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JPMorgan stuft Chinas Rating herab, da die Gefahr eines zweiten Zollkriegs droht

JPMorgan stuft Chinas Rating herab, da die Gefahr eines zweiten Zollkriegs droht
Diya Poddar
05. Sept. 2024, 15:02 PM
  • Chinas CSI 300-Index ist seit 2021 um über 40 % gefallen.
  • Mögliche US-Zölle von bis zu 60 Prozent könnten das chinesische BIP-Wachstum um zwei Prozentpunkte senken.
  • Chinas Wachstumsprognose für 2024 wurde von 5 % auf 4,6 % gesenkt.

JPMorgan hat seine Bewertung chinesischer Aktien von „übergewichtet“ auf „neutral“ herabgestuft. Grund dafür sind wachsende Sorgen über einen möglichen zweiten Zollkrieg mit den USA und die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten in China.

Die Bank forderte die Anleger auf, sich auf Länder wie Indien, Mexiko und Saudi-Arabien zu konzentrieren, da in diesen Märkten ein günstigeres wirtschaftliches Umfeld vorherrsche.

China, einst als florierendes Investitionszentrum angesehen, verliert an Attraktivität, da internationale Investoren ihre Gelder zunehmend in andere Schwellenmärkte umleiten.

Warum hat JPMorgan die Bewertung chinesischer Aktien herabgestuft?

Die Entscheidung von JPMorgan, seine Haltung gegenüber chinesischen Aktien zu ändern, folgt einer Reihe wirtschaftlicher Rückschläge für das Land. Chinas Aktienindex CSI 300 ist seit seinem Höchststand im Jahr 2021 um mehr als 40 % gefallen.

Dieser Abschwung wird auf mehrere Faktoren zurückgeführt, unter anderem auf die angespannten Beziehungen zwischen den USA und China, eine sich verschärfende Immobilienkrise und enttäuschende Daten aus der verarbeitenden Industrie.

Die Daten zur Produktionsaktivität im August zeigten einen Rückgang auf ein Sechsmonatstief und gaben Anlass zur Sorge, ob China sein BIP-Wachstumsziel von 5% für dieses Jahr erreichen kann.

Welche Auswirkungen könnte ein zweiter Zollkrieg zwischen den USA und China haben?

In der Mitteilung von JPMorgan wurde auf die drohende Gefahr eines „Zollkriegs 2.0“ hingewiesen, sollte der ehemalige US-Präsident Donald Trump, einer der führenden republikanischen Kandidaten, die Wahlen im November gewinnen.

Laut der Bank könnte eine mögliche Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Waren von 20 bis 60 Prozent schwere Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft haben.

JPMorgan geht davon aus, dass eine solche Eskalation das chinesische BIP-Wachstum um zwei Prozentpunkte gegenüber den derzeit für 2025 prognostizierten vier Prozent reduzieren könnte.

Dieses mögliche Szenario hat die Anleger alarmiert, die bereits über die nachlassende wirtschaftliche Dynamik Chinas besorgt sind.

Alternativen zu chinesischen Aktien: Indien, Mexiko und Saudi-Arabien

In seiner Empfehlung schlug JPMorgan Anlegern vor, andere Schwellenmärkte wie Indien, Mexiko und Saudi-Arabien in Betracht zu ziehen.

Diese Länder weisen ein stärkeres Wirtschaftswachstum und ein stabileres politisches Umfeld auf, was sie zu attraktiveren Investitionszielen macht.

Indien etwa hat dank seines Technologiesektors und staatlicher Reformen beträchtliche ausländische Investitionen angezogen.

Mexiko profitiert von seiner Nähe zu den USA und der Verlagerung der Lieferketten weg von China. Auch Saudi-Arabien zieht aufgrund seiner Bemühungen zur wirtschaftlichen Diversifizierung im Rahmen der Vision 2030 die Aufmerksamkeit globaler Investoren auf sich.

China hat Mühe, internationale Investoren anzuziehen

Die Herabstufung durch JPMorgan erfolgt zu einem Zeitpunkt, da China Schwierigkeiten hat, internationales Kapital anzuziehen. Trotz Bemühungen zur Stabilisierung der Wirtschaft, wie etwa durch Senkung der Kreditzinsen, bleiben die Anleger vorsichtig.

Dieser Stimmungswandel spiegelt einen breiteren Trend wider, da globale Investoren nach sichereren und aussichtsreicheren Märkten suchen.

Daten zeigen, dass China zwar einen Rückgang erlebt hat, Märkte wie Indien und Mexiko jedoch an Boden gewonnen haben.

Während das BIP-Wachstumsziel von 5 % weiterhin ungewiss ist, erwartet JPMorgan nun, dass Chinas Wachstum im Gesamtjahr 2024 bei etwa 4,6 % liegen wird.

Die Anleger beobachten aufmerksam die bevorstehenden Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten, darunter Inflations- und Handelsbilanzzahlen, um das Potenzial für weitere politische Interventionen aus Peking einzuschätzen.

Um das Vertrauen in Chinas Wirtschaftsaussichten wiederherzustellen, könnte ein robusteres Konjunkturpaket erforderlich sein.

Der Wechsel von JPMorgan zu einer „neutralen“ Haltung gegenüber chinesischen Aktien markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Anlegerstimmung gegenüber China.

Angesichts der zunehmenden Unsicherheit, zu der auch das Potenzial eines weiteren Zollkriegs mit den USA gehört, suchen globale Investoren nach sichereren Häfen in anderen Schwellenmärkten.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein, da China seine wirtschaftlichen Herausforderungen bewältigen muss und die Anleger weiterhin die Risiken und Chancen weiterer Investitionen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abwägen.