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Eli Lillys Zepbound-Rabatt: Ein seriöses Angebot oder ein Profitsystem der Pharmakonzerne?

Eli Lillys Zepbound-Rabatt: Ein seriöses Angebot oder ein Profitsystem der Pharmakonzerne?
Harsh Vardhan
31. Aug. 2024, 14:24 PM
  • Um den 50 %-Rabatt von Eli Lilly auf Zepbound zu erhalten, müssen die Patienten herkömmliche Fläschchen mit Spritze verwenden.
  • Das Unternehmen erhöhte stillschweigend die Preise für einige Patienten und weckte damit die Befürchtung, dass dem Profit Priorität eingeräumt werden müsse.
  • Experten wie Benjamin Rome und Bernie Sanders kritisierten den Schritt und betonten die Geldgier von Eli Lilly.

Der Pharmariese Eli Lilly erregte kürzlich mit der Ankündigung eines 50-prozentigen Rabatts auf sein Gewichtsverlustmedikament Zepbound Aufmerksamkeit.

Während die Nachricht für die Verbraucher zunächst vielversprechend schien, zeigt eine genauere Betrachtung, dass es bei den Rabatten eher um die Gewinnsteigerung geht als darum, den Zugang für die Patienten wirklich zu verbessern.

Das Unternehmen brachte 2,5-mg- und 5-mg-Fläschchen Zepbound zum halben Preis über sein Online-Portal LillyDirect auf den Markt.

Dieser Schritt wurde von vielen begrüßt, die glaubten, dass das Medikament dadurch leichter zugänglich würde.

Die Realität ist jedoch komplexer: Mehrere versteckte Details deuten darauf hin, dass die Motive von Eli Lilly möglicherweise weniger altruistisch sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Der Teufel steckt im Detail

Mit den preisreduzierten Zepbound-Fläschchen sind erhebliche Einschränkungen verbunden.

Um von den reduzierten Preisen zu profitieren, müssen die Patienten die Medikamente aus eigener Tasche bezahlen und sich selbst mit herkömmlichen Spritzen und Nadeln verabreichen.

Im Gegensatz dazu sind herkömmliche Medikamente in Form praktischer Autoinjektionspens erhältlich, die die Selbstverabreichung wesentlich einfacher machen.

Für Patienten, die Probleme mit dem Selbstinjizieren haben, sind die ermäßigten Ampullen keine praktikable Option und sie sind gezwungen, weiterhin die teureren Autoinjektionspens zu kaufen. Dies macht den sogenannten Rabatt für einen erheblichen Teil der Patienten irrelevant.

Darüber hinaus sind die preisreduzierten Fläschchen exklusiv über LillyDirect erhältlich, die Online-Telemedizin-Plattform des Unternehmens.

Diese Anforderung stellt eine zusätzliche Hürde für diejenigen dar, die mit digitalen Plattformen nicht vertraut sind oder nur eingeschränkten Zugang zu ihnen haben, und begrenzt somit die Reichweite des Rabatts weiter.

Zusätzlich zur Einführung der preisreduzierten Ampullen erhöhte Eli Lilly in aller Stille die Kosten des Medikaments für einige Patienten.

Bisher konnten Personen ohne Versicherungsschutz für Zepbound einen Rabatt auf die Autoinjektionspens beantragen, wodurch sich der Preis auf 550 USD pro Monat reduzierte.

Diese Patienten müssen nun mit einer Preiserhöhung rechnen, die sich auf 650 Dollar pro Monat beläuft – eine Änderung, die in der Pressemitteilung des Unternehmens bezüglich des 50-Prozent-Rabatts nicht erwähnt wurde.

Eine ähnliche Strategie war bei Eli Lillys Diabetesmedikament Mounjaro zu beobachten, was weitere Bedenken hinsichtlich der Preispraktiken des Unternehmens aufkommen lässt.

Experten reagieren bereits

Beobachter und Experten äußern mittlerweile Bedenken hinsichtlich der Preisstrategie von Eli Lilly. Sie meinen, das Hauptziel des Unternehmens sei die Gewinnmaximierung und nicht die Behebung von Lieferengpässen oder die Erschwinglichkeit des Medikaments.

Benjamin Rome, ein Assistenzprofessor in Harvard, der sich auf die Preisgestaltung von Medikamenten spezialisiert hat, kritisierte das Vorgehen des Unternehmens und erklärte:

Auch Senator Bernie Sanders, Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, verurteilte die Preiserhöhung, insbesondere für diejenigen, die Zepbound bereits nutzen.

Er bemerkte:

Die jüngsten Maßnahmen von Eli Lilly deuten auf eine Strategie hin, die darauf abzielt, den Gewinn durch Preiserhöhungen für Bestandskunden zu steigern und gleichzeitig mit Rabattangeboten Neukunden zu gewinnen.

Dieser Ansatz könnte sich letztlich als nachteilig erweisen, da das Unternehmen zunehmender Kritik und negativer Publicity ausgesetzt ist. Im weiteren Verlauf der Situation wird es interessant zu sehen sein, wie Eli Lilly mit den möglichen Folgen seiner Preisentscheidungen umgeht.