Dollar nähert sich 2-Wochen-Hoch, US-Arbeitsmarktdaten nähern sich: Fokus verlagert sich auf Zinssenkungen

Dollar nähert sich 2-Wochen-Hoch, US-Arbeitsmarktdaten nähern sich: Fokus verlagert sich auf Zinssenkungen
Diya Poddar
03. Sept. 2024, 18:32 PM
  • Ökonomen erwarten in den USA im August einen leichten Anstieg der Stellenzahl um 165.000, nach 114.000 im Juli.
  • Der Euro verliert gegenüber dem Dollar 0,3 Prozent, da sich Händler auf mögliche Volatilität einstellen.
  • Die Märkte kalkulieren eine Wahrscheinlichkeit von 69 % ein, dass die US-Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird.

Der US-Dollar nähert sich gegenüber dem Euro einem Zweiwochenhoch, was auf die Erwartung der Märkte hinsichtlich des bevorstehenden US-Arbeitsmarktberichts und dessen möglichen Einfluss auf die Politik der US-Notenbank zurückzuführen ist.

Da in dieser Woche wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht werden, darunter auch der entscheidende Arbeitsmarktbericht am Freitag, achten die Händler aufmerksam auf Hinweise zum nächsten Schritt der Fed in Bezug auf die Zinssätze.

US-Arbeitsmarktdaten

Im Mittelpunkt dieser Woche stehen die US-Arbeitsmarktdaten, die wichtige Erkenntnisse zur Gesundheit des Arbeitsmarktes liefern dürften.

Ökonomen prognostizieren für August einen Anstieg der Stellen um 165.000. Das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Zuwachs von 114.000 im Juli.

Dieser Bericht wird eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung der Federal Reserve hinsichtlich möglicher Zinssenkungen spielen.

Die jüngsten Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, in denen er die Möglichkeit einer Zinssenkung aufgrund der Abschwächung des Arbeitsmarktes andeutete, haben die Markterwartungen erhöht.

Der Arbeitsmarktbericht ist mehr als nur eine monatliche Statistik; er ist ein entscheidender Faktor für die Vorgehensweise der Fed bei der Steuerung von Wirtschaftswachstum und Inflation.

Nach den Gehaltsdaten wird sich die Aufmerksamkeit auf weitere Berichte richten: Daten zu offenen Stellen am Mittwoch und Arbeitslosenzahlen am Donnerstag.

Diese Zahlen werden die Marktstimmung und die Aussichten der Fed-Politik weiter beeinflussen.

US-Produktionsindex zeigt leichte Verbesserung

Zusätzlich zu den Arbeitsmarktdaten zeigte auch der Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA im August eine leichte Verbesserung und stieg leicht von einem Achtmonatstief im Juli.

Dieser durch die gestiegene Beschäftigung in diesem Sektor bedingte Aufschwung deutet auf eine gewisse Stabilisierung der Produktionstätigkeit hin.

Trotzdem bleibt die Gesamtaktivität der Fabriken schwach, was die anhaltenden Herausforderungen im US-Industriesektor widerspiegelt.

Während die leichte Verbesserung auf eine mögliche Bodenbildung hinweisen könnte, trüben allgemeinere wirtschaftliche Unsicherheiten – sowohl weltweit als auch im Inland – weiterhin den Ausblick.

Der Euro fällt gegenüber dem Dollar

Der Euro verlor am Dienstag gegenüber dem US-Dollar 0,3 Prozent und fiel auf 1,1043 Dollar, nachdem er zuvor mit 1,1034 Dollar ein Zweiwochentief erreicht hatte.

Devisenhändler positionieren sich im Vorfeld der US-Arbeitsmarktdaten vorsichtig und rechnen mit möglichen Marktschwankungen.

Analysten prognostizieren Schwankungen auf dem Devisenmarkt, da die US-Marktteilnehmer vom Labor Day zurückkehren und im Vorfeld des Arbeitsmarktberichts ihre Positionen anpassen.

Dem CME FedWatch-Tool zufolge rechnen die Finanzmärkte bei der Sitzung der US-Notenbank am 17. und 18. September mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Wahrscheinlichkeit einer noch deutlicheren Senkung um 50 Basispunkte liegt bei 31 Prozent.

Die Erwartung kumulativer Kürzungen um 100 Basispunkte im Jahresverlauf wird weitgehend von den Wirtschaftsdaten dieser Woche abhängen, insbesondere vom Arbeitsmarktbericht.

Die Strategie der Fed wird davon abhängen, ob die bevorstehenden Zahlen eine stärkere Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität oder einen gemäßigteren Abkühlungstrend signalisieren.

Wird sich der Rückgang des Dollars im August fortsetzen?

Händler beurteilen, ob der Rückgang des Dollars im August übermäßig war oder ob eine weitere Abwertung bevorsteht.

Ein schwächer als erwartet ausfallender Beschäftigungsbericht könnte den Dollar weiter schwächen und die Argumente für aggressivere Zinssenkungen durch die US-Notenbank untermauern.

Im weiteren Verlauf der Woche werden alle Augen auf die kommenden Daten gerichtet sein, um die zukünftige Entwicklung des Dollars und der Politik der US-Notenbank abzuschätzen.