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Was von Chinas potenzieller Belt and Road Initiative 2.0 zu erwarten ist

Was von Chinas potenzieller Belt and Road Initiative 2.0 zu erwarten ist
Harsh Vardhan
04. Sept. 2024, 22:01 PM
  • Die chinesischen Investitionen in Afrika erreichten im vergangenen Jahr einen Fünfjahreshöchststand.
  • China entwickelt langsam ein weiteres Investitionsprogramm in Afrika, indem es Miniprojekte finanziert.
  • Diese Maßnahmen sollen sich optisch von den Investitionen des letzten Jahrzehnts unterscheiden, die Ergebnisse könnten jedoch ähnlich sein.

Chinas ehrgeizige Belt and Road Initiative (BRI), auch bekannt als Neue Seidenstraße, war im letzten Jahrzehnt ein Eckpfeiler seiner Außenpolitik.

Die BRI erstreckt sich über Südostasien und Afrika und zielte darauf ab, Kontinente durch umfangreiche Infrastrukturprojekte zu verbinden.

Die Initiative stieß jedoch auf unterschiedliche Sicht und Kritik. Manche sahen darin ein Mittel Chinas, seinen geopolitischen Einfluss auszuweiten.

Jetzt, da China auf eine neue Phase zusteuert, die oft als BRI 2.0 bezeichnet wird, wirft dies Fragen zu seiner Strategie und den Auswirkungen auf seine Partnerschaften, insbesondere in Afrika, auf.

Steckt Afrika in Chinas Schuldenfalle?

China ist seit langem alle drei Jahre Gastgeber der China-Afrika-Kooperationsveranstaltung, einer Plattform zur Stärkung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit afrikanischen Ländern.

Historisch gesehen konzentrierten sich Chinas Investitionen in Afrika auf große Infrastrukturprojekte, die die Entwicklung ankurbeln sollten.

Ab 2019 begannen diese Projekte jedoch Chinas Ressourcen zu belasten, was durch die COVID-19-Pandemie noch verschärft wurde.

Da China mit innenpolitischen Herausforderungen zu kämpfen hatte, gingen seine Investitionen in Entwicklungsländern deutlich zurück.

Viele afrikanische Länder hatten sich durch chinesische Kredite stark verschuldet und gerieten zunehmend unter finanziellen Druck.

Als direkte Folge dieser früheren Investitionen kam es zu Diskussionen über die Tragfähigkeit der Schulden.

Der Forscher Yunnan Chen stellt fest, dass die politischen Beziehungen zwischen China und Afrika zwar weiterhin stabil seien, sich die Finanzierungslandschaft jedoch verändert habe.

Die Begeisterung für chinesische Großinvestitionen hat nachgelassen, da die afrikanischen Länder inzwischen vorsichtiger sind, was die Aufnahme weiterer Schulden angeht.

Kleinere Projekte und vertrauliche Geschäfte

Damit BRI 2.0 erfolgreich sein kann, muss China seinen Ansatz erheblich anpassen.

Anders als bei den Großprojekten des vergangenen Jahrzehnts liegt der Schwerpunkt der neuen Strategie auf kleineren, überschaubareren Investitionen.

Ein Beispiel hierfür ist Chinas jüngstes Abkommen mit Südafrika, bei dem die finanziellen Details vertraulich behandelt wurden – eine Abkehr von früheren Praktiken, bei denen China öffentlich Finanzierungen in Milliardenhöhe zugesagt hatte.

Diese Verlagerung hin zur Finanzierung kleinerer Projekte mit einem typischen Wert von jeweils rund 50 Millionen US-Dollar spiegelt Chinas Versuch wider, die finanzielle Belastung zu verringern und die Schulden effektiver zu verwalten.

Diese kleineren Projekte sind kostengünstiger und führen schneller zu Ergebnissen. Sie sollen das Image Chinas in der afrikanischen Öffentlichkeit positiv aufwerten und zugleich die Fallstricke einer enormen Verschuldung vermeiden.

Allein im vergangenen Jahr hat China 4,6 Milliarden Dollar für solche Miniprojekte bereitgestellt, das ist das höchste Investitionsniveau der letzten fünf Jahre.

Dieser schrittweise Anstieg kleinerer Investitionen deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin zu einem nachhaltigeren und weniger umstrittenen Ansatz hin.

Die Zukunft des chinesischen Engagements in Afrika

Während China mit seiner BRI 2.0 voranschreitet, könnte die Konzentration auf kleinere Projekte dazu beitragen, einige der finanziellen Belastungen abzumildern, die im ursprünglichen BRI-Rahmen auftraten.

Afrika bleibt vorsichtig, ist jedoch offen für eine Zusammenarbeit, sofern diese mit seinen wirtschaftlichen Bedürfnissen und Strategien zur Schuldenverwaltung im Einklang steht.

Während BRI 2.0 darauf abzielt, eine Entwicklung ohne die enormen Schulden früherer Projekte zu fördern, bleiben die langfristigen Auswirkungen dieser neuen Strategie abzuwarten.

Der sich entwickelnde Ansatz Chinas könnte seine Beziehungen zu den afrikanischen Ländern neu gestalten und möglicherweise ein ausgewogeneres und nachhaltigeres Investitionsmodell bieten.

Die Zukunft der chinesischen Belt and Road Initiative wird davon abhängen, wie wirksam sie auf frühere Kritikpunkte reagieren und sich an die veränderte Wirtschaftslandschaft anpassen kann.

Während sowohl China als auch Afrika diese neue Phase durchlaufen, werden die Ergebnisse dieser Investitionen hinsichtlich ihrer umfassenderen Auswirkungen auf den Welthandel und die geopolitische Dynamik genau beobachtet.