New World Development erleidet aufgrund Xi Jinpings harter Maßnahmen gegen den Immobilienmarkt den ersten Verlust seit 20 Jahren

New World Development erleidet aufgrund Xi Jinpings harter Maßnahmen gegen den Immobilienmarkt den ersten Verlust seit 20 Jahren
Vatsala Gaur
02. Sept. 2024, 16:41 PM
  • New World Development erwartet aufgrund des Marktrückgangs einen Verlust von 20 Milliarden HK-Dollar (2,6 Milliarden US-Dollar).
  • Der Immobiliensektor Hongkongs hat angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung in China zu kämpfen.
  • Der Exodus westlicher Unternehmen wirkt sich auf die lokale Wirtschaft und die Immobilienwerte aus.

New World Development, einer der größten Immobilienentwickler Hongkongs, bereitet sich auf seinen ersten finanziellen Verlust seit zwei Jahrzehnten vor – ein deutliches Zeichen für die schwerwiegenden Auswirkungen des harten Durchgreifens des chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf den Immobilienmarkt und die allgemeine wirtschaftliche Malaise, die Hongkong erfasst hat.

Das im Besitz der Familie Cheng befindliche Unternehmen prognostiziert für das im Juni endende Geschäftsjahr einen beträchtlichen Verlust von bis zu 20 Milliarden HK-Dollar (2,6 Milliarden US-Dollar). Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang für ein Unternehmen, das lange Zeit ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit Hongkongs war.

Übermäßige Kreditaufnahme chinesischer Immobilienentwickler

Die finanziellen Probleme von New World sind eine direkte Folge der strengen Maßnahmen, die Peking verhängt hat, um die übermäßige Kreditaufnahme von Immobilienentwicklern einzudämmen.

Seit 2021 hat die chinesische Regierung Maßnahmen erlassen, die darauf abzielen, die finanzielle Verschuldung der Bauträger zu verringern, was zu einer Liquiditätskrise im Immobiliensektor geführt hat.

Steigende Zinsen und die Abwertung des Renminbi verschärfen die Verluste des Unternehmens zusätzlich. New World prognostiziert zudem einen Rückgang des Kerngewinns um 23 Prozent.

Auch der Immobiliensektor insgesamt hat gelitten, und andere große Bauträger sind in große Schwierigkeiten geraten.

Evergrande, einst Chinas größter Immobilienentwickler, steht vor der Liquidation, nachdem es einen enormen Schuldenberg von 328 Milliarden HK-Dollar angehäuft hatte, was die schwerwiegenden Folgen der regulatorischen Maßnahmen unterstreicht.

Immobilienpreise in Hongkong werden im 2. Quartal 2024 um 10 % fallen

Die Schwierigkeiten von New World spiegeln die umfassenderen wirtschaftlichen Herausforderungen in Hongkong wider.

Die Region hat seit Beginn der Pandemie wiederholt Rezessionen erlebt, die durch die Verhängung eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes durch Peking noch verschärft wurden.

Dieser politische Wandel führte zu einem deutlichen Exodus westlicher Unternehmen, was das Vertrauen der Investoren untergrub und das Wirtschaftswachstum bremste.

Besonders stark betroffen ist der Immobilienmarkt in Hongkong.

Laut CBRE dürften die Eigenheimpreise im zweiten Halbjahr 2024 um bis zu 10 % fallen, nachdem sie im ersten Halbjahr um 3,1 % gesunken waren.

Die Auswirkungen auf den Aktienkurs von New World waren gravierend; nach Bekanntgabe der finanziellen Verluste des Unternehmens fiel der Aktienkurs auf ein 21-Jahres-Tief von etwa 6,80 HK-Dollar.

Um der Krise entgegenzuwirken, hat die Regierung unter Xi Jinping verschiedene Maßnahmen zur Wiederbelebung des Immobilienmarktes eingeführt.

Dazu gehören die Lockerung der Hypothekenvorschriften und die Einführung eines „Re-Lending“-Programms im Volumen von 300 Milliarden Yuan (32 Milliarden Pfund), mit dem nicht verkaufte Gewerbeimmobilien in bezahlbaren Wohnraum umgewandelt werden sollen.

Diese Initiativen konnten den Niedergang des Sektors jedoch bislang nicht aufhalten.

Globale Finanzinstitute bleiben vorsichtig. Letzte Woche revidierte die UBS ihre Prognose für Chinas Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 und nannte den anhaltenden Einbruch auf dem Immobilienmarkt als Hauptfaktor.

Während die Krise weiter anhält, wird man das Schicksal von Hongkongs Immobiliengiganten wie New World Development aufmerksam beobachten, da dieser ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Region ist.