Bluesky verzeichnet nach X-Verbot massiven Downloadanstieg in Brasilien

Bluesky verzeichnet nach X-Verbot massiven Downloadanstieg in Brasilien
Prachi Khanna
02. Sept. 2024, 06:15 AM
  • Nach dem Verbot von X führt Bluesky die iPhone-App-Charts in Brasilien an.
  • Drei Tage nach der Sperrung gewann die Plattform eine Million neue Benutzer hinzu.
  • Brasiliens Oberster Gerichtshof wird am Montag über das Verbot von X abstimmen.

Bluesky, die dezentrale Social-Media-Plattform, die vom ehemaligen Twitter-CEO Jack Dorsey mitgegründet wurde, hat nach dem jüngsten Verbot von X (früher bekannt als Twitter) in Brasilien einen bemerkenswerten Anstieg der Downloads erlebt.

Laut einem Bericht von Tech Crunch hat das Verbot Bluesky an die Spitze der Charts der kostenlosen Apps in Brasilien katapultiert und markiert damit einen bedeutenden Wandel in der Social-Media-Landschaft.

Bluesky führt die App-Charts in Brasilien an

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens verhängte das Verbot von X nach einem langwierigen Rechtsstreit über das Versäumnis der Plattform, gegen Konten vorzugehen, die Falschinformationen über die Wahlen verbreiten.

Diese Entscheidung führte zu einer beispiellosen Abwanderung von Benutzern zu Bluesky und die App des Unternehmens kletterte in Brasilien an die Spitze der iPhone-App-Charts.

Bluesky reagierte auf diesen Aufschwung mit bemerkenswertem Enthusiasmus. In einem Beitrag auf seiner Plattform gab das Unternehmen bekannt, dass es innerhalb von nur drei Tagen nach dem Verbot eine Million neue Nutzer hinzugewonnen habe.

Das schnelle Wachstum der Plattform wird hauptsächlich dem Zustrom brasilianischer Benutzer zugeschrieben, die nach einer Alternative zu X suchen.

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X nach Rechtsstreit in Brasilien verboten

Das Verbot von X erfolgte nach einem heftigen Rechtsstreit zwischen dem Obersten Gerichtshof Brasiliens und dem Eigentümer der Plattform, Elon Musk.

Im Mittelpunkt des Konflikts stand die Weigerung von X, bestimmte Konten zu sperren, denen vorgeworfen wurde, wahlbezogene Falschinformationen zu verbreiten.

Nach der Entscheidung des Gerichts muss X entweder die örtlichen Vorschriften einhalten oder mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen, darunter mögliche Geldstrafen für Benutzer, die das Verbot mithilfe von VPNs umgehen.

Richter Alexandre de Moraes, der im Zentrum des Streits steht, ordnete die Aussetzung der Geschäftstätigkeit von X in Brasilien an, nachdem es der Plattform nicht gelungen war, innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist einen neuen Rechtsvertreter zu ernennen.

Dies führte zu einer dramatischen Schließung des X-Büros in Brasilien und einer strengen Warnung an andere Technologieunternehmen, X aus ihren App-Stores zu entfernen.

Anstieg unterstreicht veränderte Dynamik

Bluesky, ursprünglich ein 2019 von Twitter unterstütztes Projekt, wurde im Februar 2024 offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Obwohl Bluesky im Vergleich zu etablierten Giganten wie X und Meta's Threads immer noch als kleiner Player gilt, hat der jüngste Zustrom brasilianischer Benutzer Bluesky einen deutlichen Aufschwung beschert. Bluesky verfügt weltweit über mehr als 7,6 Millionen Benutzer.

Der CEO der Plattform, Jay Graber, äußerte sich zufrieden mit dem jüngsten Wachstum und lobte die brasilianischen Nutzer für ihren Wechsel zu Bluesky.

Diese Migration unterstreicht die sich entwickelnden Präferenzen in den sozialen Medien und die Auswirkungen geopolitischer und rechtlicher Probleme auf digitale Plattformen.

Gericht entscheidet über Xs Zukunft in Brasilien

Am Montag soll der Oberste Gerichtshof Brasiliens darüber abstimmen, ob das Urteil, das X verbietet, aufrechterhalten wird. Die Abstimmung wird von den beiden Kammern des Gerichts durchgeführt, die jeweils aus fünf Richtern bestehen (den Vorsitzenden Richter nicht inbegriffen).

Richter Moraes, ein Mitglied der Ersten Kammer, wird direkt an der Überprüfung der Entscheidung beteiligt sein.

Elon Musk kritisierte das Verbot mit der Begründung, es untergrabe die freie Meinungsäußerung. Er behauptet, die Entscheidung eines nicht gewählten Richters stelle eine Bedrohung demokratischer Prinzipien dar.

Als Reaktion auf das Verbot stellte Musks Unternehmen seinen Betrieb in Brasilien ein und verwies auf angebliche Drohungen und Zensurvorwürfe.