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Europäische Spirituosenbestände steigen, nachdem China vorläufige Beschränkungen für Brandy aufhebt

Europäische Spirituosenbestände steigen, nachdem China vorläufige Beschränkungen für Brandy aufhebt
Vatsala Gaur
29. Aug. 2024, 14:40 PM
  • In China stellte man fest, dass europäische Brandy-Produzenten Brandy zu Dumpingpreisen zwischen 30,6 und 39 Prozent verkauften.
  • Der Schritt, keine Zölle zu erheben, wird als strategische Entscheidung gesehen, die EU bei der Erhebung von Zöllen auf Elektrofahrzeuge zu unterstützen.
  • Die Aktien der großen europäischen Spirituosenhersteller stiegen nach der Ankündigung um rund 8 Prozent.

China gab am Donnerstag bekannt, dass es keine Zölle auf Brandy-Importe aus der EU erheben werde, obwohl es bestätigte, dass europäische Brennereien ihren Brandy in China zu reduzierten Preisen verkauft hatten.

Die Entscheidung, keine Zölle auf Brandy zu erheben, wird von China als strategischer Schachzug gewertet, der inmitten der angespannten Handelsverhandlungen zwischen China und der EU eine dringend benötigte Atempause verschafft.

Die EU erwägt derzeit, Zölle von bis zu 36,3 Prozent auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge (EVs) zu erheben. Eine Abstimmung darüber ist für Oktober geplant.

Indem China auf die Bestrafung europäischer Brandy-Importe verzichtet, könnte es sich in diesen breiteren Handelsgesprächen einen Vorteil verschaffen.

Chinas Zölle auf Brandy sind strategisch

Das chinesische Handelsministerium gab bekannt, dass europäische Brandy-Hersteller ihre Produkte zu Dumpingspannen zwischen 30,6 und 39,0 Prozent verkauften.

Dennoch verzichtete das Ministerium auf die Einführung vorläufiger Zölle, obwohl es die negativen Auswirkungen auf die heimische chinesische Industrie anerkannte.

Diese Entscheidung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da China versucht, die EU davon abzuhalten, zusätzliche Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu erheben.

Die EU erwägt derzeit, Zölle von bis zu 36,3 Prozent auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge zu erheben. Eine Abstimmung darüber ist für Oktober geplant.

Die chinesische Regierung hatte im Januar eine Antidumpinguntersuchung gegen europäischen Brandy angekündigt. Diese gilt als Vergeltungsmaßnahme für die Entscheidung der EU, zu untersuchen, ob chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen unfaire staatliche Subventionen erhalten.

Man ging davon aus, dass die französischen Cognac-Produzenten hart getroffen würden, wenn China im Anschluss an die Untersuchung Zölle erheben würde.

Im vergangenen Jahr kamen 99 Prozent des nach China importierten Brandys aus Frankreich; der Wert erreichte laut chinesischen Zolldaten 1,74 Milliarden Dollar.

Europäische Brandy-Lagerbestände steigen

Die Aktien großer europäischer Spirituosenhersteller, darunter die französischen Hersteller Rémy Cointreau und Pernod Ricard, stiegen nach der Ankündigung um rund 8 Prozent.

Etwa 70 % des Umsatzes von Rémy Cointreau erwirtschaftet der Cognac-Markt; China ist einer der größten und profitabelsten Märkte des Unternehmens.

Auch der italienische Campari verzeichnete einen Anstieg von 4,5 Prozent, was einen automatischen Handelsstopp in Mailand auslöste.

Trotz der vorübergehenden Aufhebung der Brandy-Zölle bleibt der CEO von Pernod Ricard, Alexandre Ricard, gegenüber China vorsichtig, was die anhaltende Unsicherheit in den Handelsbeziehungen zwischen den beiden Mächten widerspiegelt, berichtet Reuters.

Ricard wollte die Entscheidung nicht näher kommentieren und konzentrierte sich bei der Präsentation der Jahresergebnisse stattdessen auf die allgemeinere Geschäftsstrategie des Unternehmens.

China startet neue Produktuntersuchungen der EU

Die Entscheidung über die Zölle auf Brandy bringt zwar eine gewisse Erleichterung, die Spannungen bleiben jedoch bestehen.

Peking hat vor kurzem Untersuchungen zu europäischen Milch- und Schweinefleischprodukten eingeleitet und damit die Sorge vor möglichen weiteren Handelshemmnissen geweckt.

Die Untersuchung der Milchpreise, die kurz nach der Veröffentlichung des überarbeiteten Zollplans der EU für chinesische Elektrofahrzeuge eingeleitet wurde, stellt die jüngste Entwicklung in den eskalierenden Handelsgesprächen dar.