Intel muss mit potenziellen Kundenreaktionen hinsichtlich der Fertigungsqualität rechnen: Wie schlecht ist sie?

Intel muss mit potenziellen Kundenreaktionen hinsichtlich der Fertigungsqualität rechnen: Wie schlecht ist sie?
Harsh Vardhan
04. Sept. 2024, 19:51 PM
  • Berichten zufolge hat Broadcom Intels 18A-Herstellungsprozess abgelehnt, was zu Verzögerungen bei den Plänen zur Massenproduktion führt.
  • Intels Probleme mit der Chipqualität bei Broadcom könnten künftige große Verträge mit Technologiegiganten gefährden.
  • Ein Treffen Mitte September wird wahrscheinlich den künftigen Weg des Chipherstellers bestimmen.

Intels Probleme werden mit jedem Tag schlimmer. Nachdem das Unternehmen in den letzten Jahren die technologische Führung an AMD verloren hat, kommen auch die Pläne des Unternehmens, sein Geschäft zu diversifizieren, nicht gut voran.

Laut Reuters wurde die Nachrichtenagentur von mit der Angelegenheit vertrauten Personen darüber informiert, dass Broadcom von der Qualität des Herstellungsprozesses bei Intel nicht beeindruckt sei.

Infolgedessen schlugen die von den beiden Unternehmen durchgeführten Tests, die zu einer Massenproduktion führen sollten, fehl.

Ein schwerwiegender Fehler bei der Chipherstellung

Im Rahmen des „Tests“ hatte Broadcom Intel gebeten, für seine Silizium-Wafer das fortschrittlichste Herstellungsverfahren, auch als 18A bezeichnet, anzuwenden.

Letzten Monat erhielt Broadcom die Wafer zurück, die von seinen Ingenieuren geprüft wurden.

Die Fachleute kamen zu dem Schluss, dass die Qualität des Herstellungsprozesses nicht den Anforderungen entsprach und die Umstellung auf eine Massenproduktion nicht rentabel sei.

Diese Entwicklung erfolgt im Rahmen der Pläne von CEO Pat Gelsinger, Kosten zu senken und Vermögenswerte abzubauen. Der CEO und sein Team werden diese Pläne in einem Meeting vorstellen, das in zwei Wochen stattfinden soll.

Ziel ist es, das Unternehmen schlanker zu machen und sich auf Bereiche zu konzentrieren, in denen das Unternehmen realistische Chancen auf eine Trendwende hat.

Zudem gab es Gerüchte, dass das Unternehmen aufgespalten und der Produktionsbereich verkauft werden sollte.

Sollten die Gerüchte über den Fehlschlag der Broadcom-Tests allerdings stimmen, steht das Unternehmen nun vor einem großen Problem.

Eine nicht einwandfreie Produktion bringt wahrscheinlich keinem Hersteller einen Vorteil, ein Verkauf könnte sich daher als problematisch erweisen.

Was Intel und Broadcom sagen

Die Einzelheiten der Tests sind noch nicht klar, da das Unternehmen solche Fragen grundsätzlich nicht kommentiert. Der Intel-Sprecher fügte jedoch Folgendes hinzu:

Broadcom reagierte ähnlich und teilte mit, dass die Evaluierung noch im Gange sei und das Unternehmen noch zu keinem Ergebnis gekommen sei.

Gemessen an der Dringlichkeit des Managements, die geschäftlichen Prioritäten neu zu bewerten, scheinen die Probleme jedoch tiefer zu gehen, als die Öffentlichkeit weiß.

Intel plant, in den kommenden Jahren über 100 Milliarden Dollar in neue Fabriken zu investieren.

Mit diesen Investitionen sollen Kunden wie Apple und Nvidia dazu gebracht werden, ihre Chips in Intels Werk herzustellen. Wenn der oben genannte Rückschlag eintritt, kann sich Intel von der Anziehungskraft dieser Technologiegiganten verabschieden.

Broadcom ist kein so großer Player wie Nvidia und Apple. Aber das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Chip-Umsatz von 28 Milliarden Dollar und ist damit ein bedeutender Player in der Branche.

Sobald die Neuigkeit bestätigt und öffentlich bekannt wird, ist es unwahrscheinlich, dass ein großes Unternehmen mit Intel zusammenarbeiten möchte.

Für Intel geht ein katastrophales Jahr weiter.