JetBlue, Spirit und Frontier senken Kosten durch Verzögerung neuer Flugzeugbestellungen

JetBlue, Spirit und Frontier senken Kosten durch Verzögerung neuer Flugzeugbestellungen
Diya Poddar
31. Aug. 2024, 11:26 AM
  • Billigfluggesellschaften, die nach der Pandemie aggressiv expandierten, überdenken nun ihre Strategien.
  • Ontier hat die Auslieferung von 54 Airbus-Flugzeugen auf mindestens 2029 verschoben.
  • Southwest Airlines, eine reine Boeing 737-Fluggesellschaft, hat bereits freiwillige Urlaubsprogramme angeboten.

Aus Kostengründen schieben klamme Billigflieger und Ultra-Low-Cost-Carrier den Kauf neuer Flugzeuge im Milliardenwert auf.

Während die Luftfahrtbranche mit steigenden Kosten und Verzögerungen bei der Triebwerksreparatur zu kämpfen hat, schrauben Billigflieger wie Frontier, JetBlue Airways und Spirit Airlines ihre Expansionspläne zurück, um sich auf die Rückkehr zur Rentabilität zu konzentrieren.

Diese Entwicklung ist eine Folge des sprunghaft gestiegenen Flugangebots auf dem US-Markt, das zu sinkenden Flugpreisen und Umsatzeinbußen für Fluggesellschaften führte, die sich noch immer von den Auswirkungen der Pandemie erholen.

Airlines drosseln Expansion

Billigfluggesellschaften, die nach der Pandemie aggressiv expandierten, überdenken nun ihre Strategien.

Frontier Airlines, JetBlue Airways und Spirit Airlines, die zuletzt im Jahr 2019 einen Jahresgewinn verzeichneten, gehören zu den Fluggesellschaften, die die Auslieferung neuer Flugzeuge verschieben.

Frontier hat die Auslieferung von 54 Airbus-Flugzeugen auf mindestens 2029 verschoben, während JetBlue durch die Verschiebung der Auslieferung von 44 Airbus A321-Flugzeugen auf 2029 rund 3 Milliarden Dollar einsparen will.

Um Kosten zu senken, versuchen diese Fluggesellschaften außerdem, die Leasingverträge für ältere Flugzeuge zu verlängern und unrentable Routen aufzugeben.

Inzwischen sind die Preise deutlich gesunken. Laut dem Preis-Tracker Hopper sind die Preise für „günstige“ Hin- und Rückflüge innerhalb der USA im September gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent gesunken und liegen im Schnitt bei 240 Dollar.

Trotz der niedrigeren Preise sind die Fluggesellschaften mit steigenden Betriebskosten konfrontiert. Diese werden noch verschärft durch die Rückrufaktionen von Triebwerken durch Hersteller wie Pratt & Whitney, die zur Stilllegung mehrerer Flugzeuge geführt haben.

JetBlue und Spirit senken Kosten

Die Verschiebung von Flugzeugbestellungen wird noch durch die Auswirkungen der Triebwerksrückrufaktion von Pratt & Whitney verschärft, die bei zahlreichen Fluggesellschaften zu Flugverboten führte.

Joanna Geraghty, CEO von JetBlue, ging in einer Mitteilung an die Mitarbeiter auf das Dilemma ein und wies darauf hin, dass die finanzielle Belastung noch größer werde, wenn neue Flugzeuge ausgeliefert würden, diese dann aber aufgrund stillgelegter Triebwerke ungenutzt herumstünden.

Spirit Airlines, das im letzten Quartal einen Umsatzrückgang von 11 % und einen Verlust von 192 Millionen Dollar meldete, hat außerdem alle für nächstes Jahr bis 2026 geplanten Auslieferungen von Airbus-Flugzeugen auf mindestens 2030 verschoben.

Zusätzlich zu den Stundungen entscheiden sich einige Fluggesellschaften für Sale-Leaseback-Transaktionen, um Geld zu generieren. Frontier beispielsweise hat Flugzeuge verkauft und zurückgeleast, um seine Liquidität zu verbessern.

Produktionsverzögerungen

Trotz der Preisverschiebungen durch Billigflieger sind die Leasingraten für neue Flugzeuge nach wie vor hoch. Die Leasingraten für neue Airbus A320 und A321 erreichten im Juli Rekordhöhen und lagen im Schnitt bei 385.000 bzw. 430.000 Dollar pro Monat.

Auch die Leasingraten für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max 8 liegen mit 375.000 Dollar pro Monat nahe einem Rekordhoch.

Diese hohe Nachfrage ist auf den weltweiten Mangel an neuen, treibstoffeffizienten Flugzeugen zurückzuführen, der durch die anhaltenden Produktionsverzögerungen bei Boeing und Airbus noch verschärft wird.

Für Boeing und Airbus, die wichtigsten Zulieferer von Verkehrsflugzeugen, ist es aufgrund von Fachkräftemangel und Unterbrechungen in der Lieferkette weiterhin schwierig, ihre Produktion hochzufahren.

Beide Hersteller verfügen über große Auftragsrückstände: Airbus hat über 7.000 offene Bestellungen für seine A320-Familie und Boeing fast 4.200 Bestellungen für seine 737 Max-Flugzeuge.

Southwest Airlines bietet freiwilligen Urlaub an

Da die Branche weiterhin unter Produktionsverzögerungen und steigenden Kosten leidet, konzentrieren sich die Fluggesellschaften bei ihren Flottenmanagementstrategien auf Flexibilität.

Southwest Airlines, eine Fluggesellschaft, die ausschließlich Boeing 737-Flugzeuge fliegt, hat ihren Mitarbeitern aufgrund von Lieferverzögerungen bei Boeing bereits freiwillige Urlaubsprogramme angeboten.

Tammy Romo, CFO von Southwest, wies darauf hin, dass die Fluggesellschaft aufgrund ihres Auftragsbestands bei Boeing „große Flexibilität“ habe und plane, ihre Flottenstrategie an finanzielle und betriebliche Erfordernisse anzupassen.

Die Luftfahrtbranche insgesamt steht weiterhin unter dem Druck, ihre Kapazitäten mit der Nachfrage in Einklang zu bringen und gleichzeitig steigende Kosten und Unsicherheiten in der Lieferkette zu bewältigen.

Insbesondere Billigfluggesellschaften stehen vor der doppelten Herausforderung, ihre Preise wettbewerbsfähig zu halten und gleichzeitig den Cashflow zu verwalten, was zu diesen bedeutenden strategischen Veränderungen führt.