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Auswirkungen des kürzeren T+1-Abwicklungszyklus auf die US-Märkte gravierender als erwartet, zeigt Citi-Umfrage

Auswirkungen des kürzeren T+1-Abwicklungszyklus auf die US-Märkte gravierender als erwartet, zeigt Citi-Umfrage
Vatsala Gaur
04. Sept. 2024, 22:12 PM
  • Die Wertpapierleihe- und Finanzierungsaktivitäten wurden durch den beschleunigten Abwicklungszyklus erheblich beeinträchtigt.
  • Aufgrund von T+1 war die Verkaufsseite mit zunehmenden manuellen Verarbeitungs- und Personalproblemen konfrontiert.
  • In Europa kam es aufgrund der T+1-Umstellung zu den größten Störungen.

Der Übergang zu kürzeren Abwicklungszyklen für US-Wertpapiertransaktionen hatte einer aktuellen Umfrage der Citigroup zufolge tiefgreifendere Auswirkungen als erwartet.

Der im Mai eingeführte neue Zeitplan verkürzte die Abwicklungsfrist für Aktien, Unternehmensanleihen und Kommunalanleihen von zwei auf einen Werktag (bekannt als T+1).

Diese Beschleunigung sollte zwar die Markteffizienz steigern, brachte für die globalen Marktteilnehmer jedoch auch unvorhergesehene Herausforderungen mit sich.

Aus der im Juni von Citigroup durchgeführten Umfrage „Securities Services Evolution“ unter fast 500 Instituten geht hervor, dass 44 % der Firmen auf der Kauf- und Verkaufsseite die Umstellung auf T+1 als „auswirkungsstärker als erwartet“ empfanden.

Dieses Ergebnis unterstreicht die weitreichenden Auswirkungen des beschleunigten Abwicklungszyklus auf das Handelsökosystem.

Europa ist am stärksten von den Umbrüchen betroffen

Die Umfrage ergab, dass Europa aufgrund der T+1-Umstellung am stärksten von Störungen betroffen ist.

Europäische Firmen hatten mit Abwicklungs- und Finanzierungsproblemen zu kämpfen, die durch die Zeitzonendifferenz noch verschärft wurden.

Der verkürzte Zyklus verschärfte die Timing-Probleme für ausländische Investoren, die auf Devisengeschäfte angewiesen sind, um ihre US-Wertpapiertransaktionen zu finanzieren.

„Alle Bereiche scheinen stärker betroffen zu sein als ursprünglich erwartet“, heißt es in der Umfrage. Besonders belastend seien Finanzierung, Personalbestand, Wertpapierleihe und Ausfallraten gewesen.

Besonders stark war die Auswirkung auf die Wertpapierleihe am stärksten gestiegen: 50 % der Unternehmen meldeten Probleme; vor der Umstellung waren es nur 33 %.

Sell-Side-Unternehmen haben Probleme mit der Personalbesetzung und der Abwicklung

Die Umfrage verdeutlichte auch die erheblichen Herausforderungen, mit denen Sell-Side-Unternehmen konfrontiert sind: 56 % berichteten von erheblichen Auswirkungen auf ihre Wertpapierleih- und Rückrufaktivitäten.

Darüber hinaus gaben 52 Prozent der Banken und Makler an, dass sich ihr Personalbestand verschlechtert habe.

Viele Unternehmen entschieden sich dafür, den Personalbestand aufzustocken, statt in die Automatisierung zu investieren, was zu einem höheren Volumen manueller Verarbeitung und einer Zunahme von Ausnahmen durch Kunden führte.

Citigroup kam zu dem Schluss, dass weitere Analysen erforderlich seien, um die „wahren, tieferen“ Auswirkungen des T+1-Abwicklungszyklus auf den Markt vollständig zu verstehen.

Da sich die Branche weiterhin anpasst, ist das Verständnis dieser Auswirkungen von entscheidender Bedeutung, um Prozesse zu optimieren und Störungen in der Zukunft zu mildern.