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T-Bill und Chill: So kassieren US-Politiker im Stillen

T-Bill und Chill: So kassieren US-Politiker im Stillen
Harsh Vardhan
31. Aug. 2024, 20:54 PM
  • Aufgrund der hohen Zinsen haben US-Politiker massiv in US-Staatsanleihen investiert.
  • Allein im vergangenen Jahr investierten Politiker 46 Millionen Dollar in Staatsanleihen.
  • Eine mögliche Zinssenkung könnte diesen Trend umkehren; es könnte sich lohnen, die Handelspolitik der Politiker im Auge zu behalten.

US-Politiker machen oft Schlagzeilen, weil sie Aktien handeln. Ihre Entscheidungen werden nicht nur genau unter die Lupe genommen, sie haben auch zur Schaffung von Instrumenten wie ETFs geführt, die ihre Transaktionen verfolgen.

Während manche Trades Verdacht erregen, sind andere einfach das Ergebnis guter Anlagestrategien. Herauszufinden, was was ist, ist oft der schwierige Teil.

Nehmen wir zum Beispiel Nancy Pelosi. Ihre Geschäfte haben oft einen Wert von mehreren Millionen Dollar.

Sie sorgen nicht nur für Schlagzeilen, sondern beeinflussen in gewissem Maße auch die Kursbewegungen. Der republikanische Abgeordnete Michael McCaul beispielsweise braucht Monate, um große Aktienpositionen aufzubauen und sie dann mit riesigen Gewinnen zu verkaufen.

Andere, wie Ro Khanna, handeln jede Woche und es kann schwierig sein, ihre Ergebnisse zu verfolgen.

Unschwer zu erkennen bzw. zu verfolgen ist allerdings der jüngste Trend, US-Schatzanleihen in großen Mengen zu kaufen und sich dann zurückzulehnen und die Rendite zu genießen.

Diese Strategie ist allgemein als „T-Bill and Chill“ bekannt und funktioniert gut, wenn die Zinssätze über längere Zeiträume hinweg hoch bleiben.

Wie in den USA verharren die Zinssätze seit nunmehr zwei Jahren auf einem erhöhten Niveau, was Schatzanleihen zu einem begehrten Gut und einer beliebten Anlagemöglichkeit macht.

Politiker greifen auf Staatskassen zurück

Im letzten Jahr wurden von amtierenden US-Politikern insgesamt 46,11 Millionen Dollar in Schatzanleihen investiert.

Im Jahr davor wurden 56 Millionen Dollar in dasselbe Instrument gepumpt. Damals begannen die Zinsen zu steigen, da die Fed als spät mit ihren Zinserhöhungen galt.

In diesen zwei Jahren sind die Zinsen von 2,5 % auf 5,5 % gestiegen, was T-Bill and Chill im Nachhinein zur richtigen Strategie macht. Die Zinsen liegen deutlich über der Inflation und haben diesen Politikern geholfen, ohne Risiko Geld zu verdienen.

Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor, als die Zinsen gerade erst zu steigen begannen, hatten dieselben Politiker lediglich 3,97 Millionen Dollar in Schatzanleihen investiert.

Die drohenden Zinssenkungen

Laut JPMorgan sind T-Bill und Chill möglicherweise nicht die beste Strategie für die Zukunft.

Anleger müssen auf sinkende Zinsen gefasst sein, da es innerhalb weniger Wochen zu einer möglichen Zinssenkung kommen kann.

Sollte sich die Konjunktur abschwächen, könnte sich der Renditerückgang beschleunigen.

Wenn man beobachtet, wie Politiker ihr Geld bewegen, kann man sich schon lange im Voraus ein Bild vom Zustand der Wirtschaft machen. Wenn die Inflation ohne einen wirtschaftlichen Abschwung sinkt, spielt es keine große Rolle, wo man investiert.

Lässt die Konjunktur jedoch nach, empfiehlt es sich in der Regel, in Large Caps zu investieren, da Small Caps tendenziell darunter leiden.

Einigen Schätzungen zufolge dürften die Zinsen in den nächsten 18 Monaten auf 3,5% fallen. Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Politiker in den nächsten anderthalb Jahren ihr Geld bewegen.