Schulden.

Mit Näherrücken der Frist am 22. April wird der Fokus darauf liegen, ob Staveley die notwendigen Mittel zur Tilgung der Schulden auftreiben und weitere rechtliche und finanzielle Komplikationen vermeiden kann.

Der Ausgang dieses Falls könnte weitreichende Auswirkungen auf Staveleys Geschäftsinteressen und ihre Rolle bei Newcastle United haben.